"Hände weg von unserer Heimat"

Über 2.000 Menschen protestieren in Rohrdorf gegen Brenner-Nordzulauf 

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Ein klares Statement setzten über 2.000 Menschen in Rohrdorf.

Rohrdorf – Damit hatte die Bürgerinitiative „Brenner Nordzulauf“ nicht gerechnet: Über 2.000 Menschen waren zur Veranstaltung gekommen, um gegen die Pläne der Bahn zu protestieren, die quer durch die Region neue Trassen plant. Auf dem alten Sportplatz in Rohrdorf war einiges los, neben den vielen Besuchern waren nebst Transparenten rund 20 Landwirte mit ihren Traktoren gekommen, waren entsprechend Bühnen und Stände aufgebaut.

Im Mittelpunkt standen Reden der beiden Vorsitzenden Dr. Gerd Hartlieb und Dr. Josef Krapf, Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl, Magister Lothar Gamper aus Wien und Thomas Riedrich vom Verein „Brennerdialog Rosenheimer Land“. In seiner Rede ging Hartlieb auf die wesentlichen Kritikpunkte der Planung ein und widerlegte deren Argumente. 

Hartlieb sagte, die überzogene Darstellung der Bahn gehe am Bedarf vorbei, statt einer Neuplanung für zwei Gleise mitten durch die Landschaft sollte die Bahn ihre Zugzahlen deutlich nach unten korrigieren. Statt neuer Trassen sollte der Bestand modernisiert, der Lärmschutz forciert werden. Die Neubaupläne enthalten keinerlei Be- und Entladestationen, Containerlager und Umschlagplätze. Darauf angesprochen meint die Bahn, da sei Sache der Privatwirtschaft. 

Trasse weist keine Lösung auf

Ein wirtschaftlicher Anreiz, Güter auf die Schiene sie darin nicht enthalten. Das Geld regiert auch die Transportwelt. Zwei weitere Gleise brächten mangels Be- und Entladestationen für die Region keinerlei Vorteile. Es sei denn, sagte Hartlieb, man wolle auf die nächsten Stationen in Kundl, Österreich und München ausweichen. Die Trasse weise keinerlei Lösung oder Anbindung auf. Das Projekt sei angesichts unrealistischer Planung, fehlender Kostenanalyse- und Bedarfsermittlung reine Geldverschwendung. Es bestehe der Verdacht von Subventionsbetrug deutscher und europäischer Fördermittel im Raum. 

Kritik an Dobrint

Hart ging der Redner mit dem ehemaligen Verkehrsminister Alexander Dobrindt und dessen angekündigten Neustart eines Planungsdialogs ins Gericht. „Das ist gelogen“, sagte Hartlieb. Auch die versprochene Bürgerbeteiligung stehe nur auf dem Papier, sie sei in Wahrheit nur eine Alibiveranstaltung der Bahn zur Volksberuhigung und besserer eigener Positionierung, sagte Hartlieb. Im Anschluss an die Demo auf dem Sportplatz formierte sich, ausgestattet mit roten Karten eine lange Menschenkette, um ihren Protest gegen die Pläne der Bahn Ausdruck zu verleihen.

jre

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