Landkreis ermöglicht Ausnahme

Schulbesuch für Rosenheimer in Tirol ohne Quarantäne möglich

Ab Montag wieder nach Kufstein in den Unterricht: Das Landratsamt Rosenheim erteilt seit Freitag Ausnahmegenehmigungen für Schulpendler nach Österreich.
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Ab Montag wieder nach Kufstein in den Unterricht: Das Landratsamt Rosenheim erteilt seit Freitag Ausnahmegenehmigungen für Schulpendler nach Österreich.

Ab Montag ist für Schüler aus dem Inntal der Schulbesuch in Tirol möglich, ohne Gefahr zu laufen, nach der Rückreise in Quarantäne zu müssen. Für Schüler aus Österreich, die eine Schule auf bayerischer Seite besuchen, gibt es aber offenbar noch keine Lösung seitens der deutschen Behörden.

Rosenheim – Die Einreise für deutsche Staatsbürger sei in jedem Fall möglich, wie der Sprecher des Landkreises Rosenheim, Michael Fischer, betont. Der Landkreis Rosenheim stellt auf Antrag der Schulen für Betroffene Ausnahmebescheinigungen aus. Hintergrund dürfte die Unsicherheit in den vergangenen Tagen seit den verschärften Grenzkontrollen gewesen sein. Mitunter habe die Vermutung im Raum gestanden, die Einreise nach Deutschland sei nach einem Besuch in Österreich gar nicht mehr möglich.

Einreise standnie zur Debatte

Dies habe jedoch nie zur Debatte gestanden. Tatsächlich drehen sich die inzwischen möglichen Ausnahmen für Pendler nur um die Frage: Wer muss nach der Wiedereinreise aus Österreich in Quarantäne und wer nicht? Warum der Kreis seine Rechtsauffassung inzwischen geändert hat, nachdem Eltern mitunter vergeblich versucht hatten, eine Ausnahmebescheinigung zu bekommen, beantwortete Fischer vage: Im Landratsamt ergäben sich jeden Tag neue Probleme in Sachen Corona, die man zu lösen habe.

Brief an Innenminister

Für rund 80 Schüler aus Kiefersfelden und Oberaudorf, die das Gymnasium Kufstein besuchen, bedeutet die jüngste Entwicklung: Ab Montag können sie wieder am Präsenzunterricht teilnehmen. Diesen gestaltet die Republik Österreich für die Klassen fünf bis zwölf derzeit im Wechselsystem an zwei Tagen die Woche. Der Kiefersfelder Bürgermeister Hajo Gruber gibt sich mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen erleichtert. Ihn habe die Nachricht am Donnerstagabend (18. Februar) erreicht, dass die Schüler seiner Gemeinde und die seine Amtskollegen nunmehr wieder den Unterricht am Kufsteiner Gymnasium besuchen können.

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Auch die Schülerbeförderung dorthin hat der Kreis inzwischen organisiert.

Am Tag zuvor hatte sich Grubers Oberaudorfer Amtskollege, Matthias Bernhardt, auch in seinem Namen an Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gewandt und um Hilfe gebeten (wir berichteten). Zumal für einige betroffene Schüler die Matura auf dem Spiel stand.

Freistaat mauert

Während der Freistaat in dieser Sache zumindest auf Landesebene mauert, gibt sich Österreich entspannter. Wie das Kultusministerium auf Anfrage antwortet, dürfen in Tirol wohnhafte Schüler derzeit eigentlich nicht nach Deutschland einreisen, ohne sich in Quarantäne begeben zu müssen. Angesichts der „besonderen Gefahr“ durch die Einreise von Personen aus Gebieten mit Mutationen des Corona-Virus, hätten die zuständigen Behörden unter „Abwägung aller relevanten Gesichtspunkte diesen restriktiven Weg gewählt“.

Österreich reicht negativer Schnelltest

Schüler, die nicht aus diesen sogenannten „Virusvarianten-Gebieten“ kommen, seien von der geltenden Einreise-Quarantäne-Verordnung (EQV) bereits von der Pflicht zur Isolation ausgenommen. Österreich reicht hingegen zur Einreise ein negativer Schnelltest.

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Auch ohne Ausnahmebescheinigung muss dort keiner in Quarantäne, wie das österreichische Kulturministerium auf Anfrage antwortet. Einzige Bedingung für die Ausreise sei ein zusätzlicher negativer Corona-Test, nicht älter als 78 Stunden.

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