Die Intention hinter dem 24-Stunden-Streik am Rosenheimer Danone-Werk

90,5 Millionen Euro gefordert: "Werden streiken bis die Hölle einfriert" 

Der zweite vierundzwanzigstündige Warnstreik im Juni steht beim Rosenheimer Danone-Werk an. 
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Der zweite vierundzwanzigstündige Warnstreik im Juni steht beim Rosenheimer Danone-Werk an. 

Rosenheim - Erneut treten die Mitarbeiter des französischen Lebensmittelkonzerns Danone in einen vierundzwanzigstündigen Streik. Die NGG-Region Rosenheim-Oberbayern möchte den Druck auf die Werksleitung weiter erhöhen. In einer Video-Schalte erklärt die Vorstandschaft Hintergründe sowie aktuellen Sachstand. rosenheim24.de war beim Streikbeginn um 14 Uhr online dabei. 

"Jetzt geht es richtig los mit einem Streik in allen drei Arbeitsschichten im Rosenheimer Werk. 24 Stunden lang wird hier nichts mehr produziert. Und das ist erst der Anfang", gab sich NGG-Geschäftsführer Georg Schneider gleich zu Beginn via Skype im Gespräch mit rosenheim24.de kämpferisch. Mit der Geschäftsführung sei man bereits in Verhandlungen getreten seien und ein Abfindungsangebot von 90,5 Millionen Euro als Brückenlösung für alle Mitarbeiter über 50 gefordert. Laut Schneider seien von der Schließung 93 Mitarbeiter über 50 Jahre betroffen. Danone aber habe sie wissen lassen, dies sei für den Konzern "kein ernstzunehmendes Angebot", was Schneider ganz anders sieht: "Wir haben erwidert, dass wir das durchaus ernst meinen und Danone ist sehr wohl in der Lage, diese Summe auszuzahlen. Wer den Schaden hat, soll auch vollständig bezahlen.

Mitarbeiter legen zum zweiten Mal Arbeit im Rosenheimer Danone-Werk nieder

Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt.
Am 30. Juni fand der zweite Vierundzwanigstunden-Warnstreik beim Rosenheimer Danone-Werk statt. © Bettina Schmid

Kein Verständnis für Werk-Schließung in Rosenheim 

Zur Ausgangssituation erklärte Schneider: "Danone hat sich entschlossen, ein Werk in Rosenheim zu schließen, das nur schwarze Zahlen schreibt - aus dem einzigen Grund, die Umsatzrendite weiter nach oben zu treiben, auf 16,5 Prozent. Wer das kann, kann auch 90,5 Millionen auf den Tisch legen. Wir meinen das ernst und wir werden streiken bis die Hölle einfriert, wenn sich Danone nicht bewegt. Das müssen wir ihnen mit dem Teelöffel beibringen. Es ist wichtig, dass Gott und die Welt erfährt was hinter der Maske von Danone los ist, nämlich gnadenlose Gewinnmaximierung auf Kosten der Beschäftigten." 

Freddy Adjan, stellvertretender Bundesvorsitzende der NGG (links) und NGG-Geschäftsführer Georg Schneider. 

Freddy Adjan, stellvertretender Bundesvorsitzende der NGG, schaltete sich aus Hamburg zu und ergänzte: "Die Arbeitgeber-Seite verweigert sich anständigen Verhandlungen und solange sie sich weigern mit uns an einem gemeinsamen Tisch zu setzen sind die kommenden 24 Stunden die einzig richtige Antwort auf deren Verhalten. Damit zeigt ihr sowohl Stolz als auch Rückgrat." 

Für die Schließung in Rosenheim habe er überhaupt kein Verständnis: "Es gibt keinen Grund für diese Schließung. Die Schuld liegt allein beim Management und nicht bei den Beschäftigten, die jetzt die Leidtragenden sein sollen. Die NGG steht hinter den Mitarbeitern und trotz Corona gehen wir nicht runter vom Gas - das hier ist ein Kampf für die komplette Gewerkschaft. Und für sein Recht zu kämpfen ist nicht unanständig, sondern mehr als anständig." 

"Wenn 24 Stunden nicht reichen, gehen wir weiter" 

Mustafa Öz, NGG-Landesbezirksvorsitzender, gibt seinen Vorrednern Recht und setzt noch einen drauf: Für ihn sei die geplante Schließung eine "Riesen-Sauerei": "Ich ziehe meinen Hut vor euch. Ihr habt trotz der Corona-Seuche weitergearbeitet und euren Betrieb nicht im Stich gelassen. Hättet ihr das getan in der Krise, so wären die Auswirkungen nicht nur auf das Werk gefallen sondern auch auf die Kunden und die gesamte Gesellschaft. 

Seit Wochen werde geredet und verhandelt - passiert sei jedoch nichts: "Wenn 24 Stunden nicht reichen, gehen wir weiter. Ihr wollt und werdet nicht zu Bettlern mutieren. Das einzig Wahre ist weiterzukämpfen, denn es ist ein Ammenmärchen zu glauben, dass die Hilfe und Unterstützung von selbst kommt." 

Mustafa Öz ist NGG-Landesbezirksvorsitzender. 

  Bernd Böswald, Betriebsrat im Wendelstein-Käsewerk, zeigte sich poetisch: "Alles was Danone antreibt ist hemmungslose Gier, drum kommen wir zusammen heute und hier. Ihr könnt alle lernen, lernt skrupellos zu sein. Sie geben Geld, ihr gebt Arbeit - sie nehmen euch die Arbeit, nehmen wir ihnen Geld. Seid nicht zu bescheiden, fordert reichlich und viel." Manuel Halbmeier, Gewerkschaftssekretär der NGG in Rosenheim,zeigte sich abschließend weiter kämpferisch zum Streik-Auftakt vor Ort: "Danone ist ziemlich zäh, aber wir sind zäher. Und wenn sie es nicht kapieren, dann streiken wir wieder. Wir haben genügend Zeit, um sie zu ärgern." 

Impressionen vom Streik bei Danone am 3. Juni: 

Seit Dienstag, 30. Juni, 14 Uhr läuft der vierundzwanzigstündige Streik der Danone-Mitarbeiter. Zuletzt fand ein Streik am 3. Juni statt. Unser Reporter hat sich Anfang Juni ein Bild von der Situation vor Ort gemacht: 

Bilder vom Streik im Rosenheimer Danone-Werk

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Fast 160 Mitarbeiter von Schließung betroffen

Das Unternehmen hatte im Januar 2021 angekündigt, das Werk in Rosenheim bis Juli kommenden Jahres zu schließen. Fast alle 160 überwiegend ältere Mitarbeiter sind wohl von der Schließung betroffen. Auch rund 220 Milchviehbetriebe aus der Region müssen sich fortan einen neuen Abnehmer suchen. Das Unternehmen führt als Grund der Schließung einen Rückgang der Auslastung um rund 70 Prozent in den vergangenen zehn Jahren an. Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März (CSU) hat sich zur Sachlage bereits Anfang Juni geäußert. 

In Oberbayern lässt Danone insbesondere Quark-Joghurt-Cremes herstellen. Außerdem laufen Obstgarten-Quarks und Hüttenkäse vom Band. Das Werk gilt zugleich als Innovationsstandort für neue Milchprodukte. Nach NGG-Informationen konnte der Standort die Produktionsvorgaben des Managements trotz Corona zuletzt sogar deutlich übertreffen.

mb

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