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Verärgerung prasselt auf Landratsamt ein

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Ein Bild, das in Pfaffenhofen vorerst weiterhin zum Alltag gehört: Lkw in der Ortsdurchfahrt.

Rosenheim - Das Landratsamt hat den Antrag der Gemeinde Schechen abgelehnt, die Ortsdurchfahrt von Pfaffenhofen für Lkw zu sperren - zur Verärgerung der Bürgerinitiative.

Mehr als verärgert ist die Bürgerinitiative „B 15 - Raus aus Pfaffenhofen“ über ein Schreiben des Landratsamtes Rosenheim. Darin lehnt die Behörde die von der BI beantragte Sperrung der Ortsdurchfahrt von Pfaffenhofen für den Schwerlastverkehr ab. "Diese Ablehnung haben wir erwartet, aber die Begründung dafür regt uns maßlos auf", sagt BI-Sprecher Lothar Thaler.

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In dem Schreiben sei mit keinem Wort der langersehnte Baubeginn der Westtangente im Norden, der die Pfaffenhofener von Verkehr entlasten würde, erwähnt worden. Lärm- und abgasgeplagte Anlieger der B 15 in Pfaffenhofen hatten bereits im Februar dieses Jahres das Durchfahrtsverbot für Nutzfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als zwölf Tonnen durch Pfaffenhofen beantragt. Wie berichtet, stimmte der Schechener Gemeinderat diesem Antrag zu. Bürgermeister Hans Holzmeier ließ dem Landratsamt (LRA) Rosenheim noch im Februar den Bürgerwunsch zusammen mit einem unabhängig erstellten Lärmgutachten zukommen.

Jetzt liegt nach Anhörung der Polizei und des Staatlichen Bauamtes Rosenheim die Stellungnahme des Landratsamtes vor. Darin lehnt die Behörde die Sperrung von Pfaffenhofen für den Schwerlastverkehr ganz klar ab. "Aber wir werden noch diese Woche Gespräche mit unserem Rechtsanwalt führen, um nach Einspruchsmöglichkeiten zu suchen", kündigte Thaler gegenüber dem OVB an. Im Schreiben der Behörde heißt es wörtlich: "Die B 15 ist eine verkehrswichtige Nord-Süd-Verbindung von der A 8 ab Ausfahrt Rosenheim im Süden bis Mitterteich im Norden. Entlang dieser B 15 verläuft in gleicher Verlaufsrichtung keine Bundesautobahn oder eine andere Bundesstraße."

Wie Pressesprecher Michael Fischer vom Landratsamt erläuterte, gebe es keine vernünftigen Umfahrungsmöglichkeiten für diesen Bereich. So biete sich bei der beantragten Sperrung als kürzeste Umleitungsstrecke nur die Staatsstraße 2080 über Deutelhausen und Marienberg zur B 15 an. Diese Umfahrungsstrecke weise enge und unübersichtliche Kurven, Gefäll- und Steigungsstrecken auf. Im Bereich der Ortsdurchfahrt Deutelhausen seien keine, in Marienberg nur teilweise Gehwege zum Schutz der Fußgänger vorhanden. Die nächstgelegene Umfahrung östlich des Inns über Stephanskirchen, Vogtareuth und Griesstätt sei in weiten Teilen nicht ausgebaut. Auf dieser Route müssten die Laster enge Radien, eine Fahrbahnbreite von stellenweise unter sechs Metern und eine ungünstige Ortsdurchfahrt in Vogtareuth mit Steigungen und Gefälle passieren. Außerdem werde durch diese Streckenwahl eine Vielzahl von kleineren Orten durchfahren. "Im Ergebnis würde sich bei einer Lkw-Sperrung der Durchfahrtsstrecke in Pfaffenhofen die Gesamtsituation verschlechtern, da im Zuge der Umleitungsstrecken die Sicherheit und Leichtigkeit des Straßenverkehrs beeinträchtigt wird und durch die Verkehrsverlagerung der Lkw neue Lärmbelastungen von Anliegern anderer Straßen bewirkt werden", fasst Fischer das Ergebnis der Prüfungen zusammen.

Er legt jedoch Wert auf die Feststellung, dass sich Landrat Josef Neiderhell in der Vergangenheit "immer wieder und in unterschiedlicher Weise für die Verwirklichung der Westtangente Rosenheim eingesetzt" und auch an von der BI initiierten Demos teilgenommen habe. Denn ohne Zweifel sei die Belastung für die Pfaffenhofener sehr hoch.

Mit der ablehnenden Haltung des Landratsamtes will sich die BI dennoch nicht zufrieden geben, was Thaler konkretisiert: "Uns fehlt in dem Schreiben der Hinweis auf den geplanten Baubeginn der Westtangente im Norden, worauf die Pfaffenhofener zur Verkehrsentlastung schon ewig warten." Einerseits werde keine Ausweichstrecke gebaut, und andererseits werde die Begründung vorgebracht, es gäbe keine Ausweichstrecke. Nach Ansicht des BI-Sprechers "beißt sich mit dieser Argumentation doch die Katze in den Schwanz".

Die BI fordert, dass noch vor den Kommunalwahlen das genaue Datum für den Baubeginn der Westtangente im Norden und die Zusage, die notwendigen finanziellen Mittel hierfür bereitzustellen, vorliegt: "Sonst werden wir gewaltig auf den Putz hauen und die Politiker daran erinnern, dass es hier um Wählerstimmen geht."

Bürgermeister Hans Holzmeier überraschte der Ablehnungsbescheid nicht. Wie er auf Anfrage mitteilte, sei die Stellungnahme in dieser Form zu erwarten gewesen. Der Rathaus-Chef zeigte Verständnis dafür, dass das Landratsamt keine Angaben zum Bau und der eventuellen Fertigstellung der Westtangente machen kann. Dazu Holzmeier: "Schließlich hängt der Baufortschritt ganz entscheidend von den zukünftig zur Verfügung gestellten Finanzmitteln ab."

Daniela Lindl (Oberbayerisches Volksblatt)

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