Unangemeldetes Feuer am Samerberg

Daxenfeuer sorgen für Großeinsätze: Ärger um Melderegelung nach "Schlamperei"-Vorwürfen

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Das unangemeldete Daxenfeuer an der Hochriesbahn.

Landkreise - Immer wieder sorgen unangemeldete Daxenfeuer für nicht notwendige Feuerwehreinsätze. Dies sorgt bei den Einsatzkräften für Unmut. Doch wie ist die gesetzliche Regelung?

Die Großalarmierung der Feuerwehr am Samerberg am Donnerstagvormittag (28. Mai) wegen eines unangemeldeten Daxenfeuers hat große Wellen geschlagen. Denn Kreisbrandinspektor Hans Huber zeigte sich verärgert, wegen einer "Schlamperei von der Arbeit weggehetzt" zu werden, außerdem würden solche Einsätze unnötige Kosten herbeiführen. 

Doch wie kam es dazu? Seit dem 1. Januar 2018 müssen Daxen- oder Schwendfeuer nicht mehr bei den zuständigen Integrierten Leitstellen Rosenheim oder Traunstein gemeldet werden. 

Die für viele Jahre gängige Praxis gehört also bereits seit über zwei Jahren der Vergangenheit an. Denn trotz dieser Vorgehensweise konnten dadurch keine Einsätze verhindert werden, da bei einem Notruf ein gemeldetes Feuer nie zweifelsfrei bei der Notrufmeldung zuzuordnen war, hieß es damals in einer Mitteilung des Landratsamtes Rosenheim.

Regelung unterliegt den einzelnen Gemeinden

"Jede Gemeinde kann mittlerweile selbst beschließen, ob ein solches Feuer bei der Gemeinde angemeldet werden muss oder nicht", erklärt ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Rosenheim. 

Im beschriebenen Fall wurde das Daxenfeuer auf Höhe der Mittelstation Hochriesbahn nicht angemeldet, wie Samerbergs Bürgermeister Georg Huber im Gespräch mit rosenheim24.de erläutert. Grundlegend seien im Gemeindegebiet Samerberg die Landwirte, welche im Regelfall ein solches Daxenfeuer entzünden, dazu angehalten dieses auch anzumelden. Weiter werden die Landwirte darum gebeten, auch den örtlichen Feuerwehrkommandanten zu informieren. Eine Pflicht gebe es allerdings nicht. 

Samerbergs Bürgermeister Huber ist unzufrieden

"Zufriedenstellend ist diese Regelung nicht", beurteilt Huber die aktuelle Situation. "Wenn irgendjemand von der Autobahn aus Rauch auf der Hochries sieht und das meldet, selbst wenn das Feuer angemeldet sein sollte, ist es fast unmöglich, die Örtlichkeit exakt zu lokalisieren. Dann müssen die Einsatzkräfte zu 90 Prozent trotzdem ausrücken und nachsehen." 

Bei einem dringenden Einsatz könne sich die Leitstelle nicht erst bei den acht Gemeindemitarbeitern erkundigen, ob irgendjemand ein Feuer angemeldet habe, bemängelt Huber. Diesbezüglich habe der Bürgermeister auch von Seiten der Gemeindefeuerwehr die eine oder andere Beschwerde gehört.

Verbrennen von Schlagabraum bei Waldarbeiten

Grundsätzlich ist das Verbrennen von Astmaterial und Wipfeln (Schlagabraum) bei Waldarbeiten, die sog. Daxenfeuer,  nach Art. 17 Abs. 4 (1) BayWaldG für den Waldbesitzer oder dessen Beschäftigte erlaubt. Allerdings sollte bei Waldbrandgefahr darauf verzichtet werden.

Details zum Verbrennen von pflanzlichen Abfällen sind in der „Verordnung über die Beseitigung von pflanzlichen Abfällen außerhalb zugelassener Beseitigungsanlagen" geregelt:

  • Nur außerhalb von Ortschaften 
  • nur an Werktagen von 8 – 18 Uhr 
  • keine Belästigung Dritter durch Rauch darf entstehen 
  • nicht bei Wind verbrennen, um ein Übergreifen von Feuer zu verhindern 
  • Bewachung des Feuers von mind. 2 über 16-jährigen Personen mit geeignetem Löschgerät 
  • ein Schutzstreifen um Feuerstelle 
  • Löschen der Glut bei Einbruch der Dunkelheit

Die Verordnung über die Verhütung von Bränden (VVB), die Verordnung über das Beseitigen von pflanzlichen Abfällen, das Bayerische Waldgesetz (BayWaldG), die Naturschutzgesetze sowie die Natur- und Landschaftsschutzgebietsverordnungen ist hier nachzulesen

mz

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