"Dafür opfere ich meine Freizeit gerne"

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Maria Stuffer (21) vom Samerberg hat sich einen Mädchentraum verwirklicht: Sie ist Waldprinzessin.

Samerberg - Einmal Prinzessin sein, das ist der Wunschtraum vieler kleiner Mädchen. Für Maria Stuffer vom Samerberg ging dieser Traum in Erfüllung, allerdings erst jenseits ihrer Kindertage.

Vor eineinhalb Jahren wurde sie zur bayerischen Waldprinzessin gekürt. "Eine wunderschöne Aufgabe", schwärmt die 21-jährige.

Maria Stuffer kann sich noch genau an den Tag erinnern, als sie von der Bayerischen Waldbesitzervereinigung gefragt wurde, ob sie nicht das Amt der Waldprinzessin übernehmen wolle. "Da musste ich nicht lange überlegen. Ich habe sofort zugestimmt", erzählt die gebürtige Samerbergerin.

Jeden "Prinzessinnen-Titel" hätte sie nicht angenommen, ist sich die junge Frau sicher. "Man muss hinter dem, was man repräsentiert, stehen. Sonst bringt es nichts", ist sich Maria Stuffer sicher.

Beim Thema "Wald" sei das bei ihr auf jeden Fall zutreffend, denn Holz habe ihre Kindertage ein Stück weit geprägt. "Bei uns lag immer jede Menge Holz um das Haus herum", erinnert sich die 21-jährige. Immerhin würden ihre Eltern seit Jahrzehnten einen zwölf Hektar großen Bergwald im Landkreis bewirtschaften.

Natürlich sei der Wald auch immer gerne zum Spielen genutzt worden. Nur ihrem Vater bei der Arbeit begleitet, habe sie nie: "Das war einfach zu gefährlich".

Mittlerweile verbringt die Waldprinzessin nicht mehr so viel Zeit im elterlichen Wald. Denn ihre Berufswahl machte eine Verlegung des Wohnortes nötig. Maria Stuffer arbeitet als Konditorin in München.

Einfach sei die Verbindung von Beruf und Repräsentationspflichten als Waldprinzessin nicht, gibt das "Aushängeschild" der Bayerischen Waldbesitzervereinigung zu. "Ich bekomme nicht einfach mal so frei", erzählt sie. Darum würden die meisten Termine am Abend oder am Wochenende stattfinden.

Ihre Freizeit opfere sie für das Amt als Waldprinzessin sehr gerne. Außerdem würden sich dank Arbeitsteilung die Repräsentationspflichten eher in Grenzen halten. Denn neben der Bayerischen Waldprinzessin gibt es auch noch eine Bayerische Waldkönigin. Dieses Amt hat Veronika Wernberger aus Sielenbach, Landkreis Aichach-Friedberg, inne.

In ihrem Rang sind die beiden jungen Damen gleichwertig. Sie betreuen unterschiedliche Regionen und springen ein, wenn die andere Vertreterin der Bayerischen Waldbesitzervereinigung einmal keine Zeit hat.

Für Maria Stuffer heißt das in der Regel, dass sie einmal im Monat irgendwo in Bayern auftreten darf. An Versammlungen nimmt sie ebenso teil, wie bei Ausstellungen oder Märkten. "Versammlungen sind manchmal schon etwas langatmig. Schöner finde ich es, wenn ich selbst etwas bewirken kann", erzählt die Waldprinzessin. So etwa habe sie ihren Rundgang auf der Landesgartenschau in Rosenheim sehr genossen: "Da schauen alle. Besonders für die Kinder ist man etwas ganz Besonderes. Das ist eine schöne Erfahrung".

Am Anfang ihrer Amtszeit habe sie mit dieser allgemeinen Aufmerksamkeit noch Probleme gehabt. "Da war ich manchmal ziemlich nervös", gesteht die Waldhoheit. Dieses Gefühl habe sich mittlerweile aber völlig gelegt. Sie genieße ihre Auftritte und sei durch dieses Amt auch viel selbstsicherer geworden.

Im Februar endet die Regentschaft der Maria Stuffer. Nach einer Nachfolgerin wird bereits jetzt gesucht: "Das erste Jahr kam mir sehr lange vor. Jetzt geht alles unwahrscheinlich schnell. Fast zu schnell."

Was ihr von ihrer zweijährigen Amtszeit bleibt, ist das grüne Dirndlkleid. Holzzepter und Holzkrone muss sie abgeben. Über letzteres ist sie aber auch ein bisschen froh: "Die Krone ist unbequem. Da muss man den Kopf immer königlich gerade halten, damit sie nicht herunterfällt."

wu/Oberbayerisches Volksblatt

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