DB und ÖBB zu den Infomärkten

Bahn: "Es geistern Gerüchte zum Brenner-Nordzulauf herum"

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DB Projektleiter Torsten Gruber
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Rosenheim - Die Deutsche Bahn und die Österreichische Bundesbahn haben seit Anfang Juli 16 Infomärkte zum Brenner-Nordzulauf durchgeführt. Projektleiter Torsten Gruber zog nun ein Fazit zu den Märkten.

Fast 4.000 Besucher informierten sich im vergangenen Monat auf den Infomärkten zum Brenner-Nordzulauf, die die DB und die ÖBB in den Gemeinden des erweiterten Planungsraumes durchführten. Nach der Vorstellung der fünf Einzelvarianten am 1. Juli scheint es Informationsbedarf zu geben. Bahnmitarbeiter und Projektplaner beantworteten darüber hinaus viele Fragen zum Güterverkehr, zu Trassenideen, zum Lärmschutz und zum Bürgerdialog.

Sehr viele lokale Fragen

Projektleiter Torsten Gruber sagt: "Es war sehr auffällig, dass die meisten Fragen zu lokalen Aspekten der Grobtrassenplanung gestellt worden. Man merkt es geht in Richtung Konkretisierung der Fragen. Der Informationsbedarf ist sehr hoch und und zeigt, dass wir mit der Info-Kampagne richtig unterwegs sind." 

Auf den Märkten konnten die Besucher auch Feedback-Karten an die Bahn ausfüllen. "Wir haben einen bunten Strauß an Rückmeldungen bekommen", sagt Gruber. Das geht von "Danke, dass wegen euch meine Heimat kaputt gemacht wird", über "Danke für die gute Aufklärung" zu "Sehr gelungene Veranstaltung, ich bin froh, dass die Trasse gebaut wird."

Anders als bei der ersten vergleichbaren Infokampagne im Sommer 2018 sei laut Bahn diesmal nicht mehr so viel über die Hintergründe und den Bedarf der Neubauplanungen diskutiert worden. Viele Menschen rechnen damit, so der Eindruck der Bahnen, dass die neue Strecke gebaut wird, nachdem am 1. Juli in Rosenheim Politiker aus Bund und und Land die Notwendigkeit des Projektes thematisiert hatten. Gruber: "Mich hat überrascht, dass über den freifachen Nutzen der Neubaustrecke so wenig bekannt ist. Die Verdoppelung der Nahverkehrszüge südlich von Rosenheim, die Fahrzeitgewinne im Verkehr nach Italien und die Verkehrslagerung im Güterverkehr werden wir in den kommenden Monaten noch intensiver darstellen."

Viele Gerüchte kursieren

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Gruber erläuterte auch, dass er und seine Kollegen auf den Infomärkten immer wieder mit Gerüchten konfrontiert werde, die man dann richtigstellen konnte. "So geisterte z.B. die Annahme herum, dass durch den Brenner-Basistunnel nur ein Zug fahren kann. Auch gab es die Annahme, dass wir nur mi offener Tunnelbauweise bauen, also von oben aufgraben, den Tunnel reinsetzen und dann wider zu machen. Das ist natürlich Quatsch, wo es nötig ist bauen wir auch mit anderer Tunnelbauweise. Auch wird oft gestreut, dass auf der Neubaustrecke nur Personenverkehr fahren wird, und der Güterverkehr auf der Bestandsstrecke. Hierzu haben wir das beste Beispiel i der Nähe. Im Unteren Inntal kann man es live sehen."

So geht es jetzt weiter

In den kommenden eineinhalb Jahren will die Bahn aus der Grobtrassenplanung in eine detaillierte Planung übergehen. Dabei werde ersichtlich, wo Bauwerke wie Brücken entstehen können oder wo eventuell weitere Tunnels nötig werden. In den Gemeindeforen werden diese Panungsfortschritte vorgestellt und auch visualisiert. "Schritt für Schritt können wir auf diese Weise mehr und mehr Unsicherheiten beseitgen und mit konkreten Fakten Klarheit schaffen", so der Projektleiter. "Ziel ist es, dass wir Ende 2020 zu einer Vorschlagstrasse kommen." Parallell dazu wrd die Bahn mit den Planungen zur Ertüchtigung/Digitalisierung der bestehenden Strecke beginnen. Ein neues, europaweit einheitliches Signalsystem soll helfen, die Kapazitäten zu erhöhen und in einer ersten Stufe die Zeit zu überbrücken, bis der Brenner-Basistunnel in Betrieb ist.

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