"Rosen-Heim" auf dem Schloßberg

Schloßberg/Stephanskirchen - Regelrecht aufgeblüht ist der Gemeinderat bei der Beratung über ein botanisches Projekt auf der Schloßbergkuppe: Dort soll ein Beet mit alten Rosenarten entstehen.

Ein neu gegründeter Verein, der sich symbolträchtig "Rosen-Heim" nennt, möchte auf der Schloßbergkuppe ein großes Beet mit alten Rosenarten anlegen und pflegen. Begeistert stimmten die Ratsmitglieder zu, was nicht allein am betörenden Duft der mitgebrachten Rosen lag, sondern auch am überzeugenden Konzept.

Ein sinnliches Vergnügen stellte die Beratung des "Rosen-Heims" auf dem Schloßberg dar: Die Ratsmitglieder genossen den Anblick der rosa, weißen und pink-farbigen Blüten, schnupperten ihren besonderen Duft und befühlten die zarten Blätter. Begeisterung löste die Initiative von Diplom-Biologin Dr. Dagmar Stamp, Vorsitzende des Vereins "Rosen-Heim", und Dr. Brigitte Wissing, ebenfalls Diplom-Biologin, jedoch auch aus, weil sie keine modernen Züchtungen ansiedeln, sondern alte, mittlerweile verdrängte Sorten. Im Unterschied zu den neuen bieten sie kleinere Blüten, die jedoch betörend gut duften, wie die Fraktionen und die Verwaltung feststellten.

Der Schloßberg eignet sich für eine "Veredelung" mit Rosen: Hier lag früher der Hofgarten des Schlosses Rosenheim, zu sehen noch auf einem alten Kupferstich und auf Plänen der Schlossökonomie aus dem Jahr 1800, die Heimatpfleger Karl Mair, CSU-Ratsmitglied, zeigte.

Auf der Kuppe war ein barocker, rechteckiger, mit Wegen erschlossener Nutz- und Ziergarten angelegt - einer der ältesten Parks der Region Rosenheim. Bis in die 60er- und 70er-Jahre hinein bestand er als verwilderte Nutzanlage des Brunnwartes der Saline weiter, berichtete Mair.

1980 hatte die Gemeinde das Grundstück erworben und hier eine kleine Grünanlage angelegt. Gegen eine kommerzielle Nutzung oder Bebauung hatte sich vorher eine Bürgerinitiative gewandt - eine der ersten in der Gemeinde. Bis heute gilt die Schloßbergkuppe bei der Bevölkerung als attraktiver Naherholungsort - und als beliebter Treffpunkt für Verliebte. Mit dem geplanten Rosengarten erhöht sich die Attraktivität weiter, zeigte sich der Gemeinderat überzeugt. Er freute sich darüber, dass der extra gegründete Verein die Beete selber anlegen, gestalten und pflegen will - ein bürgerschaftliches Engagement, das auf großes Lob stieß. Unterstützung erhofft sich der Verein nach Informationen von Dagmar Stamp durch Sponsoren, weitere Mitglieder sowie Rosenpaten. Das Aktiventeam setzt sich aus Biologen, Technikern, Historikern, Architekten und Gartengestaltern zusammen. Der Gemeinderat sicherte dem Verein die volle Unterstützung der Kommune zu und gab die Nutzungserlaubnis für das Grundstück. SPD-Fraktionsvorsitzende Margit Sievi sprach allen aus dem Herzen, als sie vom "schönsten Antrag" an den Gemeinderat sprach, den dieser jemals zu behandeln hatte.

duc/Oberbayerisches Volksblatt

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