Freinacht - Brauchtum oder Vandalismus?

Ausgehängte Gartentüren, Klopapier um Autos und Gartenmöbel auf dem Rathausplatz – das ist das Bild, das sich schon jahrhundertelang immer am Morgen des 1. Mai in bayerischen Dörfern bietet. Seit einiger Zeit nimmt aber die unkontrollierte Zerstörungswut von Jugendlichen in der Freinacht immer mehr zu.

Woran das liegt, weiß weder die Polizei, noch hat Michael Ritter vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege eine Erklärung dafür. Denn ursprünglich genossen junge Männer in der Nacht von 30. April auf 1. Mai ihre letzte Nacht in „Freiheit“. Der 1. Mai war nämlich seit dem 8. Jahrhundert ein beliebter Musterungstermin. Gleichzeitig nahmen die jungen Männer die Gelegenheit wahr, um besonders schlampige Mitbürger an den Pranger zu stellen. Sie sammelten verschiedene Gegenstände rund um das Haus des „Schlampers“ ein und stellten sie am Dorfplatz zur Schau.


Heutzutage finden Polizisten am 1. Mai aber zerstörte Blumenkästen und Telefonzellen vor, Haustüren sind mit Eiern beschmiert und Autos wurden mutwillig beschädigt. Die Grenzen vom Brauchtum zum Vandalismus wurden fließend.

Wie stehen die Rosenheimer zum Thema Freinacht? Wir haben nachgefragt:

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