Frist für Dürrenothilfe läuft ab

Rosenheimer Bauern nur bedingt von Hitzewelle geschädigt

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Landkreis - Rosenheimer Bauern wurden weniger von der hitzebedingen Dürre geschädigt, als viele Andere. Nur vier Landwirte nahmen die staatliche Nothilfe in Anspruch.

Update, 15. November, 10.50 Uhr - Frist für Dürrehilfe läuft ab

Die Rekordtemperaturen und damit verbundene Dürre hat den Roseimer Bauern nur bedingt geschadet, berichtete Radio Charivari am Donnerstag. Die Frist, um vom Bund Dürronothilfe zu beantragen lief am Donnerstag ab, doch aus Rosenheim haben nur vier Landwirte aus dem nördlichen Kreis die finanzielle Unterstützung in Anspruch genommen. Insgesamt seien von der Regierung 340 Millionen Euro zur Entschädigung für Bauern zur Verfügung gestellt worden. 

Erstmeldung

Das vergangene Jahr war eines der härtesten, das bayerische Landwirte wetterbedingt erlebt haben. Dürre, Rekordtemperaturen und damit verbundene verfrühte und magere Ernten mussten verzeichnet werden. Trotzdem freut sich Rosenheims Kreisbauernobmann Josef Bodmaier über das milde Klima, wie er gegenüber Radio Charivari erklärt.

Das Wetter spiele den heimischen Bauern in die Karten, da man noch nie so viel Grünschnitt zu dieser Jahreszeit habe einholen können. Auch die Böden seien nicht aufgeweicht von zu viel Niederschlag und es könne ungewöhnlich spät noch Gülle ausgefahren werden, um die Böden mit Nährstoffen zu versorgen. Alles in allem also Grund zur Freude. 

Wie aber lässt sich dieser Positivismus mit dem Ernte-Flop des vergangenen Jahres vereinbaren? Bereits im Juli fürchtete der Deutsche Bauernverband (DBV) die drohende Missernte durch die ungewöhnlich heißen Temperaturen. Mit der schlechtesten Ernte des Jahrhunderts wurde gerechnet. Betroffen seien alle Kulturen - egal ob Raps, Kartoffeln oder Grünfutter - warnte damals der DBV-Vizegeneralsekretär Udo Hemmerling laut der Nachrichtenagentur AFP.

Futter und Wasser werden knapp

Damit einher gehen drohende Futterknappheit für Rinder, denn auch das Gras wuchs nicht wie gewohnt. Auch die Wasserversorgung des Viehs konnte nicht mehr ausreichend gewährleistet werden und es mussten vereinzelt Rinder frühzeitig von den Almen abgetrieben werden, berichtete die dpa im August.

Um die Existenz der Bauern zu sichern, forderte der Deutsche Bauernverband eine Milliarde Euro staatliche UnterstützungJoachim Rukwied, der Präsident des Bauernverbandes, hatte laut dpa die Ausrufung des Notstandes gefordert, um schnelle finanzielle Hilfe für die betroffenen Betriebe zu ermöglichen. Er schlussfolgerte im Sommer, auf lange Sicht müsse man auf neue Züchtungen setzen und hitzeresistentere Pflanzen anbauen.

Das Bundesumweltministerium hatte im Sommer bereits darauf hingewiesen, dass auch in den kommenden Jahren mit Dürreperioden wie 2018 gerechnet werden müsse. Josef Bodmaiers Optimismus dürfte also bei vielen Landwirten auf Unverständnis treffen.

jv

Rubriklistenbild: © picture alliance/Lino Mirgeler/dpa

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