+++ Eilmeldung +++

Sprengstoff im Rathaus?

Bombendrohung in Köln: Polizei spricht von „Gefahrenlage“

Bombendrohung in Köln: Polizei spricht von „Gefahrenlage“

Rathaus: Auch ein Neubau ist jetzt denkbar

+
Die Zukunft des Rathauses von Feldkirchen-Westerham ist ungewiss. Im Rahmen eines Workshops will der Gemeinderat verschiedene Varianten zu Anbau, Umbau und Neubau diskutieren.
  • schließen

Feldkirchen-Westerham - Wie geht es weiter mit dem Rathaus in Feldkirchen-Westerham? Anbau, Umbau oder gar Neubau? Viele Varianten sind derzeit im Gespräch, über die beraten wird.

In einem Workshop will der Gemeinderat - so der einstimmige Beschluss in der jüngsten Sitzung - das weitere Vorgehen erörtern. Ein Architekt soll dabei von Anfang an eingebunden werden.

Dass sich etwas an der Rathaus-Situation ändern muss, sei unumstritten. "Das Gebäude an der Ollinger Straße kann die Anforderungen einer zeitgemäßen Verwaltung nicht mehr erfüllen", fasste Bauamtsleiter Peter Solnar eingangs der Sitzung zusammen.

Die Raumsituation sei beengt, die Gestaltung des Empfangsbereichs keinesfalls mehr zeitgemäß. Außerdem sei mittelfristig auch eine beabsichtigte Personalaufstockung der Hauptverwaltung mit drei bis vier Personen zu berücksichtigen. Auch bezüglich des Brandschutzes seien die Verhältnisse "schwierig", ergänzte Geschäftsführerin Ines Bertozzi.

Diese Erkenntnisse sind nicht neu. Bereits 2006 stellte der Gemeinderat fest, dass ein Umbau unumgänglich sei. Zwei Jahre später war eine städtebauliche Planstudie für den Bereich um das bestehende Rathaus mit Standort an der Ollinger Straße erarbeitet worden. Die Grundvorgaben des Gemeinderats waren damals unter anderem der Erhalt des bestehenden Gebäudes, der Abriss des Feuerwehrkomplexes sowie ein Erweiterungsbau mit multifunktionalem Sitzungssaal (wir berichteten).

Ergebnis: Zunächst wurde die Sanierung des ursprünglichen Altbestands mit einem Teilneubau anvisiert. Zudem präsentierte die Verwaltung dem Gemeinderat eine Vorentwurfskonzeption mit dem gleichen Grundergebnis, Sanierung und Teilneubau.

Auch die Standortfrage war Teil dieser Studie. Da es hierzu aber keine neuen Erkenntnisse gibt, könnten die Planungen am derzeitigen Standort fortgeführt werden, hieß es.

Bauamtsleiter Solnar legte dem Gremium jetzt zudem eine Berechnung für einen kompletten Rathaus-Neubau vor. Demnach kostet eine so genannte Gesamtkubatur von rund 6150 Kubikmetern ohne Planunterlagen rund 3,1 Millionen Euro.

Ein eventuell notwendiger Grunderwerb wurde dabei jedoch nicht berücksichtigt. Angenommen würden hier grob für Gebäudegrundflächen, Parkflächen (30 Stellplätze) und das Umfeld je rund 1000 Quadratmeter.

Diese Zahlen bildeten nun unter anderem die Grundlage für die aktuelle Diskussion und Überlegungen zur weiteren Vorgehensweise. Dabei herrschte anfangs Unstimmigkeit darüber, ob bereits in der Planungsphase ein Architekt, wie im Beschlussvorschlag vorgesehen, einbezogen werden sollte. Franz Bergmüller (Pro Bürger) erklärte, das Gremium solle sich erst einmal in ungezwungener Atmosphäre zusammenzusetzen, um gemeinsam in dieses Projekt einzusteigen.

Bürgermeister Bernhard Schweiger forderte jedoch, schon in dieser Phase einen Architekten einzuschalten. Denn nur so hätten die weiteren Planungen Hand und Fuß. Der Gemeinderat brauche schließlich eine Basis dafür, sich Lösungsmöglichkeiten erarbeiten zu können.

Heinz Oesterle (SPD) erklärte, der Gemeinderat müsse sich im Klaren darüber sein, wo er in Sachen Rathaus hin wolle und was man brauche. "Es muss alles auf den Tisch", so Oesterle. Denn das Thema habe weitaus größere Brisanz als man derzeit annehme.

Bernhard Neumeier (CSU) forderte, das Thema Schritt für Schritt abzuarbeiten. "Ich habe den Eindruck, wir bewegen uns im Kreis."

Bei der anschließenden Abstimmung waren die Gemeinderäte einhellig der Meinung, die bisherigen Planungsvorgaben gemäß der städtebaulichen Studie in den Planungsüberlegungen zu berücksichtigen. Darin enthalten sind: Verbleib am jetzigen Standort, Abriss des Feuerwehrkomplexes, Teilabriss des Bestands, Sanierung des Hauptgebäudes Altbau, Größenordnung der Hauptnutzflächen, Multifunktionalität des Sitzungsaals und Personalaufstockung. Erstmals wurde dabei auch die Variante "kompletter Neubau" mit einbezogen.

Mit 13:8-Stimmen beschloss das Gremium des Weiteren, die Leistungsphase 2, die Vorplanung, an das Architektbüro Schlehburg aus Rosenheim zu vergeben.

Martin Aerzbäck (Mangfall-Bote)

Zurück zur Übersicht: Rosenheim Land

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT