Ein Tag in Pons Aeni

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Spielten einen Tag im Leben eines römischen Schulbuben nach: die Kinder der Klasse 4a der Grundschule Schloßberg

Stephanskirchen - Der Stephanskirchener Beitrag zur Landesgartenschau widmet sich auf dem Ausstellungsgelände Zehentnerhof auch der Tatsache, dass Leonhardspfunzen einmal zur Römersiedlung Pons Aeni gehörte.

Einen Tag im Leben eines damaligen Schulkindes stellte jetzt die Grundschule Schloßberg in einem Römerspiel dar.


Die Generalprobe hatte noch bei strahlendem Sommerwetter auf dem Ausstellungsgelände in der Hofau stattgefunden. Zur Vorstellung musste die Grundschule jedoch wegen drohenden Regens in die Turnhalle ausweichen. Hier war Improvisationstalent gefragt: Denn die auf die kleine Gartenschau in Stephanskirchen eingestellten Kulissen mussten auf die Schnelle umgebaut werden. Doch die Klasse 4a unter Leitung von Konrektorin Marion Weißenbacher und ihrer Kollegin Jutta Leutgeb bewältigte auch diese Aufgabe mit Bravour.

Vor mit Symbolen des römischen Lebens bemalten weißen Bettlaken spielte sich ein normaler Tag im Leben eines römischen Schulbuben im Jahr 15 vor Christus ab. Dass er den Unterricht besuchen durfte, war damals keine Selbstverständlichkeit, erfuhren die Theaterbesucher. Viele Gleichaltrige mussten stattdessen arbeiten - etwa in der Töpferei der Familie oder in der Taverne, wo Wein und Wildschwein auf der Speisekarte standen. Statt in die Kirche ging es in den Tempel, wo die Götter verehrt wurden. Legionäre, Schiffsleute, Händler, Soldaten und Bauern bevölkerten die Siedlung an der Innbrücke, die damals nördlich von Leonhardspfunzen bei Mühltal lag.


Diese Grundszenen haben schon 1975 der damalige Konrektor der Schule Westerndorf St. Peter, Paul Geigenberger und seine Frau Kriemhilde, entwickelt. Anlass war damals eine Grabung, bei der auch ein alter Töpferofen gefunden wurde. Als Junglehrerin erlebte die heutige Leiterin der Grundschule Schloßberg, Eva-Maria Mayr, die erste Inszenierung. Die Klasse 4a adaptierte das Stück, ergänzte und modernisierte es bei einem Aufenthalt im Schullandheim und meldete es als kulturellen Beitrag zur Landesgartenschau an. Beim Kulissenbau half die 4b mit, beim Schneidern der Kostüme gab es Unterstützung einer Mutter, nach der Aufführung wurden die Gäste mit einem großen Kuchenbuffet verwöhnt: Das Römerspiel bezog die ganze Schulfamilie ein.

"Alle haben viel gelernt - über die Geschichte unserer Heimat, das Arbeiten im Team, das Organisieren, aber auch sich zu trauen, laut vor Publikum zu sprechen und selbstbewusst in Rollen zu schlüpfen", unterstrich Eva-Maria Mayr den pädagogischen Wert des Theaterprojektes in der vierten Jahrgangsstufe, die ansonsten vor allem vom Übertrittsstress geprägt ist. Die Hofau und die Innleiten, wo sich der Stephanskirchener Beitrag zur Landesgartenschau abspielt, stellen nicht nur einer der landschaftlich reizvollsten Ortsteile, sondern auch das Gemeindegebiet mit den ältesten Siedlungsspuren dar: Dies haben bei der Aufführung die Theaterbesucher in der Grundschule gelernt.

duc/Oberbayerisches Volksblatt 

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