COVID-19-Wochenbericht

So ist die Corona-Lage in Rosenheim und dem Landkreis

Corona Test von Autofahrer Symbolbild
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Coronavirus (Symbolbild).

Rosenheim - Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln. Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 10. Dezember 24 Uhr. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

Aktuelle Lage:

Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass sich das Infektionsgeschehen in Stadt und Landkreis auf hohem Niveau um den Wert der 7-Tage-Inzidenz von 200 Fällen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen eingependelt hat. In der Stadt lag der Wert am 10. Dezember bei 210,9 und im Landkreis bei 213,9. Aktuell werden dem Gesundheitsamt Rosenheim täglich zwischen 150 und 170 neue Fälle gemeldet. Die Zahl der seit dem letzten Wochenbericht gemeldeten Fälle liegt bei 693 und ist somit um 91 höher als in der Vorwoche.

Somit konnten die Beschränkungsmaßnahmen der Staatsregierung mit dem Teil-Lockdown in der Region Rosenheim das Infektionsgeschehen nicht wie erhofft auf ein niedriges Niveau abbremsen. Seit dem 9. Dezember ist die 10. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung in Kraft getreten, in der die Maßnahmen weiter verschärft wurden. Für Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz über 200 gelten nunmehr strengere Regelungen. Infektionsübertragungen ereignen sich überwiegend im privaten Umfeld.

Fälle und Folgefälle ereignen sich auch in Schulen. Eine besondere Bedeutung haben auch Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen sowie Asylbewerberunterkünften. Es kommt aber auch vereinzelt zu Superspreading-Ereignissen zum Beispiel durch private Feiern.

Zunehmend fällt es schwerer, die Quelle einer Ansteckung zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen. Trotz der hohen täglich gemeldeten Fallzahlen kann das Gesundheitsamt Rosenheim durch enorme Kraftanstrengung die Fälle weiterhin tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anordnen. Auch die engen Kontaktpersonen können zeitnah kontaktiert und ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet werden. Dies ist insbesondere dem großen Einsatz der Unterstützungskräfte der Bundeswehr zu verdanken. Das Personal des Gesundheitsamtes wurde in der Vergangenheit deutlich aufgestockt und wird auch durch Soldaten der Bundeswehr und Polizeibeamte unterstützt, um die Infektionsschutzmaßnahmen leisten zu können.

„Trotz der ergriffenen Infektionsschutzmaßnahmen hat sich das Infektionsgeschehen in der Region bislang auf einem hohen Niveau über einer 7-Tage-Inzidenz von 200 eingependelt und konnte somit nicht wie erhofft deutlich abgebremst werden. Aktuell werden täglich über 150 Personen in Stadt und Landkreis positiv gemeldet. Das sind viel zu viele Fälle, um das Infektionsgeschehen wirkungsvoll eindämmen zu können. Seit Mitte Oktober haben wir auch wieder täglich zwischen null und vier Todesfälle an und mit einer COVID-Infektion zu beklagen. Nach wie vor sehe ich die Situation in der Region Rosenheim sehr kritisch. Insbesondere die Zahl der Ausbrüche in den medizinischen Einrichtungen wie Kliniken und Heimen bereitet uns Sorgen“, mahnt Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim. „Es gibt erste Anzeichen dafür, dass durch das Ausbruchsgeschehen zunehmend betagte Personen sowie Patienten oder Bewohner 11. Dezember mit Grunderkrankungen und geschwächtem Immunsystem erkranken mit der Folge schwerer Krankheitsverläufe und von Todesfällen. Sorgen bereiten uns auch die gestiegenen Behandlungszahlen von COVID-19-Patienten in den Kliniken der Region. Das Gesundheitsamt stemmt sich mit allen Unterstützungskräften weiterhin mit aller Macht gegen diese zweite Welle und versucht, mit deutlich aufgestocktem Personals ein Wiederaufflammen der unkontrollierten Ausbreitung in der Region zu verhindern. Wir hoffen, dass die von der Bayerischen Staatsregierung beschlossenen weiteren Beschränkungsmaßnahmen eine deutlichere Wirkung entfalten werden. Wir müssen zwingend eine Überlastung der Krankenhäuser in unserer Region vermeiden. Das gelingt aber nur, wenn sich alle Bürgerinnen und Bürger streng an die Hygieneregeln halten!

Grundsätzlich lassen sich auch jetzt noch Infektionsübertragungen im privaten Umfeld durch einfache Mittel verhindern: Ich appelliere daher eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, sich auch bei den kommenden Fest- und Feiertagen verantwortungsvoll an die AHA+L-Regeln* zu halten zum Schutz unserer Gesundheit. Weihnachten und Silvester müssen dieses Jahr Feste im engsten Familienkreis bleiben, besinnliche Feste im wahrsten Sinne des Wortes“, so Hierl.

*AHA+L-Regeln sind: Abstandsgebot von mindestens 1,50 Metern, Hygienemaßnahmen mit Husten- und Niesregeln sowie regelmäßiges Händewaschen und die Verwendung von Alltagsmasken, regelmäßiges und ausreichendes Lüften.

Fallzahlenentwicklung:

Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 3. Dezember 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 693 neue Fälle (Vorwoche 602) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 9.150 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 7.183, Stadt: 1.967). Mittlerweile wurde bei mindestens 6.572 Personen (Vorwoche 5.996) eine Genesung dokumentiert. 283 Personen (Vorwoche 269) sind bis zu diesem Zeitpunkt an und mit der Erkrankung gestorben (Landkreis: 257, Stadt: 26). Von den Verstorbenen waren 9 (Vorwoche 9) Personen unter 60 Jahren. 189 (Vorwoche 177) Verstorbene waren über 80 Jahre alt. Dem Gesundheitsamt wurden 10 Personen gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben sind. Hiervon waren neun Personen über und eine Person unter 80 Jahren. Acht dieser Verstorbenen waren in einem Heim betreut worden.

101 (Vorwoche 75) COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich zehn Patienten (Vorwoche 11) auf einer Intensivstation.

Die 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten sieben Tage) liegt mit Stand 11. Dezember (0:00 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 210,85, für den Landkreis Rosenheim bei 213,91.

Verteilung der Gesamtzahl der Fälle und der Genesenen auf die Gemeinde:

Bei der berichteten Verteilung der Fälle auf die Gemeinden kann es durch festgestellte Ausbrüche z.B. in Pflegeeinrichtung zu einer deutlich höheren Fallzahl kommen als in umliegenden Gemeinden. Im Rahmen von Reihenuntersuchungen werden hier Fälle entdeckt, die in anderen Gebieten nicht entdeckt wurden, so dass die Fallzahlen kein Abbild der Erkrankungen in der Bevölkerung darstellen. Hierbei werden auch Personen positiv getestet, die einen Verlauf ohne Symptome zeigen. Zusätzlich kann das Testverhalten zu regionalen Unterschieden führen.

Deshalb kann man im Moment keine Rückschlüsse auf eine höhere oder niedrigere Gefahr in den unterschiedlichen Gemeinden ziehen. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

* Bei einer Fallzahl kleiner 5 erfolgt aus Datenschutzgründen keine Auswertung der Genesenen.

Weitere Berichte zur Situation in Bayern und Deutschland finden Sie auf den Seiten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und des Robert Koch-Instituts:

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/coronavirus/karte_coronavirus/index.htm

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html

GemeindeFälleGenesene
Albaching6149
Amerang5747
Aschau im Chiemgau183140
Babensham8154
Bad Aibling589412
Bad Endorf181137
Bad Feilnbach321258
Bernau am Chiemsee211164
Brannenburg149100
Breitbrunn am Chiemsee4134
Bruckmühl324225
Chiemsee2*
Edling140105
Eggstätt12083
Eiselfing5546
Feldkirchen-Westerham205134
Flintsbach am Inn10257
Frasdorf5143
Griesstätt7256
Großkarolinenfeld169121
Gstadt am Chiemsee6211
Halfing7455
Höslwang4330
Kiefersfelden277182
Kolbermoor545394
Neubeuern7660
Nußdorf am Inn11894
Oberaudorf187128
Pfaffing7856
Prien am Chiemsee247186
Prutting8146
Ramerberg3323
Raubling310223
Riedering206152
Rimsting6555
Rohrdorf am Inn198135
Rosenheim19671439
Rott am Inn6348
Samerberg12477
Schechen198142
Schonstett2811
Söchtenau11184
Soyen10860
Stephanskirchen241188
Tuntenhausen140102
Vogtareuth5138
Wasserburg am Inn357264

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

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