FRUST ÜBER ZUGTICKETS AUF STRECKE MÜNCHEN-ROSENHEIM

"Wir würden es begrüßen, wenn die Fahrscheine anerkannt würden"

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Rosenheim/München - Seit dem 16. Mai wird auf der Bahnstrecke Rosenheim-Grafing gebaut. Das bedeutet massive Probleme für Fahrgäste. Und auch Mehrkosten, weil manche Tickets plötzlich nicht mehr gültig sind, obwohl es auch anders ginge.

Die Fronten scheinen verhärtet. Momentan werden auf der Trasse Rosenheim-Grafing die Oberleitungen erneuert. Das ist nach vielen Jahrzehnten notwendig, damit die Strecke weiterhin genutzt werden kann. Doch mit dem Start der Bauarbeiten vor einer Woche haben sich auch für Pendler Probleme ergeben.

Denn gelöste Wochen- und Monatskarten sind zum Teil nicht mehr gültig, weil laut Bestimmungen  der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund GmbH, kurz MVV, normalerweise der Bahnhof Aßling der erste beziehungsweise letzte Halt im Netz des MVV ist. Aufgrund der Bauarbeiten verschiebt sich dieser Punkt jedoch nach Grafing.

Da weder beim MVV noch bei Meridian - wie in anderen Regionen Deutschlands üblich - mit Tarifzonen gearbeitet wird, sondern die reine Strecke bezahlt werden muss, ist es auch zwingend notwendig, dass der genutzte Zug im jeweiligen Bahnhof hält. Da das momentan in Aßling nicht der Fall ist, müssen zahlreiche Pendler die Strecke von beziehungsweise bis Grafing nachlösen.

Auf Nachfrage unserer Redaktion heißt es vonseiten des MVV: "Wir würden es begrüßen, wenn der Meridian Kulanz zeigen würde und die Fahrscheine anerkannt würden." Auch bei Nicht-Abo-Kunden, erklärt MVV-Sprecherin Beate Brennauer.

Denn für Abo-Kunden wird eine Ausnahme gemacht. Als Grund dafür wird genannt, dass diese beim Abschluss des Abonnements noch nichts von der Baustelle und den damit einhergehenden ??? wissen konnten. Das ist aber zum Teil auch bei Nicht-Abo-Kunden der Fall, wenn diese ihre Monatskarten im Voraus kaufen. Zum finanziellen Frust kommen dann auch noch Verspätungen hinzu.

Auf die Aussage des MVV antwortet der Meridian wie folgt: "Wir wenden die gültigen Tarifbestimmungen des MVV an; auch während der Baumaßnahme der DB Netz AG. Das bedeutet, dass für Fahrgäste, die ein MVV-Ticket haben, ein solches mit einer weiteren Zeitkarte kombinieren, oder ein stark rabattiertes Ticketangebot nutzen (zum Beispiel Semesterticket), der für die Preisbildung relevante Halt während der Baumaßnahme Aßling ist. Für die Strecke Aßling–Grafing ist demnach nachzulösen. Details dazu können Fahrgäste direkt in unseren Kundencentern erfragen, bei den Kollegen an Bord der Züge und auch telefonisch unter 08024/997171."

Für betroffene Pendler ist diese Antwort eher ernüchternd. Sie verstehen nicht, warum sie mehr bezahlen sollen. Zum einen können sie nichts für die Baustelle und den umverlegten Haltepunkt. Zum anderen ist die Fahrstrecke ja nach wie vor die gleiche wie sonst, abgesehen davon, dass zwischen Aßling und Grafing nun Schienenersatzverkehr fährt.

ksl

Rubriklistenbild: © Montage (picture alliance/dpa/Lukas Schulze/Uwe Lein)

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