„Für Menschen und Organisationen in Not“

Maker vs. Virus: 3D-Hobbydrucker im Kampf gegen das Coronavirus

„​Die Initiative möchte flexibel und schlagkräftig auf kommende Herausforderungen reagieren, bis kommerzielle Anbieter den Bedarf an größeren Mengen decken können", so Gründer Dominik Hense.
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„​Die Initiative möchte flexibel und schlagkräftig auf kommende Herausforderungen reagieren, bis kommerzielle Anbieter den Bedarf an größeren Mengen decken können", so Gründer Dominik Hense.

Rosenheim/Mühldorf – Bereits über 3.800 Mitgliedern helfen in der Gemeinschaft „Maker vs. Virus“ im Kampf gegen das Coronavirus. Sie produzieren Gesichtsschilder für verschiedene Einrichtungen mit ihren privaten 3D-Druckern – so auch im Raum Mühldorf-Rosenheim.

„Ich möchte Sie auf eine Gemeinschaft aufmerksam machen, die sich innerhalb kürzester Zeit in der Corona-Krise zusammengefunden hat und bereits über 3.800 Mitglieder zählt. Dabei handelt es sich um eine Gemeinschaft von Besitzern meist privater 3D-Drucker. Diese Gemeinschaft nennt sich Maker vs. Virus und produziert hauptsächlich Gesichtsschilder, die in verschiedenen Einrichtungen benötigt werden“, so einer unserer Leser.

„Wir bringen Menschen/Organisationen zusammen, die dringend Ausrüstung oder Ersatzteile brauchen, und Maker und Makerspaces, die diese produzieren können“, so die Herangehensweise der Gemeinschaft. Die produzierten Gesichtsschilder werden dabei kostenlos bzw. zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt. Die Initiative schätzt ihre mögliche Produktionskapazität auf 8.00 0 Gesichtsschilder deutschlandweit pro Tag.

Bedarf im medizinischen Bereich: mindestens 100.000 Gesichtsschilder

Nützliche Links zu Corona:

Maker (Anm. d. Red: engl. für „Schöpfer“ oder „Hersteller“) können in diesem Fall Personen sein, die 3D-Drucke fertigen, einen Lasercutter zur Verfügung haben (oder Schutzfolie manuell schneiden), bei der Logistik oder bei der Planung/Organisation unterstützen. Jeder der mithelfen will, kann sich auf der Webseite registrieren.

Momentan fertigen die Maker bevorzugt Gesichtsschirme, die für medizinisches Personal dringend benötigt werden. Bestellungen von Kliniken, Hilfsverbänden und Arztpraxen laufen täglich auf, der Bedarf allein im medizinischen Bereich wird anhand bisheriger Zahlen auf mindestens 100.000 Faceshields geschätzt. Die Faceshields können provisorischen Schutz gegen direkten Tröpfchenflug beim Anhusten oder -Niesen bieten und das versehentliche Anfassen des eigenen Gesichts verhindern. Die Anwender desinfizieren sie professionell vor Ort und können sie wiederverwenden.

Dominik Hense vom Hammertime Kassel, Initiator von MakerVsVirus.org, mit einem fertigen Faceshield vor der Übersichtskarte der registrierten Freiwilligen

Bedarf an Gesichtsschildern kann gemeldet werden

„Ziel ist es, dass sich Menschen lokal selbstorganisiert verbinden, um Produktionsmöglichkeiten zu schaffen. Diese bündeln wir übergreifend für den deutschsprachigen Raum“, so die Devise. Die Organisation und Kommunikation läuft über sogenannte Hubs. Auch in unserer Region gibt es bereits einen Zusammenschluss „Mühldorf-Rosenheim“. 

In den Hubs findet man lokale Ansprechpartner, Informationen und Unterstützung. Hier können Einrichtungen auch ihren Bedarf anmelden. Doch auch als Teilespender kann „Maker vs. Virus“ unterstützt werden. Benötigt werden vor allem 3D-Druck-Filamente, transparente Kunststoffplatten/Folien oder Knopflochbänder. Besonders da derzeit die Baumärkte geschlossen haben, ist die Community auf Materialspenden angewiesen. Ebenso kann die Gemeinschaft finanziell unterstützt werden.

Söder: "Der Zusammenhalt in der Corona-Krise ist beeindruckend"

In Zeiten, in denen es vor allem darum geht, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, gibt es immer mehr kreative Ideen. So produziert ein Freilassinger eine Türklinken-Alternative, die man ebenfalls mit einem 3D-Drucker herstellen kann. Auch die Ampfinger Firma Wackerbauer hatte zuletzt Gesichtsschilder produziert, um ihren Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise beizutragen.

Die Corona-Pandemie mag eine schwierige Zeit sein, dennoch zeigt sie viele positive Beispiele der Solidarität und Hilfsbereitschaft. „Der Zusammenhalt in der Corona-Krise ist beeindruckend. Jetzt müssen wir gemeinsam durchhalten“, stellte auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zuletzt auf seiner Facebook-Seite fest.

jz/Pressemeldung Maker vs. Virus

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