Kommt statt Kreisel jetzt Ampelanlage?

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Die Ortsmitte von Riedering (Bild) wurde nach einigen schweren Unfällen nun als "Unfallschwerpunkt" eingestuft. Die Straßenbauverwaltung schlägt als Problemlösung eine Ampelanlage vor.

Riedering - Erneut stand die Verkehrssituation in der Ortsmitte von Riedering auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Schon mehrfach hatte das Gremium Planungen in Richtung Kreisel angestellt.

Jetzt dämpften der Chef des Rosenheimer Straßenbauamtes, Baudirektor Claus-Peter Olk, und der zuständige Abteilungsleiter im Landratsamt, Gerhard Kippes, diese Erwartungen. Ein Kreisel sei bei den vorhandenen Platzverhältnissen nicht realisierbar.


Sie legten ihrerseits eine Planung vor, die eine Ampelanlage vorsieht. Selbst eine Ampelanlage mit den entsprechenden Vorgaben sei angesichts der Kreuzungssituation nicht einfach zu realisieren, erklärten Olk und Kippes. So seien die diagonal angelegten, bisher stillschweigend geduldeten Parkplätze vor dem Lebensmittelgeschäft, auf dem die Autos mit dem Heck in die Straße ragten, ein nicht zu unterschätzendes Problem. Die Parkplätze müssten längs angeordnet werden, um eine separate Abbiegespur in Richtung Prien anlegen zu können, hieß es weiter.

Der Grund, warum die Situation nicht früher angegangen worden sei, so Olk, liege in der Tatsache, dass die Unfallkommission nach mehreren schweren Unfällen die Kreuzung nun als "Unfallschwerpunkt" eingestuft habe. Daraufhin habe die Behörde reagiert und sieht nun ihrerseits vor, dort eine Ampelanlage zu installieren. Voraussetzung sei allerdings, dass sich auch der Gemeinderat dazu durchringe. Für die Baumaßnahme sind Kosten von rund 130000 Euro eingeplant, die sich der Freistaat und der Landkreis teilen. Ein Kreisel würde ohne den Grunderwerb und ohne den notwendigen Abriss eines Gebäudes mindestens 300000 Euro verschlingen, so Olk und Kippes.


In den anschließenden Redebeiträgen ging es wesentlich um die Parkplätze vor dem Geschäft und die Befürchtung, mit dem Wegfall einiger Parkplätze werde das weitere Bestehen des Geschäftes gefährdet.

Als Argument für die Kreisellösung wurde aus den Reihen des Gemeinderates angeführt, dass ein in Rosenheim errichteter Kreisel mit weit weniger Platz auskomme. Olk erklärte dazu, dass dieser Fall eine innerstädtische Baumaßnahme gewesen sei. Für die Kreuzung einer Staatsstraße mit einer Kreisstraße auf dem Land sei dies so nicht zulässig.

Ein Besucher der Sitzung, der zusammen mit anderen über 1500 Unterschriften gesammelt hatte, gab am Rande der Sitzung der Ampelanlage den Vorzug: "Es geht vor allem um unsere Schulkinder, die nur bei einer Ampellösung sicher über die Straße kommen."

Nur eine Formsache war die Genehmigung des Bebauungsplanes "Gewerbegebiet Niedermoosen", der als Satzungsbeschluss einstimmig verabschiedet wurde. Bereits beschlossen hatte der Gemeinderat, am Badeplatz Tinninger-See Toilettenanlagen zu errichten. Die erneute Beratung ergab sich aus einem Brief eines Anliegers, der befürchtet, die Toiletten könnten nicht nur Badegäste anziehen. Der Gemeinderat wird der Sorge des Anliegers Ernst nehmen und die Anlage entsprechend gestalten und bepflanzen, um einer Fehlentwicklung entgegenzuwirken.

jre/Oberbayerisches Volksblatt

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