Rastanlage: Gemeinde stellt Forderungen

Rohrdorf - Gänzlich unwidersprochen will die Gemeinde Rohrdorf die Planung für den Ausbau der Autobahnrastanlage Samerberg-Süd doch nicht hinnehmen - sie stellt Forderungen!

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Die Stellplätze für Lkw sollen von zwölf auf 60, und für Pkw von 24 auf 99 aufgestockt werden. Der Gemeinderat verabschiedete jetzt einstimmig eine vier Punkte umfassende Liste mit Forderungen, die einigen Einwänden der Anlieger im laufenden Planfeststellungsverfahren Rechnung tragen und beim Erörterungstermin am 28. Februar einfließen sollen. Zentraler Punkt sind dabei Lärmschutzmaßnahmen für das angrenzende Wohngebiet, die über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehen. Neben der Verlegung der nur mehr für Personal und Lieferverkehr zugänglichen Betriebszufahrt an die Bahnhofstraße (auf Höhe des Bauhofs) beinhaltet das Papier die Einfriedung der kompletten Rastanlage aus Sicherheitsgründen. Auf Anregung von Karl-Heinz-Silichner (CSU) soll zudem ein Parkleitsystem installiert werden, um bei Vollbelegung unnötigen Verkehr vom Parkplatz fernzuhalten. Allem voran aber fordern die Rohrdorfer einen durchgehenden, fünf Meter hohen Gestaltungswall südlich der Rastanlage, der sich von der Abfahrt zum Parkplatz bis hin zur Bahnhofstraße ziehen soll. Rupert Stocker vom Bürgerblock hatte hierfür eigens eine Zeichnung angefertigt, die dem Beschluss beifügt wurde. Allerdings, gab Martin Frey (CSU) zu bedenken, ziehe ein Rolltor als Zufahrtssperre für den Wirtschaftsweg (und damit für den als Schleichweg genutzten Parkplatz-Zubringer) automatisch eine Zunahme des Verkehrs durchs Dorf nach sich.

Im Oktober hatte der Gemeinderat mit Ausnahme des Bürgerblocks als Träger öffentlicher Belange keine Bedenken gegen die Vergrößerung der Rastanlage vorgebracht, die nach Auffassung der Mehrheit in dieser Form auch im Flächennutzungsplan dargestellt sei. Rund 100 betroffene Anlieger hatten daraufhin in einem Schreiben an die Regierung von Oberbayern massive Einwände gegen die Planung geltend gemacht. Mittlerweile haben sich die Anwohner zur Interessengemeinschaft "Wohnen an der Rastanlage Rohrdorf-Samerberg" zusammengeschlossen, auf deren Bitte hin sich der Gemeinderat erneut mit der Angelegenheit befasst hat.

Die Erweiterung der Rastanlage lasse sich zwar sicher nicht verhindern, so der Tenor im Gremium. Doch der Gemeinderat könne verschiedenen Forderungen der Anwohner Nachdruck verleihen, hatte der Sitzungsleiter, Zweiter Bürgermeister Joachim Wiesböck (CSU), eingangs zur Geschlossenheit aufgerufen.

Wenngleich die Einwendungsfrist bereits abgelaufen ist, "werden die verspäteten Argumente der Gemeinde von uns im Rahmen des Erörterungstermins mitbehandelt werden", teilte Heinrich Schuster, Pressesprecher der Regierung von Oberbayern, dazu auf Anfrage mit; vorausgesetzt, diese erreichen die Behörde rechtzeitig vorher, also nicht erst beim Termin.

pil/Oberbayerisches Volksblatt

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