Neues aus dem Gemeinderat:

Feuerwehr: Flexibel mit kleineren Fahrzeugen

Samerberg - Wer ein großes Fahrzeug bewegen will, braucht auch einen "großen" Führerschein. Wie die Gemeinde künftig diesem Problem, zumindest bei der Feuerwehr, aus dem Weg gehen will: 

Gute Nachrichten gibt es für die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Törwang. Der Gemeinderat befürwortete einstimmig das vorgelegte Fahrzeugkonzept, das auf eine Ersatzbeschaffung eines „großen LKW“ LF 10/6 verzichtet und stattdessen zwei kleinere Fahrzeuge vorsieht. Das vorhandene Törwanger Feuerwehrfahrzeug, ein Löschgruppenfahrzeug LF8 (Baujahr 1982) ist bereits in die Jahre gekommen. Die Einsatzfähigkeit des Unimogs kann ohne Reparatur- und Instandhaltungsmaßnahmen nicht mehr längerfristig gewährleistet werden. Eine Generalüberholung ist nach Meinung der Verantwortlichen um Kommandant Toni Stuffer aus feuerwehrtechnischen Gründen nicht zu empfehlen, da heutzutage grundsätzliche Ausstattungen, wie zum Beispiel Atemschutzgeräte im Mannschaftsraum oder Löschwassertank nicht vorhanden oder schwer nachrüstbar sind.


Eine Arbeitsgruppe „Fahrzeug-Neubeschaffung“ innerhalb der Feuerwehr Törwang habe in zahlreichen Sitzungen mögliche Varianten diskutiert, berichtete Stuffer: „Dabei gefiel uns sehr, dass das Innenministerium 2012 den sogenannten Feuerwehrführerschein eingeführt hat. Dieser Feuerwehrführerschein ermöglicht das Fahren eines Einsatzfahrzeuges bis 7,49 Tonnen Gewicht mit der Führerscheinklasse „B“ und einer feuerwehrinternen Zusatzausbildung. Seit Einführung der EURO-Führerscheinklassen und Abschaffung der Wehrpflicht wird die Zahl der Feuerwehrdienstleistenden mit LKW-Führerschein immer weniger.“ Da im Feuerwehrhaus Törwang zwei geförderte Fahrzeugstellplätze zur Verfügung stehen, wurde ein Fahrzeugkonzept mit zwei „kleineren“ Fahrzeugen statt einem „großen“ LKW (LF10/6 Allrad) entwickelt.

Zwei kleinere statt ein großes Fahrzeug

Daher ist an die Anschaffung eines „Mittleren Löschfahrzeugs (MLF)“ und eines „Mannschaftstransportwagens (MTW“)gedacht. Das Konzept käme somit auch ohne aufwändige LKW-Führerscheine aus. Feuerwehrtechnisch können Einsätze und Übungen mit der MLF/MTW-Variante sehr flexibel abgearbeitet werden, hieß es. Das MLF dient im Brandfall als Erstangriffsfahrzeug, während das MTW unterstützend zur Wasserförderung oder Absicherung eingesetzt werden kann. Ebenso können kleinere Hilfeleistungseinsätze (Ölspur, Wasser im Keller, etc.) mit dem MTW erledigt werden, während das MLF den Brandschutz am Standort sicherstellt.


Auch die Kreisbrand-Inspektion und die Nachbarfeuerwehren waren im Vorfeld in die Entscheidungsfindung für das Konzept eingebunden. Nach Abzug der Fördermittel werden die Fahrzeuge voraussichtlich rund 250 000 Euro kosten. Die Mittel sollen in den Haushalt 2016 eingeplant werden.

Quelle: Gemeinderatsbericht Samerberg

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