Dorfladen: Erste Hürden genommen

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„Dorfladen“: Fachberater Wolfgang Gröll bei seinem Vortrag.

Pfaffenhofen - Nach einer ausgiebigen Standortanalyse für den geplanten Dorfladen, hat der Gemeinderat das favorisierte Grundstück freigeben. Jedoch ist ein Neubau erforderlich.

Wie in der 1. Arbeitskreissitzung am 28. Oktober 2013 beschlossen, hielten Mitglieder des Gremiums „Dorfladen Pfaffenhofen“ am 15. November gemeinsam mit Bürgermeister Hans Holzmeier und Wolfgang Gröll von der New Way GmbH Starnberg bei einer Ortsbegehung in Pfaffenhofen Ausschau nach für einen Dorfladen geeigneten Gebäuden bzw. Gelände. Den Auftrag für die Standortanalyse durch die New Way hatte der Gemeinderat am 4. November erteilt.


Insgesamt 22 Objekte wurden in Augenschein genommen, von denen nach ersten Prüfungen neun als nicht geeignet, neun weitere als grundsätzlich geeignet und vier als gut geeignet bezeichnet wurden. In ihrer 2. Sitzung unter Leitung von Wolfgang Gröll wurden am 3. Dezember die als geeignet vorgeschlagenen und per Bild dargestellten Gebäude und Grundstücke von den Veranstaltungsteilnehmern diskutiert.

Mehrheitlich tendierte der Arbeitskreis zu Grundstücken im Bereich Feuerwehrhaus/ ehemaliges Schulhaus/ Grundstück südlich des Parkplatzes vor dem Friedhof (ehemaliges, zwischen zeitlich abgerissenes Gemeindehaus). Als „Favorit“ kristallisierte sich nach Abwägung des Für und Wider das Grundstück südlich des Parkplatzes (FlNr. 1853 der Gemarkung Westerndorf St. Peter) heraus. Das hat zur Folge, dass durch den Ausschluss bereits bestehender Gebäude oder deren Teile wegen Nichteignung ein Neubau erstellt werden muss.


Gemeinderat gibt favorisiertes Grundstück für neuen Dorfladen frei

Bürgermeister Hans Holzmeier (Mitte) in der Versammlung.

Bürgermeister Holzmeier beantwortete die Frage, ob das im Eigentum der Gemeinde stehende Grundstück für das Vorhaben „Bau eines Dorfladens“ zur Verfügung gestellt werden könne, mit dem deutlichen Hinweis, dass darüber ausschließlich der Gemeinderat zu entscheiden habe. Diese Entscheidung wurde am 14. Januar in einer öffentlichen Sitzung getroffen. Danach erklärt sich der Gemeinderat grundsätzlich bereit, das Grundstück mit der Flur Nr. 1833 der Gemarkung Westerndorf St. Peter als Standort (für einen Dorfladen) zur Verfügung zu stellen.

Über Umfang und Form der Zurverfügungstellung solle zur gegebenen Zeit noch gesondert entschieden werden. Von Gemeinde und Beraterfirma wurde am 24. Februar eine weitere öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema „Dorfladen Pfaffenhofen“ anberaumt. Dabei sollten die Bürger über den aktuellen Stand der Planungen aufgeklärt und ihre Meinungen hinterfragt werden. Holzmeier wies eingangs darauf hin, dass der Arbeitskreis im sogenannten Bestand keinen geeigneten Standort gesehen und sich deshalb eindeutig für einen Neubau auf dem gemeindlichen Grundstück ausgesprochen habe.

Wolfgang Gröll erklärte der Versammlung, dass bei der Analyse zur Wirtschaftlichkeit des geplanten Dorfladens selbstverständlich die vorhandenen Wettbewerbsstandorte (Aldi in Westerndorf St. Peter, Edeka-Markt in Schechen) beachtet worden seien. Dieses sei beim Warenangebot zu berücksichtigen, so dass auf frische, hochwertige Produkte aus der Region vorrangig zurückgegriffen werden müsse. „Damit werden auch die ‚HIV-Käufer‘ = Hab-ich-vergessen-Käufer überzeugt, im Dorfladen einzukaufen“, so resümierte der Fachmann.

Er zeigte eine erste Computeranimation, die grob Umrisse und Aufteilung des im Detail zu planenden und schließlich zu errichtenden Gebäudes dar stellte. Auf dem etwa 600 Quadratmeter großen Grundstück könne eine Verkaufsfläche von 250 bis 300 Quadratmeter realisiert werden. Die Baukosten belaufen sich seiner Schätzung nach auf ungefähr 150.000 Euro, von denen etwa 75.000 durch den Betreiber, die Dorfgemeinschaft, erbracht werden müsste. Bei einer Einlage von etwa 250 Euro gehe er davon aus, dass zwischen 300 und 320 Anteilzeichner vonnöten seien. Der bayerische Staat unterstütze Maßnahmen dieser Art zu 50 % durch entsprechende Mittelzuweisung und bürge für Darlehen mit der Bürgschaftsbank Bayern.

Ein Vergleich mit ähnlichen dörflichen Verkaufsstellen lassen den Schluss zu, dass die Umsatzerwartung zwischen 400 und 800.000 Euro liegen dürfte. Er verwies auf 130 von ihm geleitete Dorfläden, von denen lediglich sechs wieder schließen mussten. Ein weiteres wichtiges Argument für die Realisierung einer derartigen Einrichtung im Ort sei auch, dass neben dem Lebensmittelgeschäft auch verschiedene andere Einrichtungen, wie Stehcafe, Postagentur, Bankautomat und ähnliches mit ein bezogen werden könnten. Damit kommt es zu einer positiven Beeinflussung von Zusammenhalt, Informationsaustausch und Förderung zzwischenmenschlicher Beziehungen.

Gröll weiter: „Interessierte Bürger werden demnächst mit einem Merkblatt, das auch veröffentlicht wird, über Fragen und Problemstellungen zum Dorfladen informiert. Darin wird auch auf die Wirtschaftlichkeitsberechnung und Tragfähigkeit des Vorhabens näher eingegangen. Wir befinden uns nach der Sensibilisierungsphase jetzt im Vorgründungsprozess. Das bedeutet Vorbereitung der Gründungsveranstaltung – nach Beratung über die Rechtsform – und Erstellung einer Machbarkeitsstudie mit dem Schwerpunkt der Sicherung der Finanzierung“.

Die Versammlung entschied nach kurzer Diskussion in absehbarer Zeit die Gründungsveranstaltung abzuhalten. Bereits im März soll eine sechsköpfige Arbeitsgruppe unter Leitung von Wolfgang Gröll diesen wesentlichen Teil der Realisierung eines Dorfladens in Pfaffenhofen beraten und vorbereiten. Der Termin für die Gründungsveranstaltung in der Gaststätte Esterer wurde auf Donnerstag, den 8. Mai, um 19 Uhr, festgelegt.

Die Teilnehmer an der Informationsveranstaltung sind sich sicher: Der Bürgerwunsch „Dorfladen Pfaffenhofen“ dürfte damit auf einen guten Weg gebracht worden sein.

ele

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