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Gasthaus nach über 60 Jahren ganz still

Betagtes Wirtshaus-Ehepaar Kreidl: Verwaiste Tische, leere Bierkrüge in Höhenmoos

Maria und Karl Kreidl würden ihr Dorfwirtshaus in Höhenmoos zu gerne wieder öffnen und könnten das auch sofort – wenn sie denn dürften.
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Maria und Karl Kreidl würden ihr Dorfwirtshaus in Höhenmoos zu gerne wieder öffnen und könnten das auch sofort – wenn sie denn dürften.

Über 60 Jahre war für Maria und Karl Kreidl aus Höhenmoos ihr Dorf-Wirtshaus ein Haus des Lebens und der Begegnungen, nun ist es seit einem Jahr aufgrund des Corona-Virus ein Haus der Stille und Erinnerungen. Sie würden lieber heute als morgen aufsperren. Die Aussichten? Ungewiss.

Rohrdorf – Was der Corona-Lockdown für den 95-jährigen Karl und seine acht Jahre jüngere Frau Maria bedeutet, erklärten sie bei einem Rundgang durch ihr Gasthaus. Und immer wieder machten sie Halt und sagten: „Hoffentlich können wir bald wieder aufsperren und wieder Gäste begrüßen“.

Fünf Geschwister packten gemeinsam an

„Mein Vater starb schon mit 56 Jahren, wir waren fünf Geschwister und wir halfen alle zusammen. Gerade nach dem Krieg gab es viele Umbauten in Küche, im Saal und für Gästezimmer, damit hatten wir beste Voraussetzungen für eine lange und gute Geschäftszeit neben der Landwirtschaft“, so Karl Kreidl.

Ganze Sonderzüge voll bedient

Kreidl erinnert sich noch gut, als kurze Zeit ganze Sonderzüge, die in Achenmühle hielten, nach Höhenmoos kamen. „Das waren lustige Abende mit Musik und Trachtenverein, denn es waren überwiegend junge Damen zu Gast. Wir wechselten uns mit der damaligen Wirtschaft in Achenmühle ab, diese wurde auch von meiner Großmutter gebaut, dort sogar mit eigener Metzgerei“.

Hochzeitsfeiern mit Lebensmittelmarken

Mit diesen Erinnerungen kommen Maria und Karl Kreidl ins Schwelgen, denn in der Nachkriegszeit florierte das Höhenmooser Gasthaus. Da gab es Kaffee- und Faschingskranzl, Theateraufführungen sowie Ortsvereins-Veranstaltungen und einen regen Stammtisch in der neuen Gaststube im Parterre.

Ganz besonders gerne erzählt Maria Kreidl von den Hochzeiten: „Brautpaare kamen überaus viele zu uns. Nach dem Krieg war das gar nicht so einfach, denn in den ersten Jahren gab es noch die Lebensmittelmarken. Bei der ersten Hochzeit brachte der Bauer als Brautvater das Fleisch für die Hochzeitsgesellschaft noch selbst mit“.

Bohnenknödel am Aschermittwoch

Bald kam es zu regelmäßigen Veranstaltungen wie dem Preisschafkopfen oder dem Bohnenknödel-Suppen-Essen am Aschermittwoch. Diese Zusammenkünfte würden Maria und Karl Kreidl sofort wieder machen, wenn es wieder erlaubt ist.

„Es muss ja nicht mehr so arg zugehen wie in den Jahren und Zeiten als wir die Volksmusikalischen Fortbildungswochen und die Beherbergung von Goethe-Instituts-Gästen aus aller Welt hatten. In diesen Zeiten kam es schon vor, dass wir zwischen Küche, Saal und Stall nur ein paar Stunden Schlaf hatten“.

Lesen Sie auch: Karl und Maria Kreidl: So war das damals mit den Studenten vom Achenmühlener Goethe-Instituts (ovb-online Plus-Artikel)

Saaal und Gaststube blinken

Bei einem Rundgang durch das große Haus weisen die Wirtsleute auf viele Erinnerungsstücke hin. Und auf den aufgeräumten Saal, die Gaststube mit einer kleinen Schenke, die Gästezimmer, den Gang zum Bier- und Weinkeller. „Das Wirtshaus könnten wir sofort wieder öffnen, wir müssten bloß dürfen“, so Maria und Karl Kreidl.

Öffnungstermin ungewiss

Wann das soweit ist, das weiß auch Theresa Albrecht, die Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga nicht so recht. Bei der Sitzung des Kreisverbandes am Montag, 12. April, war auch die Geschäftsführung des Bezirksverbandes zugeschaltet und berichtete von einem Termin mit Ministerpräsident Söder.

Derzeit gebe es aufgrund des harten Kurses des Ministerpräsidenten keine Aussichten, so Theresa Albrecht, es gebe aber Hoffnung, dass zumindest die Außengastronomie zu Pfingsten öffnen könne. Sie ist entnervt von der Situation: „Wir werden im Regen stehen gelassen, bräuchten aber Aussichten, um für eine Öffnung zu planen – Schnelltests, Kontakte, Personal, Waren, was ist mit Gästen aus Regionen mit Inzidenzen über 100... Aber es kommt nichts.“

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