Kleiner Restbestand der bedrohten Art im Krebsbach bei Söchtenau

Rettet die Bachmuscheln!

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Söchtenau - Noch im 20. Jahrhundert war die Bachmuschel in so gut wie allen deutschen Bächen und Flüssen vertreten. Heute ist sie vom Aussterben bedroht. Darum muss der kleine Restbestand im Krebsbach unbedingt geschützt werden.

Im Krebsbach bei Söchtenau lebt noch ein kleiner Restbestand der europaweit vom Aussterben bedrohten Bachmuschel (Unio crassus). 

Ursprünglich gab es im Krebsbach, in der Gunzenhamer Ache, der Murn und der Zillhamer Ache einen zusammenhängenden Bachmuschelbestand. Mittlerweile lebt die Population in der Murn getrennt von den Muscheln im Krebsbach. Was die entscheidende Ursache für die Trennung war, bleibt fraglich, denn der Lebenszyklus der Bachmuschel ist kompliziert: die Muschellarven leben einige Wochen als Parasitenin den Kiemen bestimmter Fischarten. Für eine erfolgreiche Fortpflanzung müssen also nicht nur die Lebensbedingungen für die Muscheln stimmen sondern auch für die Fische. Somit profitieren vom Schutz der Bachmuschel viele Arten: Bachmuschelschutz ist Gewässerschutz

Seit 2013 hilft das BayernNetzNatur-Projekt „Bachmuschel in der Murn“ im Auftrag der Regierung von Oberbayern dem europarechtlich geschützten Tier. „Neben der direkten Unterstützung der Fortpflanzung durch Infizierung von Wirtsfischen et cetera, liegt die Hauptaufgabe der Projektbetreuung in der Aufklärungsarbeit. Manchmal schaden Anlieger und Bewirtschafter der Art unbeabsichtigt ohne es zu wissen, weil sie nicht über das Vorkommen der Bachmuschel und ihre extreme Bedrohtheit informiert sind“, so Marina Pagel vom Büro Niederlöhner aus Wasserburg, die das Projekt seit 2016 betreut. 

Was die Bachmuschel braucht

Am Krebsbach spielen vor allem Grabenräumungen eine entscheidende Rolle. Die Bachmuscheln leben eingegraben im Sediment. Wenn bei Ausbaggerungen keine Schutzmaßnahmen ergriffen werden, sind zwangsläufig Tiere mit im Aushub, die dann sterben. Das Bachmuschelprojekt hilft bei dem Dilemma und berät gerne, wie die Tiere im Projektgebiet geschützt werden können. Schließlich ist es gesetzlich verboten die Muscheln zu stören, zu schädigen oder gar zu töten. „Wir unterstützen das Muschelprojekt so gut wir können“, sagt Bürgermeister Forstner. Weiterhin meint er: „Grabenräumungen ohne Absprache mit den Behörden, der Muschelkoordinationsstelle oder dem Muschelprojekt Murn darf es künftig nicht mehr geben!“ Mit der richtigen Herangehensweise werden Grabenräumungen nicht nur naturschonender sondern auch effizienter: Um zu verhindern, dass Boden nachbricht, ist eine flache Ufergestaltung hilfreich. Das Wasser enthält dann weniger Einträge und es muss nicht so oft gebaggert werden. 

Neben den Direktmaßnahmen ist für das Überleben der Bachmuschel der Lebensraum entscheidend. Das Projekt setzt sich für wenig gedüngte und Gehölz-bestandene Uferstreifen, abwechslungsreiche Gewässerstruktur mit langsam und schnell fließendem Wasser, Bachabschnitte ohne Wander-Barrieren für Wirtsfische, Besatz mit Wirtsfischen, das Abfangen von Bisamen (Fressfeind der Muschel), Ausgleichsflächen am Ufer und vieles mehr ein. 

Bitte helfen auch Sie der Bachmuschel und dem Erhalt der Artenvielfalt, damit sie künftig wieder fester Bestandteil unserer heimatlichen Fließgewässer wird. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!
Mehr Infos rund um die Muscheln des Krebsbachs und der Murn gibt es unter mail@la-niederloehner.de sowie unter der Telefonnummer 08071/7266860.

So sehen die bedrohten Bachmuscheln aus

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

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