Satzung für Dächer bleibt bestehen

Flintsbach – Zum wiederholten Male beschäftigte die Satzung zur Festlegung der Dachneigung und Dachgestaltung bei Garagen und Nebengebäuden das Gemeinderatsgremium.

Nachdem in der vorherigen Sitzung darüber ausführlich beraten wurde, beantragte Gemeinderat Peter Bartl jetzt die Aufhebung der Dachgestaltungssatzung. Bürgermeister Wolfgang Berthaler hat im Vorfeld intensive Gespräche mit dem Landratsamt geführt, wobei von dieser Seite eine Beibehaltung der Satzung favorisiert wurde. In der ausführlichen Diskussion am Ratstisch wurden auch die Auswirkungen der Satzung für die betroffenen Landwirte erläutert, für die beispielsweise bei Lagerschuppen eine hohe Öffnung zur wirtschaftlichen Nutzung erforderlich ist.

Nicht allein zweckmäßiges Bauen, sondern die Bewahrung des besonderen Ortsbilds von Flintsbach müssten im Vordergrund stehen, so die Argumentation einiger Ratsmitglieder für eine Beibehaltung der Satzung. Ausnahmen und Befreiungen müssten dann im begründeten Einzelfall möglich sein.

Mit sechs zu neun Stimmen lehnten die Gemeinderäte schließlich den Antrag auf Aufhebung der Satzung ab.

Der Bauausschuss wird sich mit einer Konkretisierung der Dachgestaltungssatzung beschäftigen. Dabei sollen auch eine mögliche Dachgestaltung in Satteldachform, jedoch mit unterschiedlich langen Dachhälften sowie unterschiedlichen Dachneigungen geprüft werden. Die von der Verwaltung vorgeschlagene Diskussionsgrundlage verweist auf ein Längenverhältnis der beiden Dachhälften von 3:1. Zur Debatte steht auch eine mögliche Anwendung der Abweichung für alle von der Satzung betroffenen Garagen und Nebengebäude.

Über den Bauantrag von Peter Astl, der einen Hackschnitzellagerschuppen auf der Hohen Asten errichten will, soll nach einer Konkretisierung der Dachgestaltungssatzung in der nächsten Sitzung entschieden werden.

Zugestimmt wurde dem Bauantrag von Alois Ammer auf Neubau eines Doppelhauses mit Garagen am Oberfeldweg. Gegenüber der Bauvoranfrage von 2001 ergaben sich im aktuellen Plan Abweichungen bei der Wand- und Firsthöhe sowie der Abstandsfläche zum Nachbargrundstück an der Nußdorfer Straße. Kurzfristig konnte dazu eine Kompromisslösung gefunden werden.

Die von Johann Maier beantragte Nutzungsänderung der Keller- und Lagerräume an der Kufsteiner Straße in eine gewerbliche Nutzung als Werkstatt lehnte der Gemeinderat mehrheitlich ab. Die Gemeindeverwaltung habe erhebliche Bedenken, dass die Immissionswerte eingehalten werden können. Zudem haben drei angrenzende Nachbarn ihre Unterschrift verweigert. Sollte die Bauabteilung des Landratsamts Rosenheim die Erteilung einer Baugenehmigung für möglich halten, kann dadurch das fehlende gemeindliche Einvernehmen ersetzt werden.

Einverstanden zeigte sich der Gemeinderat mit der Änderung des Bebauungsplans "Flintsbach-Ost" am Windschnurweg. Der Änderungsentwurf der Firma Johann Obermair beinhaltet eine Anhebung des Dachgeschosses mit einem Kniestock von 0,72 Meter.

Aufgrund der Anschaffung des neuen Mehrzweckfahrzeuges muss die Anlage zur Satzung über Aufwendungs- und Kostenersatz für Einsätze und andere Leistungen gemeindlicher Feuerwehren geändert werden.

Die von der Verwaltung vorgelegte Änderung wurde ohne Gegenstimmen beschlossen.

Gerechnet werden beim neuen Mehrzweckfahrzeug für jeden angefangenen Kilometer Wegstrecke 4,24 Euro Streckenkosten und Ausrückestundenkosten von 37,30 Euro je Stunde. Für den zusammen mit dem Mehrzweckfahrzeug beschafften Stromerzeuger werden 25,20 Euro Arbeitsstundenkosten berechnet.

mc/Oberbayerisches Volksblatt

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