Schnee und Eis: Arbeitslosigkeit steigt!

+
Der Arbeitsmarktreport der Agentur für Arbeit Rosenheim.

Rosenheim - „Im Laufe des vergangenen Monats (11.12.2009-14.01.2010) hat sich die Zahl der Arbeitslosen deutlich erhöht“, so Harald Neubauer, Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur, bei der Bekanntgabe der Januardaten.

Neubauer weiter: „Wir mussten gegenüber dem Vormonat eine Steigerung um fast 20 Prozent hinnehmen, das sind in absoluten Zahlen ausgedrückt 2160 Arbeitslose mehr, als wir noch im Dezember hatten. Eine große Rolle spielte dabei der relativ heftige Wintereinbruch, der fast alle Außenbranchen zum erliegen gebracht hat. Betroffen davon ist das komplette Baugewerbe mit Maurern, Betonbauern, Zimmerern, Malern, Bauelektrikern etc. sowie der Straßenbau, die Land- und Forstwirtschaft und der Gartenbau.“

Eckwerte des Arbeitsmarktes: Januar 2010 (Agentur für Arbeit Rosenheim)

pdf

Neubauer weiter: „Die Arbeitslosigkeit ist in allen zum Bezirk gehörenden Regionen, also in Stadt und Landkreis Rosenheim, sowie in den Landkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen angestiegen. Insgesamt wurden 13.080 arbeitslose Bürgerinnen und Bürger gezählt, wie gesagt, 20 Prozent mehr als im Vormonat und 1 730 mehr als im Januar des Vorjahres. Es errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent, im Dezember lag die Quote noch bei 4,1 Prozent.“

Bei dieser Winterarbeitslosigkeit überwiegt berufsbedingt die Arbeitslosigkeit bei den Männern. So sind aktuell 7650 Männer, 1760 oder 30 Prozent mehr als im Dezember, ohne Beschäftigung. Bei den Frauen hat sich die Zahl der Arbeitslosen nicht so deutlich erhöht, hier sind es 5440 Erwerbslose und damit „nur“ 400 mehr als im Vormonat.

Lesen Sie hierzu auch:

Arbeitslosigkeit in Deutschland

Arbeitslosigkeit in Bayern

Bei der Analyse der neuen oder erneuten Arbeitslosmeldungen zeigt sich ganz deutlich, dass die meisten Personen vor Ihrer Meldung in Beschäftigung standen. Von den fast 5000 „Neuzugängen“ hat sich der überwiegende Teil, nämlich 3400 aus einer Erwerbstätigkeit heraus gemeldet. Sie haben daher in der Regel einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I und werden demzufolge von der Agentur für Arbeit betreut. Neubauer dazu: „Der Wintereinbruch hat zu erheblichen Personalfreistellungen in den witterungsabhängigen Betrieben geführt. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist also in erster Linie Saison bedingt. Erfreulicherweise haben viele Gekündigte eine Wiedereinstellungszusage vom bisherigen Arbeitgeber mit dabei, so dass wir davon ausgehen, dass sie die Arbeit – spätestens im Frühjahr – wieder aufnehmen werden. Weiterhin ist festzuhalten, dass im Berichtszeitraum 1300 Arbeitslose wieder eine Erwerbstätigkeit aufnehmen konnten.“

Rosenheims Agenturleiter ergänzt: „Von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, versuchen die Betriebe nach wie vor ihre Beschäftigten so lange als möglich zu halten. Ich möchte in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass durch die Zweite Änderungsverordnung vom 08.12.2009 durch das BMAS die Bezugsfrist für das konjunkturelle Kurzarbeitergeld (Kug) in der Zeit vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010 auf 18 Monate verlängert wurde. Die Rechtsverordnung stellt außerdem sicher, dass Betriebe, die mit der Kurzarbeit zu irgendeinem Zeitpunkt innerhalb des Jahres 2009 begonnen haben, generell die Regelung einer maximalen 24-monatigen Kug-Regelbezugsfrist nutzen können. Sollten Sie Fragen zur Kurzarbeit, auch zur Verlängerung der Kurzarbeit haben, können Sie sich gerne an unser Arbeitgeber-Träger-Team unter der Telefonnummer 08031 / 202 373 wenden.“

Die Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen stellt sich in diesem Monat folgendermaßen dar: Von den insgesamt 13080 beschäftigungslosen Männern und Frauen sind 8300 (1130 mehr als im Vorjahr), bei den Agenturen für Arbeit in Rosenheim, Bad Aibling, Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 4790 Personen, 600 mehr als vor einem Jahr fallen unter die Regelungen des Sozialgesetzbuches II (SGB II) und werden von den Arbeitsgemeinschaften (Stadt Rosenheim, Landkreise Rosenheim und Bad Tölz-Wolfratshausen) oder der optierenden Kommune in Miesbach betreut.

Auf der Nachfrageseite wurden im Laufe des Berichtsmonats von den Unternehmen und Verwaltungen der Region 700 reguläre Stellen gemeldet. Neubauer dazu: „Das sind 120 mehr als im Vormonat und sogar 170 (plus 33 Prozent) mehr als im Januar letzten Jahres. Häufig sind nach wie vor qualifizierte Fachkräfte gesucht. Wir führen daher unsere Qualifizierungsoffensive auch im Jahr 2010 weiter fort, um bei den gemeldeten Arbeitslosen vorhandene Defizite abzubauen. Jeder – Arbeitslose, Beschäftigte, Betriebe - sollte die vorhandenen Programme und finanziellen Fördermöglichkeiten für eine Weiterbildung nutzen. Unter unserer Hotline für Arbeitgeber 0180 / 1 664466* erhalten Sie nähere Informationen.“

* Festnetzpreis 3,9 ct / min; Mobilfunkpreise abweichend. Ab 01.03.2010 gilt: Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min.

Der Arbeitsmarkt In den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:  

  • Der Landkreis Rosenheim hat aktuell mit 4,4 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk. Hier sind 3540 Männer und Frauen bei der Hauptagentur Rosenheim und der Geschäftsstelle Bad Aibling arbeitslos gemeldet, 910 mehr als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich die „ARGE für Arbeit und Soziales im Landkreis Rosenheim“ um 1940 erwerbslose SGB II-Kunden (110 mehr als im Dezember). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt demzufolge bei 5480.
  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent. Derzeit sind 2 300 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 255 auf 1110. Für 1190 SGB II-Kunden, 65 mehr als im Dezember, ist die ARGE Rosenheim Stadt zuständig.
  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Januar eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent aus. Das entspricht 2990 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 1980 Männer und Frauen, 425 mehr als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 1010 (60 mehr als im Dezember) werden von der ARGE Bad Tölz-Wolfratshausen betreut.
  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 2311 Bürger ohne Erwerbstätigkeit, was einer Quote von 4,8 Prozent entspricht. Davon sind 1664 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 332 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als "zugelassener kommunaler Träger" (optierende Kommune) zuständig. Da die Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) gesetzlich übertragen wurde, ist der Landkreis Miesbach verpflichtet, die Zahl der Arbeitslosen, die direkt von dort betreut werden, der BA zu melden. Dieser Wert liegt bei 647 Erwerbslosen, sechs mehr als im Dezember.

Allgemeine Hinweise:

  • Ab Berichtsmonat Mai 2008 wurden die Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeitslosenquote aktualisiert.
  • Ab dem Berichtsmonat Januar 2009 erfolgt die statistische Berichterstattung und Veröffentlichung der Arbeitslosenquoten durchgängig auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen. Damit können einheitliche Arbeitslosenquoten für alle Untergliederungen nach Strukturmerkmalen (in allen Regionen) ausgewiesen werden. Zusätzlich werden nun auch Arbeitslosenquoten für die Altersgruppen „50 bis unter 65“ und „55 bis unter 65“ veröffentlicht.
  • Betrifft die Arbeitslosenzahlen der Geschäftsstelle Holzkirchen / des Landkreises Miesbach und damit auch die Zahlen für den Agenturbezirk insgesamt:

Die Daten zur Arbeitslosigkeit speisen sich ab September 2005 aus den IT-Fachverfahren der Bundesagentur für Arbeit (BA), aus plausibel bewerteten Datenlieferungen des zugelassenen kommunalen Trägers und - sofern keine plausible Daten geliefert wurden - aus ergänzenden Schätzungen der BA. Merkmale wie Zu- und Abgänge können noch nicht ausgewiesen werden.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

Zurück zur Übersicht: Rosenheim Land

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT