Für Brennerei nicht Feuer und Flamme

Schechen - Eine Obstbrennanlage möchten zwei Brüder in Marienberg in der Gemeinde Schechen errichten - allerdings auf einem Grundstück im Außenbereich.

Ein entsprechender Vorbescheidsantrag lag den Mitgliedern des Bauausschusses in der jüngsten Sitzung vor. Da das Vorhaben jedoch auf einem Grundstück im Außenbereich realisiert werden soll, muss die Frage der Privilegierung erst noch geklärt werden. Als Hintergrundinformation erinnerte Bürgermeister Hans Holzmeier das Gremium daran, dass die Brüder in Kaps in Marienberg eine Streuobstwiese angelegt hätten. Dies sei im Sinne aller sehr begrüßenswert. Auch der Gartenfachberater des Landratsamtes Rosenheim habe die Streuobstwiese sehr befürwortet. Jetzt hätten die Brüder die Errichtung einer weiteren Garage und eines Raumes zum Betrieb einer Obstbrennanlage auf dem bauplanungsrechtlich im Außenbereich liegenden Grundstück beantragt.

Franz Pommer, geschäftsleitender Beamter der Gemeinde Schechen, brachte die Problematik auf den Punkt. Entscheidend sei hier, ob man die Obstbrennanlage als Hobby der Antragsteller oder als Nebenerwerb einschätze. "Wenn die Anlage ein Hobby ist, dann ist sie nicht privilegiert, und es wird keine Genehmigung geben", so Pommer.

Und privilegiert sei das Vorhaben nur dann, wenn es einem landwirtschaftlichen Betrieb diene. Der Erwerbsobstanbau falle zwar unter den Begriff der Landwirtschaft. Allerdings werde an einen solchen Anbau die Anforderung gestellt, dass damit mindestens ein Nebenerwerb erzielt werden müsse.

Nach den Worten des Bürgermeisters habe das Landratsamt wohl die Genehmigung des Vorhabens deutlich in Zweifel gestellt. "Für uns stellt sich die Frage, ob wir uns so eine Anlage im Hinblick auf die Ortsentwicklung vorstellen können oder nicht", merkte Holzmeier an.

Nach Einschätzung von Franz Pommer sei für die Gemeinde derzeit eine Entscheidung nicht möglich, da eine fachliche Beurteilung noch nicht vorliege. Aus diesem Grund riet der geschäftsleitende Beamte dem Gremium dazu, das gemeindliche Einvernehmen vorerst nicht zu erteilen.

Der Rathaus-Chef betonte, dass man auch in anderen Fällen in der Vergangenheit nur bei einer vorliegenden Privilegierung derartige Vorhaben befürwortet habe. Schließlich einigten sich die Bauausschuss-Mitglieder mit der Gegenstimme von Drittem Bürgermeister Peter Lechner (UP/FWG) darauf, der Obstbrennanlage vorerst kein grünes Licht zu geben und die erforderliche Stellungnahme des Landratsamtes Rosenheim abzuwarten.

Daniela Lindl (Oberbayerisches Volksblatt)

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