Frust über Zugtickets auf Strecke München-Rosenheim

Lässt der Meridian seine Fahrgäste im Regen stehen?

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Rosenheim/München - Seit dem 16. Mai wird auf der Bahnstrecke gebaut. Das bedeutet massive Probleme für Fahrgäste. Und auch Mehrkosten, weil manche bereits gelösten Tickets plötzlich nicht mehr gültig sind.

Der Frust ist groß. Nicht nur wegen der Bauarbeiten auf der Strecke Rosenheim-München, sondern auch wegen der Probleme mit den Zugtickets.

"Meine Kinder haben keine Abo-Karten, es lohnt sich einfach nicht, sondern kaufen monatlich ihre Schülermonatskarte von Flintsbach nach Aßling", schreibt ein Leser unserer Redaktion. "Jetzt sollen anscheinend alle Monatstickets ungültig sein, die bis Aßling gelöst wurden, um von dort mit einem MVV-Ticket weiterzufahren."

Im Abschnitt zwischen Grafing und Rosenheim wird derzeit die Oberleitung modernisiert. Das ist notwendig, da sie noch immer aus den 1930er Jahren stammt. "Wir wollen die Strecke leistungsfähig halten. Die Strecken München-Salzburg und München-Kufstein sind mit die ältesten elektrifizierten Strecken Deutschlands. Irgendwann müssen wir deswegen mal ins Netz rein", erklärt jüngst ein Bahn-Sprecher

Doch für Pendler geht damit ein Problem einher: "Die Tarifbestimmungen des MVV besagen, dass ein Fahrschein des MVV bis zum ersten/letzten Halt im MVV gilt", erklärt Sprecher Christopher Raabe von der Bayerische Oberlandbahn GmbH, zu der auch die Meridian-Züge gehören. "Dies ist während der viermonatigen Baumaßnahme der DB Netz AG Grafing. Somit müssen Fahrgäste, die mit dem Meridian zwischen Grafing und beispielsweise Rosenheim fahren, einen Fahrschein für diese Strecke lösen."

Ausnahme für Abo-Kunden

Für Abo-Kunden ist dabei eine Ausnahme gemacht worden. Auf die betroffenen Pendler ohne Abonnement bedeutet dieser Fakt jedoch Mehrkosten. "Wir sind keine Abo-Kunden, sondern kaufen jeden Monat eine Monatskarte für die Strecke Flintsbach-Aßling", erklärt der Leser, dessen Name unserer Redaktion bekannt ist. "Diese Monatskarten sind ungültig, das heißt, wir müssen jetzt eine Monatskarte von Flintsbach nach Grafing kaufen und das bedeutet Mehrkosten für meine Töchter im Schülertarif in Höhe von 122,40 Euro für die drei Monate, obwohl diese eine MVV-Karte ab Aßling besitzen und auch weiter benötigen."

"Unsere Mitarbeiter an Bord der Züge sind angehalten, im Mai in diesem Fall Kulanz zu zeigen und Fahrgäste für den Folgemonat auf die Notwendigkeit hinzuweisen, sich ein anderes Ticket zu kaufen", erklärt Sprecher Christopher Raabe. "Für den beispielhaften Fall eines Pendlers zwischen München und Rosenheim kann dies die Kombination aus einer MVV-Zeitkarte - Gültigkeit ab/bis Grafing - und einer DB-/Meridian-Zeitkarte - Gültigkeit ab/bis Grafing - sein." Mit einem Abonnement, ganz gleich ob eines der Deutschen Bahn oder eines der Bayerischen Oberlandbahn, würden keine Tarifänderungen fällig und somit auch keine Zuzahlungen.

Werden Abo-Kunden besser behandelt?

Für Nicht-Abo-Kunden ist das jedoch ein Schlag ins Gesicht. "Wieso werden Abo-Kunden hier besser behandelt? Wir kaufen auf zehn Monate im Jahr eine Monatskarte", sagt der betroffenen Leser. "Für unsere Abonnenten haben wir diese Ausnahmeregelung gemeinsam mit dem MVV und der Deutschen Bahn erarbeitet. Sie bezieht sich auf die Möglichkeit zur Reise in die Gegenrichtung, um dann einen der durchgehenden Züge nach München zu nehmen", erklärt Christopher Raabe dazu. "Von "besser stellen" möchten wir in diesem Zusammenhang nicht sprechen, denn auch diese Fahrt bedeutet einen signifikanten Umweg und einen Zeitverlust für unsere Fahrgäste, den wir sehr bedauern."

Für Nicht-Abo-Kunden kommen dann jedoch noch die zusätzlichen Kosten hinzu, wenn die Tickets nicht bis Aßling, sondern Grafing gelten. Der Frust ist groß. "Dies betrifft viele, da dies üblich ist, um Kosten zu sparen", sagt der Leser, der sich bei unserer Redaktion gemeldet hat. "Jetzt sollen die Betroffenen sozusagen nachlösen, was enorme Kosten nach sich zieht. Für mich ein absolutes Unding gegenüber den Kunden!"

ksl

Rubriklistenbild: © Montage (dpa/Uwe Lein/Marijan Murat)

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