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Fischtreppe zwischen Inn und Hammerbach in Betrieb

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Fischtreppe Richtung Inn

Schechen – Um die EU-Normen zu erfüllen, hat die Verbund AG eine Fischtreppe gebaut. Sie soll den Fischen eine "Wanderhilfe" vom Hammerbach in den Inn sein.

Im Gemeindebereich von Schechen erstellt die Verbund AG aufwändige ökologische Bauwerke, um EU-Normen zur Durchgängigkeit von Gewässern zu erfüllen. Dazu gehören unterhalb der Staustufe Feldkirchen eine Brücke mit sogenanntem Verschlussbauwerk und oberhalb eine technische Fischwanderhilfe – im Volksmund auch „Fischtreppe“ genannt. Erstere Baumaßnahme sichert die Verbindung vom Hammerbach zum Inn, die zweite die Durchgängigkeit vom Inn zum Hammerbach. Der österreichische Kraftwerksbetreiber mit Hauptfirmensitz in Wien erfüllt damit eine Wasserrahmenrichtlinie der EU im Einklang mit dem deutschen Wasserhaushaltsgesetz (WHG), wonach auch der Inn bei Wasserkraftanlagen für die Gewässerfauna und besonders Fische durchgängig gemacht werden muss. Dazu erläuterte die im Bauamt (Wasserrecht) im LRA Rosenheim zuständige Sachbearbeiterin, Frau Schweinöster, dass für das Bauwerk am Inn nach Eingang und Prüfung der Planungsunterlagen 2012 die baurechtliche Genehmigung erteilt wurde. „Diese Fischwanderhilfe ermöglicht nach Fertigstellung unter Umgehung des Staubauwerks den Wechsel von Fischen und Fischnährtieren vom Hammerbach in den Inn“, so die Sachbearbeiterin weiter. Diese ökologische Baumaßnahme sei für alle Wasserkraftanlagen des Inn geplant, um den Fluss den Vorschriften entsprechend wieder durchgängig zu machen.

Projektleiter des Bauwerks bei Feldkirchen ist Herr Wimmer von den Verbund-Innkraftwerken am Sitz in Töging. Er äußerte sich zur Errichtung der Fischwanderhilfe begeistert: „Es ist schon toll, so eine Maßnahme für die Umwelt realisieren zu können und sie wird an jeder Staustufe umgesetzt“. An der Baustelle bei Fluss-Kilometer 178,000 sind die Rosenheimer Firmen Zosseder und Großmann mit bis zu 20 Arbeitern eingesetzt, für deren Koordinierung Wimmer zuständig ist.

Die neue Fischtreppe zwischen Inn und Hammerbach

 © Lutz Ellermeyer
 © Lutz Ellermeyer
 © Lutz Ellermeyer
 © Lutz Ellermeyer
 © Lutz Ellermeyer
 © Lutz Ellermeyer
 © Lutz Ellermeyer

Weitere Informationen erteilt die Kommunikationsmanagerin für Oberösterreich und Bayern Eveline Fitzinger von VERBUND in Wien: „Wir betreiben an Donau und Inn insgesamt 30 Wasserkraftwerke, sogenannte Laufkraftwerke. Davon befinden sich 21 am Inn, so dass wir diese und neun an der Donau ‚fischdurchgängig‘ machen müssen. Das bedeutet, dass bis zum Jahr 2021 allein an diesen Flüssen nach Vorgaben der EU 30 Fischtreppen errichtet werden müssen. Diese ‚Durchgängigkeit‘ betrifft nicht nur die Fische sondern alle Wasserorganismen. Erwähnen möchte ich noch, dass VERBUND insgesamt 121 Flusskraftwerke betreibt“. Auf Fragen erklärte die Pressesprecherin, so eine Fischtreppe könne bis zu 1,8 Mio. Euro kosten. Dass bei der Staustufe Feldkirchen sowohl am Verschlussbauwerk als auch an der Fischtreppe Informationstafeln aufgestellt und bei der Fischaufstiegshilfe Schaugläser installiert werden, sieht Eveline Fitzinger positiv. Was die Beobachtungsmöglichkeit durch Glas angeht, schränkt sie jedoch ein: „Wenn dann auch tatsächlich Fische zu sehen sind; denn der Inn ist nur selten grün und führt große Mengen an Sedimenten mit sich, die das Wasser meist trüb machen“!

Seit vergangener Woche ist die Fischtreppe nun in Betrieb. Die Anlage wird zunehmend von interessierten Bürgern in Augenschein genommen.  Fische konnten durch das Schauglas keine gesichtet werden, weshalb einer der Zuschauer in Anbetracht eines kühlen Ostwindes scherzhaft meinte: „Vielleicht ist es ihnen ja zu kalt!“

ele

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