Hochriesbahn nach Sanierung offiziell eröffnet

"Kein Mensch, keine Sau hat damals Ahnung von einer Bahn gehabt"

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Links: Mitglieder des Samerberger Gemeinderats und natürlich auch Bürgermeister Georg Huber (ganz rechts) probierten die Bahn aus. Betriebsleiter Thomas Krutzenbichler erläuterte die Neuerungen.Betriebsleiter 
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Samerberg - Am Donnerstagabend wird die Hochriesbahn nach dem Abschluss der Sanierungsarbeiten Anfang des Jahres offiziell eingeweiht.

Update, Freitag, 13.45 Uhr: So war die Eröffnung

"Ein bisschen waren es zwischen dem Alpenverein und der Hochriesbahn und der Gemeinde Samerberg nie so eine enge Beziehung", räumte Bürgermeister Georg Huber ein. Dafür habe die Bahn zu lange und zu oft "für Abenteuer gesorgt". Doch inzwischen sei man sich in der "Zweckehe" von Gemeinde, Alpenverein und Bahn näher gekommen und daraus eine glückliche Beziehung geworden. 

"Das hätten wir uns nicht gedacht, dass wir zu Weihnachten so ein Überraschungspaket bekommen", erinnerte sich wiederum Alpenvereins-Sektions-Vorsitzender Franz Knarr. "Man kann buchstäblich sagen: Fünf Minuten vor der Insolvenz haben wir beim Notar unterschrieben!" Dies sei die Voraussetzung dafür gewesen, dass die Sparkasse den großen Schuldenberg von 2,8 Millionen Euro mehr oder weniger zurückstellte. Über 1,7 Millionen seien aus den Immobilien der Familie Schweiger, welche die Bahn betrieb, der Sparkasse noch aufzufangen möglich gewesen. "Auf den Rest, gut eine Million, hat die Sparkasse verzichtet, wenn Gemeinde und Alpenverein die Geschicke der Bahn übernehmen."

"Kein Mensch, keine Sau hat damals Ahnung von einer Bahn gehabt", bemerkte Knarr, "Wir wussten nicht, wie das ausgehen würde!" DAV-Schatzmeister Dieter Vögele habe sich damals dafür ausgesprochen, es zumindest zu versuchen. Er sei froh, diesen Schritt gegangen zu sein. "Ich denke, die Hochriesbahn ist heute mehr, denn je ein Mosaikstein im regionalen touristischen Geschehen. Es wäre unverantwortbar gewesen, das in die Pleite gehen zu lassen." Zumal dann auch die enorme Infrastruktur der Bahn abgerissen und entsorgt hätte werden müssen. 

Bilder von der offiziellen Eröffnungsfeier der Hochriesbahn

Der Vorbericht:

Gut zehn Jahre nach der Übernahme der Hochriesbahn durch die Gemeinde Samerberg und die Sektion Rosenheim des DAV konnte die Modernisierung der Gondelbahn nun erfolgreich abgeschlossen werden. Bereits Ende März hatte der Sessellift seinen Betrieb aufgenommen und verkehr nun täglich von 9.30 Uhr bis 17 Uhr. Aufgrund der umfangreichen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen dauerte es mit dem Saisonstart der Kabinenbahn noch etwas länger. Doch am 25. Mai wurde wieder der geregelte Bahnbetrieb aufgenommen.

Gemeinde und DAV seit 2009 Eigentümer

Die Hochriesbahn ist eine Luftseilbahn von der Ebenwaldalm zum Hochriesgipfel. Sie wurde 1972/73 als zweispurige Zweiseil-Großkabinen-Pendelbahn gebaut. Seit 2009 sind die Gemeinde Samerberg und die Sektion Rosenheim des Deutschen Alpenvereins Eigentümer der Hochriesbahn. Die Bahn besitzt zwei Kabinen für je 50 Personen und den Kabinenbegleiter und kann etwa 600 Personen pro Stunde befördern.

Umfangreiche Sanierung war nötig

Anfang November 2017 stand die Befürchtung im Raum, dass der traditionsreichen Bahn der Lizenzentzug und damit das "Aus" drohte. Denn der TÜV forderte eine Ertüchtigung der Seilbahn. Gemeinde und DAV-Sektion mussten rund 1,5 Millionen Euro für die Sanierung der Seilbahn ausgeben, um eben jenen Lizenzentzug zu verhindern. Doch es sah zunächst kritisch aus, denn beide waren sich anfangs unsicher, wie das Geld aufgetrieben werden sollte. 

Allerdings schon Ende Dezember gab es dann gute Nachrichten: Es wurde sich mit dem TÜV auf einen Fahrplan geeinigt. Wie erhofft, konnte die 1,5 Millionen Euro teure Sanierung in Etappen erfolgen. Damit war nicht nur der Betrieb, sondern auch die Finanzierung gesichert. Im Oktober des vergangenen Jahres wurde, unter anderem, die Bremsvorrichtung am Tragseil erneuert. Dafür waren 500.000 Euro veranschlagt.

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