Kommunalwahl in Prutting

Hans Loy bleibt Chef in Prutting

Prutting - Der neue ist der alte: Bürgermeister Hany Loy darf sich in Prutting auf eine weitere Amtszeit freuen. Er setzte sich in der Sticgwahl durch.

Im Prutting bleibt alles wie es war im Bürgermeister-Amtszimmer. Hans Loy (CSU) sicherte sich das Vertrauen der Wähler ein weiteres Mal und ließ seinen Herausforderer hinter sich:

Hans Loy (CSU/Parteifreie): 53,46 Prozent

Quirin Meisinger (SPD): 46,54 Prozent

Die Wahlbeteiligung lag bei starken 68,63 Prozent.

 

Drei Fragen an die Stichwahl-Kandidaten: 

Altbürgermeister Quirin Meisinger (SPD) gegen Bürgermeister Hans Loy (CSU): Wer macht das Rennen in der Stichwahl? 

Bleibt der amtierende Bürgermeister oder wird der Altbürgermeister wieder Gemeindeoberhaupt? Das ist die Frage, die am Sonntag bei einer Stichwahl in Prutting beantwortet wird. Es treten an: Bürgermeister Hans Loy (CSU) und Altbürgermeister Quirin Meisinger (SPD).

Wir haben beide Bürgermeister-Kandidaten vor der Stichwahl noch einmal zu den Unterschieden zwischen ihnen befragt.

1. Die Stichwahl ist eine Persönlichkeitswahl: Wo sehen Sie hier Unterschiede zwischen Ihnen und Ihrem Gegenkandidaten?

Hans Loy (CSU): Ich kann nur über meine persönlichen Kompetenzen, Führungsstil und Biografie Stellung nehmen, eine Bewertung von Herrn Altbürgermeister Meisinger steht mir nicht zu. Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn drei Berufe erlernt, Landwirt, Sägewerker und nach einem Unfall mit der Spätfolge Querschnittslähmung Bankkaufmann. Für meine überdurchschnittlichen Abschlussprüfungen wurde ich jeweils mit einem Staatspreis ausgezeichnet. Als Landwirt leitet ich bereits als Jugendlicher selbständig einem ca. 30 Hektar großen Hof mit Milchviehhaltung, was mir den bewussten Umgang mit der Natur und Tieren lehrte. Bei meiner über 20jährigen Tätigkeit in der Sparkasse Rosenheim habe ich viele Jahre als Innenrevisor und später als Kreditsachbearbeiter in der Großkreditabteilung war genaues Arbeiten und Verhandlungsgeschick mit den Kunden sowie Teamarbeit angesagt. Nebenbei habe ich rund 18 Jahre lang als Personalrat und Schwerbehindertenvertreter die Anliegen der Mitarbeiter gegenüber dem Vorstand meist erfolgreich vertreten. Die letzten sechs Jahre dürfte ich die Geschicke der Gemeinde Prutting als 1. Bürgermeister leiten und konnte dabei in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und der Verwaltung einiges bewegen.

Quirin Meisinger (SPD): Eigene Kompetenz: Volljurist, langjährige Führungserfahrung in der Verwaltung; ich bevorzuge einen partnerschaftlichen Führungsstil mit kontrolliertem Entscheidungsspielraum, der die Mitarbeiter einbezieht und motiviert. Herr Loy zeigt nach meinen Erfahrungen und Informationen einen Hang zur Alleinführung, die keine abweichende eigene Meinung der Mitarbeiter wünscht oder diese gar unterbindet und somit Mitarbeiter zu Befehlsempfängern degradiert mit der Folge deren inneren Rückzugs. Persönlich glaube ich ein weit größeres Interessenfeld zu haben.

2. Wo sehen Sie inhaltliche Differenzen bzgl. Ihrer politischen Ziele für die Gemeinde?

Loy: Wiederum werde ich keine Aussagen zu meinem Gegenkandidaten machen. Ich selbst sehe mich als politischer Menschen der nicht nur verwalten sondern gestalten will und für den jeder Bürger gleich ist und der keinen Neid kennt. Meine Ziele sehe ich so, dass für alle Pruttinger Bürgerinnen und Bürger die wichtigsten Einrichtungen für die Daseinsvorsorge am Ort sein sollten, angefangen von der Kindergrippe, Kindergarten, Grundschule, Einkaufsmöglichkeiten und Arbeitsplätze bis hin zu Freizeitmöglichkeiten für alle Altersgruppen und Einrichtungen für Senioren. Weitere Themen sind sichere Verkehrswege, Natur- und Landschaftsschutz sowie eine intakte Trinkwasserversorgung. Wichtig ist mir auch ein Abbau der gemeindlichen Verschuldung, was aber aufgrund der guten Steuerkraft der Gemeinde in den nächsten Jahren verstärkt möglich sein müsste.

Meisinger: Ziel ist eine starke Gemeinde, die allen heute bereits erkennbaren zukünftigen Anforderungen und Ansprüchen gewachsen ist. Die inhaltlichen Differenzen dürften im Vergleich zu den persönlichen Unterschieden geringer sein. Es geht vermutlich weniger darum, was gemacht wird, sondern wie. So neige ich wohl weniger zu Hemdsärmeligkeit und Schnellentscheidungen, die, wie sich bei Herrn Loy gerade zeigt (z.B. beim Ausbau der Edlinger Straße: Vergabe eines Bauauftrages ohne die notwendigen Grundstücke zu haben. Folge: Baustopp, Risiko von Schadensersatzforderungen) u.U. zu wenig durchdacht und übereilt sind. Ich pflege meine Entscheidungen vorzubereiten, Folgen und Tragweite vorher abzuwägen (was mir die Konkurrenz fälschlich als zögerlich auslegt), aber dann auch konsequent und standfest durchzusetzen. Kurz: Nach meiner Meinung macht Herr Loy Politik mehr aus dem Bauch heraus, ich mehr mit dem Kopf.

3. Wie bewerten Sie Ihre Chancen nach der Wahl am 16. März? Hoffen Sie auf Unterstützung von anderen Listen/Parteien?

Loy: Meine Chancen bei der Stichwahl sehe ich gut, zumindest 50/50. Auf eine offizielle Unterstützung der anderen Gruppierung werde ich nicht erwarten können. Aber mehrere Kandidaten des Freien Wählerblocks haben mir persönlich ihre Unterstützung zugesagt.

Meisinger: Die Chancen stehen gut, doch muss der Wahlausgang als offen und voraussichtlich knapp beurteilt werden. Die Wahlbeteiligung wird eine wesentliche Rolle spielen, ebenso die Wirkung des von der CSU zum Teil sehr aggressiv geführten Wahlkampfes. Die vier Gemeinderäte des freien Wählerblocks haben eine Wahlempfehlung für mich abgegeben, der deshalb hohe Bedeutung zukommt, weil diese Gemeinderäte beide Bürgermeisterkandidaten als Bürgermeister im Amt d.h. aus der praktischen Tätigkeit seit Jahren kennen und daher bestens vergleichen können. Einige Gemeinderäte hatten zudem ihre Gemeinderatskandidatur davon abhängig gemacht, dass ich wieder als Bürgermeister kandidiere.

Rubriklistenbild: © red

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