Tetrafunk: Dritte Abstimmung verhindert

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Hier werden alternative Standorte zu einem Tetrafunk-Masten direkt an der Hochriesbergbahn aufgezeigt.
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Samerberg – Der Gemeinderat von Samerberg hat sich am Dienstag erneut getroffen, um über den Tetrafunk-Standort an der Hochriesbergbahn zum dritten Mal abzustimmen:

Zu einer nicht enden wollenden Geschichte entwickelt sich die Debatte in der Samerberger Gemeinde um den Tetrafunk -Standort auf der Hochries. Der örtliche Gemeinderat sollte am Dienstag, 25. Juni, mittlerweile zum dritten Mal Position zum Standort an der Bergbahn beziehen und darüber abstimmen. Die beiden Male davor wurde gegen einen Tetrafunk-Masten an der Hochriesbergbahn gestimmt.

Was mit den mehrfachen Abstimmungen erreicht werden soll:

Der Förderverein Hochries und die Initiativgruppe „Tetrafreies Frasdorf“ befürchteten im Vorfeld, dass so lange im Gemeinderat abgestimmt wird, bis es grünes Licht für den Standort an der Berbahn gibt. Wie es seitens des Fördervereins heißt, soll die Firma Telent, die das Standortmanagement für die Funkmasten in Bayern betreibt, hier Druck auf die Bürgermeister ausüben. Ziel der Telent GmbH sei es, den Gemeinderat dazu zu zwingen, den Standort an der Hochriesbergbahn als „kleineres Übel“ zu akzeptieren oder einen Funkmasten auf dem Staatsforstgelände auf Frasdorfer Gemeindegebiet in Kauf zu nehmen.

Wie die Abstimmung verhindert wurde:

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Deshalb versuchten der Förderverein und die Initiative die dritte Abstimmung mit einer Petition zu verhindern. Mit Erfolg, erklärt der zweite Vorstand des Fördervereins, Frank Schulze gegenüber rosenheim24. Die 500 gesammelten Unterschriften gegen den Tetrafunk zeigten damit ihre Wirkung.

Nun soll, bevor weitere Entscheidungen fallen, eine Immissionsprognose „für neuralgische Punkte am Samerberg“ erstellt werden, so Schulze weiter. Dieses Gutachten über Störfaktoren aus der Umwelt auf die Menschen und Natur werde vom Förderverein kritisch begleitet. Hier sei das mittelfristige Ziel, dass „solche Entscheidungen“ wie über den Tetrafunk generell im Dialog mit den Bürgern getroffen werden“, erklärt der Vorstand weiter.

Wer kommt für Langzeitschäden auf?

Sorgen machten dem Förderverein und der Initiative gegen den Tetrafunk auch die Langzeitschäden, die eventuell durch die neue digitale Rettungstechnik auf die Samerberger zukommen würden. Wie die Internistin Irene Schulze-Strein in einem Schreiben an den Gemeinderat zum Ausdruck brachte, seien „insbesondere die freiwilligen Feuerwehrmänner“ davon betroffen. Diese würden als Träger der Endgeräte „einem nicht kalkulierbaren gesundheitlichen Risiko ausgesetzt“, so die Internistin weiter. Außerdem sei derzeit nicht absehbar wie hoch die Strahlenbelastung für die Anwohner sein werde.

Sollten jedoch Langzeitschäden auftreten, so müsste einem Mitglied der Gemeinde nach die Firma Telent für Schadensersatzforderungen aufkommen. Die Telent GmbH, die mit dem Bau des Tetranetzes in Bayern beauftragt wurde, werde hier in die Pflicht genommen, so Schulze abschließend.

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