Keine Tempo-30-Zone in Ortsmitte

OVB
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Zur Mittagszeit stehen die Busse Schlange in der Rohrdorfer Ortsmitte. Eine Tempo-30-Zone hält die Mehrheit des Gemeinderats für nicht erforderlich.

Rohrdorf - Die Rohrdorfer Ortsmitte wird nicht zur Tempo-30-Zone! Warum sich der Gemeinderat gegen die Forderung des Bürgerblocks aussprach:

Für die vom Bürgerblock (BR) geforderte Geschwindigkeitsbeschränkung in diesem Bereich sieht der Rest des Gemeinderats unter anderem angesichts der geschwungenen Straßenführung keine Notwendigkeit.

Die zunehmend gefährliche und unübersichtliche Verkehrssituation - zumal im Bereich der Montessori-Schule - hatte Martin Fischbacher zur Begründung des Antrags auf Ausweisung einer Tempo-30-Zone zwischen Maibaum und Kirche ins Feld geführt. "Es muss doch nicht erst etwas passieren", bekräftigte Karl Blum, ebenfalls BR, und verwies auf Geschwindigkeitsbeschränkungen vor Schulen in anderen Gemeinden.

Vor allem zur Mittagszeit, wenn die Busse auf beiden Seiten der Dorfstraße Schlange stehen, sei dieser Bereich überaus unübersichtlich, ergänzte BR-Rätin Petra Scholz-Gigler. Ein Argument, das Martin Frey (CSU) nicht gelten lassen wollte: "Gerade dann wird der Verkehr doch automatisch gebremst." Wie sein Fraktionskollege Karl-Heinz Silichner sprach er sich dagegen aus, immer noch mehr Schilder aufzustellen, die ohnehin nur mit entsprechenden Kontrollen Sinn hätten. Frey erinnerte zudem an das Bestreben der Gemeinde, Geschäfte in die Ortsmitte zu holen, die wiederum als 30er-Zone für den Durchgangsverkehr und damit für potenzielle Kunden unattraktiv werde. Und auch bei vielen Rohrdorfern stoße eine Tempo-30-Zone auf Ablehnung, berichtete Franz Dinzenhofer (CSU) von verschiedenen Gesprächen mit Bürgern.

Nur schwer nachvollziehbar ist es hingegen für Anette Wagner (BR), was gegen eine 30 km/h-Regelung spreche, wenn ohnehin kaum 50 gefahren werden könne. "Schadet ein Schild?"

Von Unfällen in der Ortsmitte wegen zu hoher Geschwindigkeit sei bei der Polizei nichts bekannt, führte Bürgermeister Christian Praxl (CSU) ergänzend aus, der eine 30er-Beschilderung ablehnte: "Möglich, aber weder zwingend notwendig noch geboten".

pil/Oberbayerisches Volksblatt

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