Heftige Diskussion im Gemeinderat

Kein höheres Hochwasserrisiko durch Ausbau? Rohrdorf zweifelt an A8-Gutachten

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Land unter hieß es am 23. Oktober 2014 in Thansau.
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Rohrdorf - Ein Gutachten belegt, dass der A8-Ausbau für die Gemeinde kaum ein zusätzliches Hochwasserrisiko mit sich bringt. Der Arbeitskreis Hochwasserschutz wird nun Umfang und Aufgabenstellung für ein eigenes Gutachten in Rohrdorf prüfen.

Die Gemeinde Rohrdorf hat ein Problem - und zwar im Ortsteil Thansau. Derzeit wird ein großer Teil des Wasser von der Autobahn A8 in die Gräben des kleinen Ortes geleitet. Wenn die Trasse ausgebaut wird, kommen weitere  versiegelte Flächen hinzu und werden folglich zusätzliche Wassermassen befürchtet, die bei starkem Regen in die Gräben fließen.

In der Vergangenheit hat es deswegen bereits mehrfach Überflutungen in Thansau gegeben. Die Gemeinde Rohrdorf hat daher in den vergangenen Jahren etwa eine Million Euro im Bereich Hochwasserschutz investiert. So sind zum einen Gewässer und Rückhaltebecken ausgebaut worden. Zudem ist aber auch ein neues Grabensystem eingerichtet worden.

Der Umbau hat sich bei Starkregen bereits bewährt. Die Ortschaft scheint seit dem Umbau gut auf Hochwasser vorbereitet zu sein. Doch der A8-Ausbau bereitet nach wie vor Sorgen. Denn durch das Projekt darf das Hochwasserrisiko nicht wieder steigen.

Laut Gutachten kein signifikanter Anstieg bei Hochwasser

Darüber ist nun erneut im Gemeinderat diskutiert worden. Im Rahmen einer Sondersitzung zum Thema "Entwässerungsplanung für den Autobahnausbau" ist ein unabhängiges Gutachten der Autobahndirektion Südbayern gewesen, das vorgestellt worden ist.

Weitere Informationen

Knud Kramer, Ingenieur im Bereich Wasserbau bei der EDR GmbH, hat dieses Gutachten für die Rohrdorfer Ache und das Thansauer Grabensystem vorgestellt. Sein Fazit: Mit dem A8-Ausbau steige der Abfluss in der Rohrdorfer Ache bei einem sogenannten Jahrhunderthochwasser von derzeit 34,6 Kubikmeter pro Sekunde um 0,6 Kubikmeter - und damit lediglich um rund zwei Prozent, berichtet das Oberbayerische Volksblatt.

Auch andere durchgespielte Szenarien zeigen keine nennenswerten Veränderungen, was zum einen an der hohen Leistungsfähigkeit der bereits vorhandenen Schutzmaßnahmen zurückzuführen sei, zum anderen aber auch auf weitere geplanten Rückhaltebecken und Retentionsflächen - weshalb laut Knud Kramer sowie dem Wasserwirtschaftsamt und der Firma RMD Consult kein Anlass bestehe, dass die Autobahndirektion Südbayern bei der vorgelegten Entwässerungsplanung nachbessern müsse, heißt es in dem Bericht.

Heftige Kritik an Gutachten

Im weiteren Verlauf der Sitzung hat es heftige Kritik und eine etwa zweistündige Diskussion an dem Gutachten gegeben, die in einem einstimmigen Beschluss des Rohrdorfer Gemeinderates gegipfelt ist, ein eigenes Gutachten für die Prüfung der hydraulischen Untersuchungen der EDR GmbH erstellen zu lassen, da den Gemeinderäten zu viele Aspekte nicht oder nur unzureichend berücksichtigt worden sind, wie das Oberbayerische Volksblatt berichtet.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie unter ovb-heimatzeitungen.de.

ksl

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