Stadtwerke Rosenheim vs. Pruttinger Naturschützer

Neuer Brunnen geplant: "Die haben einfach gewütet"

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Landkreis Rosenheim/Prutting - Die Stadtwerke Rosenheim suchen händeringend nach einem Standort für einen neuen Trinkwasserbrunnen – ausgerechnet in der Nähe einer empfindlichen Naturlandschaft, dem Burger Moos. Die Pruttinger sind nicht begeistert und leisten Widerstand:

Was passiert, wenn es in Rosenheim beispielsweise einen Chemieunfall gibt und das Trinkwasser verseucht wird? Die Stadtwerke planen hierfür einen neuen Trinkwasserbrunnen. Zwei neue Grundwassermessstellen wurden in der Gemeinde Prutting bereits errichtet, der Brunnen soll bald realisiert werden. Das berichtet der BR.

Doch einige Pruttinger wehren sich, allen voran die "Schutzgemeinschaft Hofstätter- und Rinser See" (SHR). "Die Stadtwerke haben hier Grundstücke dazugekauft, aber keine Anträge gestellt. Die haben einfach gewütet", sagt Teresa Pöller von der SHR.

Schon seit Monaten sorgen die Pläne für einen neuen Brunnen für Diskussionen.

"Sollen mit Wasser kein Geld verdienen"

Die Pruttinger befürchten eine dauerhafte Schädigung sowohl für den Hofstätter See als auch das Burger Moos: "Das Burger Moos ist geschützt und hat sehr schützenswerte Pflanzen", erklärt Pruttings zweiter Bürgermeister Fritz Meisinger gegenüber dem BR. Teresa Pöller erklärt weiter, wenn die Stadtwerke Bedarf hätten, würde sich die SHR nie in den Weg stellen. "Aber sie verfügen über 8 Mio. Kubikmeter und brauchen nur 4,5 Mio. Also die Rechnung kann eigentlich jeder selbst machen. Sie brauchen es nicht." Auch das Wort Profitgier fällt in diesem Zusammenhang.

Götz Brühl, der Geschäftsführer der Stadtwerke Rosenheim, bestreitet diesen Vorwurf allerdings deutlich: "Im Gegenteil. Für uns ist es eine reine Kostenposition. Wir sind ja ein Unternehmen der Stadt Rosenheim und haben von dort her auch die Maßgabe, wir sollen mit Wasser kein Geld verdienen", so Brühl im BR.

Ein baldiges Ende ist in diesem Streit wohl nicht abzusehen.

Das Bayerische Fernsehen wird am heutigen Donnerstag um 20.15 Uhr in seiner Sendung "quer" einen Beitrag zu diesem Thema zeigen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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