Mensch im Mittelpunkt der Gedenkfeier

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Schechen - Wichtig ist der Mensch: Die diesjährige Gedenkfeier zum Volkstrauertag fand in Pfaffenhofen statt.

Vorausge­gangen war eine Eucharistiefeier in St. Laurentius, in der Pfarrer Herbert Holzner den Menschen in den Mittelpunkt seiner Predigt stellte. Ein jeder habe einen Anspruch auf Gerechtigkeit und Würde, weshalb Intoleranz und Rassismus entgegengetreten werden müsse. Pfarrer Holzner: „Jedes Leben ist ein Geschenk Gottes und deshalb unantastbar“.


Bürgermeister Hans Holzmeier bezog sich in seiner Ansprache am Kriegerdenkmal ebenfalls auf kirchliche Aussagen; denn Papst Franziskus habe während einer Messe in Assisi über 50.000 Gläubi­gen zugerufen:  „Hören wir den Schrei derer, die weinen, leiden und sterben aufgrund der Gewalt, des Terrorismus und des Krieges – im Heiligen Land, in Syrien, im Nahen Osten – in der Welt!“ Am Volkstrauertag gedenke die Bevölkerung der Opfer von Krieg und Gewalt und Holzmeier erinnerte auch daran, dass es in der Geschichte der Menschheit nie zuvor so viele Opfer von Kriegen, Verfol­gung, brutaler Gewalt und Terroranschlägen gegeben habe, wie im vergangenen Jahrhundert.

In sein Gedenken schloss er neben den Gefallenen aller Länder auch die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und die Vertriebenen mit ein. „Aus den Schrecken der Vergangenheit müssen Leh­ren gezogen werden durch andauerndes Bemühen um Ausgleich, Verständnis und Freundschaft zwi­schen den Völkern“, so der Gemeindechef weiter. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an den 75. Jahrestag der „Reichspogromnacht“ und stellte besorgt fest: „Es gibt nach wie vor die Verbrecher, die sich an nationalsozialistischem Gedankengut orientieren. Sie verbreiten nicht nur ihre bösen Parolen, sie schrecken auch vor Mord nicht zurück!“


Aus aktuellem Anlass gedachte Hans Holzmeier auch der Opfer auf den Philippinen, die bei dem ver­heerenden Taifun ums Leben gekommen oder obdachlos seien. Ebenfalls aktuell sei die Aufnahme von Flüchtlingen aus Krisen- und Kriegsgebieten, die derzeit in Hochstätt eine vorläufige Bleibe ge­funden hätten. Er freue sich über die große Hilfsbereitschaft, die den Asylbewerbern in der hiesigen Gemeinde entgegengebracht worden sei und dankte allen Bürgern für ihre Beiträge, diesen Bedürfti­gen das Leben wenigstens etwas zu erleichtern. Fremdenfeindlichkeit habe in der Gemeinde Sche­chen keinen Platz.

Gebete im Spalier von Feuerwehren, Veteranen und Vereinen sprachen die Pfarrer Herbert Holzner und Michael Markus, die auch den Segen für alle Anwesenden erteilten. Den musikalischen Rahmen dieser würdigen Gedenkfeier gestaltete die Bläsergruppe Pfaffenhofen, die zum Ausklang das Lied vom guten Kameraden spielte.

Lutz Ellermeyer

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