Fazit nach Reihenuntersuchung wegen Mangfalldamm-Vergewaltigung

Knapp 400 Männer geben ihre DNS-Probe in Rosenheim ab

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Mit solchen Stäbchen sind am Wochenende Speichelproben der Männer genommen worden.

Rosenheim - Zufrieden sind die Beamten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mit der Resonanz auf die umfangreiche Aktion. Da sich bereits im Vorfeld Männer gemeldet hatten, liegen nun rund 550 Proben vor. Jene, die fehlen, werden noch hinterfragt.

Knapp 400 Männer sind am Wochenende ins Rosenheimer Bildungszentrum gekommen, um ihre DNS abzugeben. Darüber informiert Sprecher Jürgen Thalmeier vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd auf Nachfrage von rosenheim24.de. Somit liegen den Beamten der Ermittlungsgruppe "Mangfalldamm" nun rund 550 DNS-Proben vor, die in den nächsten Wochen ausgewertet werden.

Die umfangreiche DNS-Reihenuntersuchung ist anberaumt worden, um einen Mann zu finden, der in der Nacht auf den 23. Juli eine junge Frau nahe der Mangfall vergewaltigt hat. Auch weitere Zeugen sollten auf diese Weise gefunden werden, die etwas zu dem Vorfall sagen können. Insgesamt sind 800 Männer angeschrieben worden, deren Spuren nahe dem Tatort gefunden wurden. Im Rahmen der Ermittlungen ist auch die Mangfall abgetaucht worden. Ebenso hat die Polizei ein Video veröffentlicht, das einen wichtigen Zeugen zeigen könnte.

So läuft die große DNS-Untersuchung in Rosenheim ab

Sprecher Jürgen Thalmeier vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd zeigt einen der Umschläge, in denen die DNS-Untersuchungssets eingepackt sind. © ksl
In dem Umschlag befinden sich Handschuhe, zwei Stäbchen für die Proben, zwei Behälter, in denen die DNS fixiert wird, und eine Nummer, welche die einzelnen Proben zuordbar macht. © ksl
Zunächst werden die Stäbchen ausgepackt. © ksl
An den beiden Stäbchen befinden sich kleine Bürstchen, mit deren Hilfe die DNS aus dem Speichel aufgenommen wird. © ksl
Die DNS-Proben werden über den Speichel an der Wangeninnenseite genommen. Diese Prozedur wird auf jeder Seite wiederholt, um eine A- und eine B-Probe zu haben. © ksl
Danach wird das Stäbchen in ein kleineres Gefäß mit einer fixierenden Flüssigkeit getunkt. Dort wird die DNS konserviert. © ksl
Diese beiden Gefäße mit der Flüssigkeit werden anschließend verschlossen und stellen nun die eigentliche DNS-Probe dar. © ksl
Anschließend wird alles in der Tüte mit der zugeordneten Nummer verstaut. © ksl
Zu guter Letzt kommt die Probentüte wieder in den Briefumschlag, der später zum Landeskriminalamt geschickt wird. © ksl
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Die Probe wird hinter einer Trennwand genommen, um die Privatsphäre der Männer zu gewährleisten. © ksl
Am Eingang steht ein großer Fernseher, der nochmals über den Fall informiert. © ksl
Auf dem Fernseher wird auch ein Video abgespielt, auf dem ein Mann zusehen ist, von dem die Polizei sich weitere Hinweise zu dem Fall erhofft. © ksl
Der Mann ist in der Tatnacht an der Münchener Straße in der Rosenheimer Innenstadt beobachtet worden. © ksl
Hinweisschilder führen zu den einzelnen Stationen. Zweimal wird die Identität der Männer geprüft, die eingeladen sind. So soll gewährleistet werden, dass die Proben korrekt zugeordnet werden. © ksl
Am Freitag sind bereits die einzelnen Stationen eingerichtet worden. An jeder Station sitzen am Wochenende sechs Beamte, welche die einzelnen Schritte mit den Männern durchgehen. © ksl

Einige dieser angeschriebenen Männer hatten sich bereits im Vorfeld gemeldet, da sie am vergangenen Wochenende keine Zeit hatten. Einige haben ihre DNS bereits bei einem individuellen Termin abgegeben. Andere werden dies noch tun. Jene Männer, die nicht aufgetaucht sind, werden nun nochmals kontaktiert, um ihr Fernbleiben zu erklären.

Mit dem Ergebnis sind die Beamten überaus zufrieden, erklärt Jürgen Thalmeier. Knapp siebzig Prozent der angeschriebenen Männer haben sich gemeldet. Dies sei ein sehr gutes Ergebnis für eine derartige Reihenuntersuchung. Nun werden die Proben vom Bayerischen Landeskriminalamt ausgewertet. Mit einem Ergebnis ist innerhalb der nächsten zwei Monate zu rechnen.

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