Baubeginn im Norden als primäres Ziel

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Vor allem unter dem zunehmenden Schwerlastverkehr leiden die Anwohner des Schechener Ortsteils Pfaffenhofen seit Jahren. Die Bürgerinitiative kämpft seit 2010 für eine Ortsumgehung.

Schechen - Die Schechener Bürgerinitiative "B 15 - Raus aus Pfaffenhofen" lässt keine Möglichkeit aus, sich gegen die zunehmende Verkehrsbelastung in Pfaffenhofen zu wehren.

Jetzt hat die BI zusammen mit vielen Bürgern die vom Bayerischen Innenministerium ins Leben gerufene Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans 2015 genutzt, um das Thema nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

"Wir waren zunächst froh über den Baubeginn der Westtangente, aber unser primäres Ziel ist ein schnellstmöglicher Baubeginn im Norden", betonte BI-Sprecher Lothar Thaler auf Anfrage. Deshalb habe sich die BI die Aufforderung zur Öffentlichkeitsbeteiligung der Staatsregierung zu eigen gemacht und ihre Wünsche und Forderungen nochmals festgehalten. Laut Thaler habe die Verkehrszunahme auf der B 15, insbesondere durch den Schwerlastverkehr, die Grenze des Zumutbaren im Schechener Ortsteil Pfaffenhofen mit über 14 000 Fahrzeugen täglich schon seit Langem überschritten.

Mit dem Baubeginn des Abschnitts I der Westtangente im Sommer 2012 sei ein Etappenziel erreicht worden. Der Schechener Bürgerwunsch, auch im Norden bei Wieden mit der Realisierung der Ortsumgehung von Pfaffenhofen zu beginnen, blieb jedoch unerfüllt. Nach Vorstellungen der BI sollte der geplante, letzte Bauabschnitt der Westtangente entgegen der bisherigen Planung vorgezogen und als nächste Baumaßnahme in Angriff genommen werden.

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BI-Sprecher Thaler hatte genügend Argumente dafür parat, weshalb die Ortsumgehung von Pfaffenhofen in den Bundesverkehrswegeplan 2015 aufgenommen werden sollte: So würde der Ort am meisten von der Westtangente profitieren, das tägliche Verkehrsaufkommen könne laut Expertenmeinung bis auf 1000 Fahrzeuge pro Tag reduziert werden und die "Einschleifung" in die Staatsstraße 2080 bei Moos ließe sich einfach verwirklichen. Auch ein Vergleich mit dem ebenfalls höhengleichen Bahnübergang in Rott wäre für die Staatsstraße 2080 problemlos. "Dieser hochwirksame Teil der Westtangente wäre mit rund 3,5 Millionen Euro zu realisieren, was nur einen Bruchteil der Gesamtkosten darstellt", so Thaler.

Die Anträge der BI und von vielen Bürgern sind laut Thaler an das Bayerische Innenministerium, an die Oberste Baubehörde in München und auch an regionale politische Mandatsträger geschickt worden. Welchen der regionalen Politiker sich die BI mit ins Boot holen wird, wollte Thaler gegenüber den OVB Heimatzeitungen noch nicht verraten: "Wir möchten uns auf alle Fälle Unterstützung holen. Aber konkrete Namen werden noch nicht verraten. Auf alle Fälle werden wir Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer an seine Worte erinnern, die er beim Spatenstich sprach." Demnach habe Ramsauer damals die BI dazu aufgefordert, Druck zu machen. So habe er der BI das Gefühl gegeben, auf dem richtigen Weg zu sein.

Aus dem Archiv: Spatenstich zur Westtangente

Begrüßt und unterstützt werden die BI-Aktivitäten in Bezug auf den Bundesverkehrswegeplan auch von Schechens Bürgermeister Hans Holzmeier. Von Seiten der Gemeinde sei der Obersten Baubehörde auch nochmals die Dringlichkeit einer schnellen Realisierung für Pfaffenhofen und Rosenheim verdeutlicht worden.

Da die Westtangente in der Vorschlagsliste bereits im vordringlichen Bedarf stehe, gehe Holzmeier davon aus, dass sie in den neuen Bundesverkehrswegeplan 2015 aufgenommen wird: "Alles andere wäre ja ein Schildbürgerstreich, da bis 2015 bereits rund 20 Millionen Euro verbaut sein werden."

Der Schechener Rathaus-Chef wies darauf hin, dass in dem Bundesverkehrswegeplan keine Aussagen über Bauzeit und Finanzierung der Bauprojekte getroffen werden. Dort werde auch nicht entschieden, ob ein Baubeginn im Norden sinnvoll ist. Dazu Holzmeier abschließend: "Trotzdem kann es nicht schaden, immer wieder auf die Notwendigkeit der Westtangente hinzuweisen."

dli/Oberbayerisches Volksblatt

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