Versorgungsarzt Dr. Fritz Ihler informiert

Corona: So ist die Lage bei den Arztpraxen im Landkreis Rosenheim

Dr. Fritz Ihler koordiniert als Versorgungsarzt die 824 niedergelassenen Ärzte in Stadt und Landkreis Rosenheim
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Dr. Fritz Ihler koordiniert die 824 niedergelassenen Ärzte in Stadt und Landkreis Rosenheim

Rosenheim/Landkreis - Dr. Fritz Ihler soll die 824 niedergelassenen Ärzte in Stadt und Landkreis auf Grund der Corona-Situation koordinieren und vor allem bei den 236 Hausärzten sicherstellen, dass diese ihre Patienten versorgen können. Am Mittwoch gab er einen Lagebericht ab.

Die meisten Praxen haben sich laut Ihler gut auf die Situation eingerichtet , sich mit Kollegen vernetzt und abgesprochen. Der Zusammenhalt unter den Kollegen ist groß. „Viele Praxen haben ihren Osterurlaub abgesagt, um auch in den kommenden Tagen und Wochen für ihre Patienten da zu sein." Damit die medizinische Versorgung so reibungslos wie möglich läuft, gibt’s die Koordination über den E-Mail-Verteiler des ärztlichen Kreisverbandes. Ihler: „Die jungen Kollegen tauschen sich zudem über WhatsApp aus.” Auch ist die ärztliche Versorgung der Altenheime geregelt. Es kommt nur ein Hausarzt pro Tag, der kümmert sich um alle Akutfälle, auch die der Kollegen.

Zu wenig Schutzausrüstung

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Ihler beteuerte, dass die medizinische Versorgung in Stadt und Landkreis generell gut wäre, aber dass die Sache dennoch einen Haken habe: „Das Wichtigste ist die Versorgung mit Schutzkleidung für die Ärzte und da gibt es nach wie vor Engpässe.” Die Ärzte in der Region warten noch immer auf die Lieferung von Atemschutzmasken und Schutzausrüstung. Eigentlich hatten die Stadt Rosenheim und der Landkreis gemeinsam eine Million Masken bestellt. Angekommen sind sie laut dem Versorgungsarzt Dr. Fritz Ihler aber noch nicht. Auch vom Ärztlichen Kreisverband wurden 13.000 Masken bestellt, auch hier ist noch nichts gekommen, so Ihler. Es sei aber etwas, worauf dringend gewartet wird und was dringend benötigt wird. Einige Hausärzte hätten bereits schließen müssen, weil keine Schutzausrüstung zur Verfügung steht, so Ihler. Derweil helfen sich die Ärzte auch mit sogenannten Plastik-Schilden aus, die dem Schutz mit einer Maske sehr nahe kommen.

Weniger Menschen gehen zum Arzt

Es sei festzustellen, dass aktuell weniger Menschen den Arzt aufsuchen. Selbstverständlich werden auch weiterhin Menschen ohne Corona-Symptome behandelt, doch Ihler empfiehlt allen Patienten mit aufschiebbaren Terminen, diese auf später zu verlegen. Er weiß, dass sich viele Leute ihre Medikamente auch telefonisch verschreiben lassen, andere wiederum schicken Bilder von ihren Erkrankungen, um eine erste Diagnose auch online zu bekommen. Sein Rat an die Patienten geht dahin: Wer nicht akut zum Arzt muss, soll nicht gehen. Der Cholesterinwert könne warten und das Rezept direkt an die Apotheke geschickt werden.

Auch bei einigen Praxen habe es laut Ihler bereits Coronafälle gegeben, weshalb diese schließen mussten. Wenn die Praxen wieder öffnen, ist nachgewiesen, dass keiner vom Personal ansteckend ist, versichert der Arzt. 

Koordinator von 824 niedergelassenen Ärzten

Dr. Fritz Ihler ist Vorsitzender des ärztlichen Kreisverbandes, Aufsichtsrat der RoMed-Kliniken, Stadtrat, Notarzt im Einsatz, Chef zweier Praxen und wurde jetzt auch noch zum Versorgungsarzt des Landkreises Rosenheim bestimmt. Hauptaufgabe der Versorgungsarztes ist die Koordinierung der insgesamt 824 niedergelassenen Ärzte in Stadt und Landkreis Rosenheim. Er ist unter anderem dafür zuständig, dass die Einsatzbereitschaft der niedergelassenen Ärzte und damit die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt ist. In einer Pressekonferenz am Mittwoch informierte Ihler über die die Lage bei den niedergelassenen Ärzten.

jb

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