COVID-19-Wochenbericht

So ist die Corona-Lage in Stadt und Landkreis Rosenheim

Der Corona-Wochenbericht gibt Auskunft über die Entwicklungen der Fallzahlen und das Infektionsgeschehen in Stadt und Landkreis Rosenheim
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Der Corona-Wochenbericht gibt Auskunft über die Entwicklungen der Fallzahlen und das Infektionsgeschehen in Stadt und Landkreis Rosenheim

Landkreis Rosenheim - Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln.

Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 27. Dezember 24 Uhr. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

Aktuelle Lage:

Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass sich das Infektionsgeschehen in der Stadt Rosenheim auf hohem Niveau um den Wert der 7-Tage-Inzidenz von 200 Fällen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen eingependelt hat. Im Landkreis Rosenheim wurde der Wert von 200 seit dem 24. Dezember unterschritten und zeigte in der letzten Woche eine fallende Tendenz. In der Stadt lag der Wert am 27. Dezember bei 210,9 und im Landkreis bei 163,8.

In der letzten Woche wurden dem Gesundheitsamt Rosenheim täglich zwischen 30 und 140 neue Fälle gemeldet (höchster Wert am 23. Dezember mit 141 Neumeldungen). Die Zahl der seit dem letzten Wochenbericht gemeldeten Fälle liegt bei 562 (Vorwoche: 656) und ist somit um 94 niedriger als in der Vorwoche.

„Somit ist bislang in der Stadt Rosenheim keine richtungsweisende Veränderung bei den Fallzahlen zu erkennen, im Landkreis deutet sich ein leichter Rückgang an. Um von einem belastbaren Trend aufgrund der strengen Infektionsschutzmaßnahmen der Bayerischen Staatsregierung sprechen zu können, ist es jedoch noch zu früh. Da die maximale Inkubationszeit der Infektion bei 14 Tagen liegt, sind Auswirkungen auf das regionale Infektionsgeschehen erst nach dem Jahreswechsel zu erwarten“, berichtet Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim. Infektionsübertragungen ereignen sich weiterhin überwiegend im privaten Umfeld. Eine besondere Bedeutung haben auch Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen. Es kommt auch vereinzelt zu Superspreading-Ereignissen zum Beispiel durch private Feiern.

Weiterhin fällt es schwer, die Quelle einer Ansteckung zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen. Trotz der hohen täglich gemeldeten Fallzahlen kann das Gesundheitsamt Rosenheim durch enorme Kraftanstrengung die Fälle weiterhin tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anordnen. Auch die engen Kontaktpersonen können zeitnah kontaktiert und ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet werden. Das Personal des Gesundheitsamtes wurde in der Vergangenheit deutlich aufgestockt und wird auch durch Soldaten der Bundeswehr und Polizeibeamte unterstützt, um die Infektionsschutzmaßnahmen leisten zu können.

„Trotz der ergriffenen Infektionsschutzmaßnahmen hat sich das Infektionsgeschehen in der Region bislang auf einem hohen Niveau eingependelt und konnte bislang noch nicht deutlich abgebremst werden. Aktuell werden täglich noch bis zu 140 Personen in Stadt und Landkreis positiv gemeldet. Das sind viel zu viele Fälle, um das Infektionsgeschehen wirkungsvoll eindämmen zu können. Seit Mitte Oktober haben wir auch wieder täglich zwischen null und sieben Todesfälle an und mit einer COVID-Infektion zu beklagen. Allein seit dem letzten Wochenbericht sind weitere 30 Bürgerinnen und Bürger, die vornehmlich in stationären Pflegeeinrichtungen betreut wurden, 28. Dezember verstorben. Nach wie vor sehe ich die Situation in der Region Rosenheim sehr kritisch.

Insbesondere die Zahl der Ausbrüche in den medizinischen Einrichtungen wie Kliniken und Heimen bereitet uns Sorgen“, mahnt Hierl. „Es zeigt sich mittlerweile, dass durch das Ausbruchsgeschehen zunehmend betagte Personen sowie Patienten oder Bewohner mit Grunderkrankungen und geschwächtem Immunsystem erkranken mit der Folge schwerer Krankheitsverläufe und von Todesfällen. Trotz eines leichten Rückgangs seit dem letzten Wochenbericht bereiten uns auch die Behandlungszahlen von COVID-19-Patienten in den Kliniken der Region Sorgen, insbesondere auf Intensivstationen. Das Gesundheitsamt stemmt sich mit allen Unterstützungskräften weiterhin mit aller Macht gegen diese zweite Welle und versucht, mit deutlich aufgestocktem Personals ein Wiederansteigen der unkontrollierten Ausbreitung in der Region zu verhindern. Wir hoffen, dass die von der Bayerischen Staatsregierung beschlossenen strengen Beschränkungsmaßnahmen eine deutlichere Wirkung entfalten werden. Wir müssen zwingend eine Überlastung der Krankenhäuser in unserer Region vermeiden. Das gelingt aber nur, wenn sich alle Bürgerinnen und Bürger streng an die Hygieneregeln halten!

Alterstruktur der Todesfälle im Landkreis Rosenheim

„Viele Bürgerinnen und Bürger waren in den vergangenen Wochen zu nachlässig, was Abstands- und Hygieneregeln anbelangt. Vielfach macht sich Unmut und Unverständnis breit. Es liegt aber ausschließlich in unserer Hand, wie das Infektionsgeschehen weiter verläuft! Grundsätzlich lassen sich auch jetzt noch Infektionsübertragungen durch einfache Mittel verhindern: Ich appelliere daher eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, sich auch beim kommenden Jahreswechsel verantwortungsvoll an die AHA+L-Regeln* zu halten zum Schutz unserer Gesundheit. Auch Silvester muss dieses Jahr ein Fest im engsten Familienkreis bleiben“, so Hierl.

Alterstruktur der Todesfälle im Landkreis Rosenheim seit November

*AHA+L-Regeln sind: Abstandsgebot von mindestens 1,50 Metern, Hygienemaßnahmen mit Husten- und Niesregeln sowie regelmäßiges Händewaschen und die Verwendung von Alltagsmasken, regelmäßiges und ausreichendes Lüften.

Fallzahlenentwicklung:

Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 10. Dezember 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 562 neue Fälle (Vorwoche 656) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 10.590 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 8.327, Stadt: 2.263). Mittlerweile wurde bei mindestens 7.545 Personen (Vorwoche 7.055) eine Genesung dokumentiert. 342 Personen (Vorwoche 312) sind bis zu diesem Zeitpunkt an und mit der Erkrankung gestorben (Landkreis: 309, Stadt: 33). Von den Verstorbenen waren 9 (Vorwoche 9) Personen unter 60 Jahren. 232 (Vorwoche 210) Verstorbene waren über oder gleich 80 Jahre alt. Dem Gesundheitsamt wurden 30 Personen (Vorwoche 24) gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben sind. Hiervon waren 21 Personen über oder gleich 80 Jahren und neun Personen zwischen 60 und 80 Jahren. 22 dieser Verstorbenen waren in einem Heim betreut worden.

Gemeldete Verstorbene pro Tag in Stadt und Landkreis Rosenheim

123 (Vorwoche 143) COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 16 Patienten (Vorwoche 20) auf einer Intensivstation. Die 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 28. Dezember (0 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 210,85, für den Landkreis Rosenheim bei 163,78.

7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner in Stadt und Landkreis Rosenheim

Verteilung der Gesamtzahl der Fälle und der Genesenen auf die Gemeinde:

Bei der berichteten Verteilung der Fälle auf die Gemeinden kann es durch festgestellte Ausbrüche etwa in Pflegeeinrichtung zu einer deutlich höheren Fallzahl kommen als in umliegenden Gemeinden. Im Rahmen von Reihenuntersuchungen werden hier Fälle entdeckt, die in anderen Gebieten nicht entdeckt wurden, sodass die Fallzahlen kein Abbild der Erkrankungen in der Bevölkerung darstellen. Hierbei werden auch Personen positiv getestet, die einen Verlauf ohne Symptome zeigen. Zusätzlich kann das Testverhalten zu regionalen Unterschieden führen. Deshalb kann man im Moment keine Rückschlüsse auf eine höhere oder niedrigere Gefahr in den unterschiedlichen Gemeinden ziehen. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

GemeindeFälleGenesene
Albaching6956
Amerang7755
Aschau im Chiemgau195148
Babensham10164
Bad Aibling677492
Bad Endorf274153
Bad Feilnbach352268
Bernau am Chiemsee218182
Brannenburg172116
Breitbrunn am Chiemsee4735
Bruckmühl381277
Chiemsee2*
Edling172126
Eggstätt12485
Eiselfing7753
Feldkirchen-Westerham237151
Flintsbach am Inn11869
Frasdorf6552
Griesstätt8262
Großkraolinenfeld189142
Gstadt am Chiemsee6615
Halfing8962
Höslwang5730
Kiefersfelden325202
Kolbermoor609465
Neubeuern8466
Nußdorf am Inn12798
Oberaudorf201140
Pfaffing11568
Prien am Chiemsee292205
Prutting9063
Ramerberg3730
Raubling338250
Riedering226165
Rimsting7361
Rohrdorf am Inn209152
Rosenheim22631666
Rott am Inn8456
Samerberg12682
Schechen215163
Schonstett3321
Söchtenau12093
Soyen13674
Stephanskirchen279211
Tuntenhausen169125
Vogtareuth6643
Wasserburg480322

Pressemitteilung des Landratsamtes Rosenheim

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