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Nach Kritik aus der Region Rosenheim

Brenner-Nordzulauf: Stresstest für geplante Trasse - das ist das Ergebnis der Bahn

Abschnittsleiter Dieter Müller und Projektleiter Matthias Neumaier stellen Stresstest für Trasse Limone vor
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Abschnittsleiter Dieter Müller und Projektleiter Matthias Neumaier stellen Stresstest für Trasse Limone vor

Es gab Widerstand in der Bevölkerung gegen die Auswahlstrecke „Limone“ zwischen Grafing und Ostermünchen. In der Folge erstellte die Bahn einen Stresstest. Die Ergebnisse wurden nun bekannt gegeben und sind seitens der Bahn eindeutig.

Rosenheim - Es ist eines der größten europäischen Bauvorhaben. Die Verbindung von Skandinavien bis zum Mittelmeer. Das Nadelöhr des Projekts, der Brenner-Nordzulauf, beschäftigt die Menschen und die Politik in der Region seit Jahren. Nach langem hin und her zwischen allen Beteiligten hat sich die Bahn mittlerweile auf eine Trassenführung festgelegt. In der Hoffnung, damit den besten Kompromiss für Mensch, Natur und Wirtschaftlichkeit gefunden zu haben. 

Im vergangenen Jahr wurde die Trassenführung von Rosenheim bis zur Grenze bei Kiefersfelden bekannt gegeben. Im Juli diesen Jahres folgte der Abschnitt von Grafing bis Ostermünchen. Wie bei den anderen Abschnitten auch, kam es bereits im Vorfeld zu viel Kritik und mehreren Demonstrationen um den geplanten Trassenverlauf. Um dieser Kritik zu begegnen, hat die Bahn einen Stresstest der Strecke durchgeführt. Diese Ergebnisse wurden nun veröffentlicht.

Das Fazit: Die Bahn hält an der geplanten Trasse “Limone” als geeignetste Trasse fest. Für die Bahn gebe es keine Wunschtrasse, sagt DB-Gesamt-Projektleiter Matthias Neumaier gleich zu Beginn der Pressekonferenz. Es sei immer darum gegangen, die verträglichste Streckenführung zu finden. “Die letzten drei Monate gaben uns die Chance, den ganzen Themenbereich noch einmal zu überprüfen, warum die Trasse Limone die beste für die Region ist.”

Kritik in der Bevölkerung ist groß

Besonders in der Gemeinde Aßling war die gewählte Trasse auf große Kritik gestoßen. Um dieser Kritik zu begegnen, folgte nun der Stresstest. Ein großer Fokus lag dabei auf der Prüfung wegen Lärm und Erschütterungen. Dabei wurde sowohl die Neubau- als auch die Bestandsstrecke durch einen externen Gutachter bewertet. 

Derzeit fahren auf der Bestandsstrecke jeden Tag 146 Güterzüge. 54 davon in den Nachtstunden. Ein großer Teil davon würde sich laut dem Ergebnis der Bahn auf die Neubaustrecken verlagern, sodass nur noch 28 Güterzüge täglich über die jetzige Trasse fahren würden. Nur noch 10 davon nachts.” In der Folge würden die Menschen an der Bestandsstrecke in Sachen Lärm stark entlastet werden”, sagt Dieter Müller, der Projektabschnittsleiter. Auch, da die neue Trassenführung abseits der Siedlungen verlaufen soll. Außerdem könne im Anschluss der Nahverkehr auf der Bestandstrecke verdichtet werden. “Die Trasse Limone hat sich eindeutig als beste bestätigt”, sagt Müller weiter. “In elf von 14 Kriterien erhielt Limone die höchste Punktzahl”, ergänzt Neumaier.

Wie geht es nun weiter?

Nun geht es in die Phase der Vorplanungen. Die sollen in den kommenden beiden Jahren abgeschlossen werden, damit der Bundestag 2025 über das Gesamtprojekt abstimmen kann. In den 2030er Jahren soll dann mit dem Bau begonnen werden. Mit der Trasse Limone habe man einen groben Verlauf, es gäbe noch eine Menge zu optimieren, sagt Matthias Neumaier. Potential dazu wäre laut Neumaier jedenfalls vorhanden.

Es gibt aber noch immer Kritik an der Auswahltrasse. Erst am Mittwoch hatte die CSU-Landtagsfraktion einen Dringlichkeitsantrag zum Brenner-Nordzulauf im Landtag gestellt. Darin wird die bayerische Staatsregierung aufgefordert, sich im Bund weiter für die Interessen der Region Rosenheim einzusetzen. “Wir treten mit unseren Nachbarlandkreisen geschlossen für einen verträglichen Ausbau des Brenner-Nordzulauf auf“, sagt Klaus Stöttner, Landtagsabgeordneter aus Rosenheim. Neben unterirdischen Trassenlösungen für die Region Rosenheim fordert die CSU-Fraktion außerdem die Prüfung der bestandsnahen Trasse Türkis im Streckenabschnitt zwischen Grafing und Ostermünchen, eine frühere Alternative zu Limone. 

Noch viel zu planen

Die Vorplanungen, die nun auf der Trasse Limone ihren Anfang nehmen, sind im weiteren Streckenverlauf in Richtung Grenze schon in vollem Gange. Für Limone hilft das nur bedingt. Jeder Abschnitt bringe eigene Herausforderungen, es gäbe keine Blaupausen, erklärt Neumaier. 

Die Kosten für den Abschnitt von Grafing nach Ostermünchen schätzt die Bahn laut Dieter Müller auf 1,48 Milliarden Euro. Der Betrag schließe Risikozuschläge ein. Auch der Zeitplan steht bereits. 2040 soll die Strecke in Betrieb genommen werden. Mögliche Verzögerungen wegen Klagen sind ebenfalls mit eingeplant.

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