Fast zwei Jahre nach Fund der "Sommerlochschlange"

Schlange vom Siferlinger See: Niemand will Ambrosius

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Söchtenau/München - Auch ein Jahr und neun Monate nach ihrer Rettung aus dem Siferlinger See ist die Riesenschlange Ambrosius weiter in einer Auffangstation für Reptilien untergebracht.

"Er sitzt immer noch bei uns und wartet auf ein neues Zuhause", sagte Tina Hollandt, Tierärztin in der Einrichtung in München am Dienstag. Es habe sich seit September 2016 niemand gemeldet, der die Würgeschlange vermisst. Damals hatten Schlangenliebhaber aus München die Anakonda am Siferlinger See nahe Söchtenau gefangen. 

„Wir sind ins Wasser und langsam zu ihr hingeschwommen“

„Wir hatten davon in der Zeitung gelesen“, erzählte Laura Bok damals im Interview. „Wir wollten einfach schauen, ob wir Glück haben und die Schlange fangen können.“ Als die Münchner schon gar nicht mehr damit gerechnet hatten, entdeckten sie die Schlange dann tatsächlich am sonnigen Ufer im Schilf. „Wir sind dann ins Wasser und langsam zu ihr hingeschwommen“, schilderte sie den Ablauf. Im Wasser stehend packten die Schlangenfänger dann zu. Bobby Bok fixierte mit der bloßen Hand den Kopf, seine Frau Laura das Hinterteil. „Das Reptil war total friedlich.“ Zuvor hatte Ambrosius in den zwei Wochen zuvor für ein Badeverbot gesorgt.

Das Ehepaar Bok mit zwei Polizisten nach dem Fang am Siferlinger See.

Ambrosius noch lange nicht ausgewachsen

Die Vermittlung der Schlange gestaltet sich schwierig. Sollte jemand Ambrosius aufnehmen wollen, muss er einige Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören eine behördliche Genehmigung, gefährliche Tiere halten zu dürfen. Die ist laut Hollandt "recht schwierig zu bekommen". Bis sich jemand findet, bleibt Ambrosius in der Auffangstation. Und das kann noch länger dauern: Anakondas können bis zu 30 Jahre alt werden. Und Ambrosius sei noch lange nicht ausgewachsen, sagte Hollandt.

mh mit Material der dpa

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