Video im Bereich der Hochries aufgenommen

Wölfe in unserer Region? Landwirt aus Erl erlebt beängstigende Begegnung

Erl/ Samerberg - Am Montagmorgen, 15. Juni, machte Markus Schwaighofer im österreichisch-bayerischen Grenzgebiet im Bereich der Hochries eine beängstigende Beobachtung. Aus dem Nichts rannten plötzlich mehrere seiner jungen Rinder und trächtige Tiere auf der Weide nervös auf und ab. Als der Bauer vom Stall nach draußen ging, traute er seinen Augen nicht. Nur etwa 25 Meter vom Haus entfernt trieb offenbar ein Wolf sein Unwesen. 

"Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass es sich bei dem Tier um einen Wolf handelte", erklärt Markus Schwaighofer im Gespräch mit rosenheim24.de. Der Landwirt und Jäger ist verunsichert. "Wenn ein Wolf ohne Scheu bis auf 25 Meter an ein Haus herangeht, dann ist das nicht mehr lustig." 

Schwaighofer ist sich sicher, wäre er nicht bei seinen Kälbern gewesen, hätte der Wolf mehrere Tiere zu Tode gejagt bzw. gerissen. "Der Wolf und die Alm vertragen sich einfach nicht. Landwirtschaft und ein Raubtier, das funktioniert nicht", merkt Schwaighofer an. In diesem Gebiet, auch in Richtung Samerberg, seien ebenfalls viele Familien mit Kindern unterwegs, "das kann extrem gefährlich werden". 

Video: Wolf im Bereich der Hochries gesichtet?

"Heute morgen bin ich wieder hoch gegangen - allein - da hat man jetzt schon ein mulmiges Gefühl", fügt Schwaighofer an. Nachdem er das Tier am Montag vertreiben konnte, gelang es ihm noch ein Handyvideo aufzunehmen. 

Auch ein Jäger aus dem Raum Rosenheim, welcher namentlich nicht genannt werden möchte, stimmt dem Landwirt zu: "Das ist definitiv ein Wolf." Das Bayerisches Landesamt für Umwelt Referat Landschaftspflege und Wildtiermanagement überprüft das Video im Moment. "Wir haben die Aufnahmen erhalten und analysieren die Bilder", erklärte eine Sprecherin auf Nachfrage von rosenheim24.de.

Bayerisches Landesamt für Umwelt prüft Aufnahmen

Allerdings werde eine genaue Bestimmung wahrscheinlich nicht möglich sein. "Das Video wurde von relativ weit weg aufgenommen und hat nicht die beste Qualität. Da wird eine Einschätzung, ob es sich um einen Goldschakal, Hund oder Wolf extrem schwer", so die Sprecherin. 

Sollten sich die Experten wirklich sicher sein, dass es sich um einen Wolf handelt, werde man die zuständigen Behörden informieren und das Ganze weiter beobachten. Ein Ergebnis der Untersuchung soll noch am Dienstagnachmittag vorliegen.

Markus Schwaighofer und seine Jägerkollegen sind sich sicher: "Wenn sich ein Wolf so nah an den Menschen herantraut, dann halten sich im Untergrund noch weitere Exemplare versteckt."

mz

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