Flache Kurve und Radweg

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Das Gebiet rund um die Staatsstraße 2078: Hier sollen bald die Bagger rollen.

Rosenheim (OVB) - Wenn es nach dem staatlichen Straßenbauamt und der Stadt Rosenheim geht, kann im Jahr 2012 mit dem Ausbau der Brannenburger Straße zwischen Weko und dem Aisinger Kreisel begonnen werden.

Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren. Kritische Stimmen werden vor allem aus der Schönau laut, wo sich die Bewohner einen besseren Lärmschutz wünschen.

Bernhard Bauer erläuterte im Bauausschuss des Stadtrats als Projektgruppenleiter des staatlichen Bauamtes das Vorhaben. Demnach ist eine Verbreiterung der Staatsstraße 2078 um einen Meter auf 6,50 Meter vorgesehen. Auf der nördlichen Seite ist ein 2,50 Meter breiter Geh- und Radweg geplant, von der Straße durch einen Pflanzstreifen abgegrenzt. Bei der Zufahrt zu der Splittersiedlung Schönau sind auf beiden Straßenseiten Busbuchten eingeplant, zudem eine Mittelinsel, um Fußgängern und Radfahrern das Überqueren der Straße zu erleichtern. Die Straße würde auf diese Weise rund 4,5 Meter von den Grundstücken in der Schönau abrücken. Zusätzlicher Lärmschutz wäre deshalb nach den gesetzlichen Bestimmungen nur für ein einziges Haus zu leisten. Aus Sicht des CSU-Fraktionsvorsitzenden Herbert Borrmann wäre es allerdings sinnvoll, im Bereich Schönau zwischen den Häusern und der Straße mehr Raum zu lassen. Dann könne dort später notfalls noch ein Lärmschutzwall errichtet werden - wobei Borrmann offen ließ, wer diesen finanzieren sollte. Sein Fraktionskollege Josef Gasteiger warnte, beim Neubau nicht die alten Fehler zu machen: "Sonst marschieren die Anlieger zum Gericht und lassen die Sache platzen wie einen Luftballon." Bernhard Bauer sagte zu, sein Amt werde dieses Anliegen der Regierung von Oberbayern als zuständiger Behörde vortragen, sofern die Stadt das wünsche.

Daneben war die geplante Abflachung der jetzt sehr engen Kurve im Verlauf der Straße Hauptdiskussionspunkt. Der Kurvenradius soll von 50 auf 180 Meter erweitert werden. Nicht nur Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer befürchtete, ein solcher Ausbau werde die Autofahrer dazu verleiten, wesentlich höhere Geschwindigkeiten zu fahren. "Eine enge Kurve führt zu mehr Unfällen und nicht zu weniger Geschwindigkeit", verdeutlichte der Planer. Man müsse sich an die heutzutage gängigen Standards halten. Sache der Stadt sei es dann, die erlaubten Geschwindigkeiten festzulegen. CSU-Stadträtin Margarete Fischbacher wünschte sich weiterhin eine Beschränkung auf 60 km/h. Ob dies machbar ist, müsse geprüft werden, erläuterte der zuständige Dezernent, Hermann Koch. Dies sei nicht ohne Weiteres machbar. Für Abweichungen von der Regelgeschwindigkeit brauche man immer eine einleuchtende Begründung.

An der grundsätzlichen Notwendigkeit eines Ausbaus bestehe kein Zweifel, sagte Bernhard Bauer. Der täglich von etwa 11000 Fahrzeugen befahrene Abschnitt sei in einem erbärmlichen Zustand, eine Entlastung erst nach der Inbetriebnahme der Westtangente zu erwarten.

Gegen die Stimme der WIR-Stadträtin Bärbl Thum stimmte der Ausschuss für den Ausbau. Der Plan liegt noch bis Montag im Rathaus zur Einsichtnahme aus. Eventuelle Einwendungen können bis 15. März erhoben werden.

re (Oberbayerisches Volksblatt)

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