mögliche Änderung des Bebauungsplans "Westerndorfer Filze"

"Wenn man da Bebauung erlaubt, wird versiegelt und versiegelt!"

Stephanskirchen - Soll im Bereich eines Grundstücks nördlich des Fuchsbichlwegs der Bebauungsplan "Westerndorfer Filze" geändert werden? Im Gemeinderat wurde heftig diskutiert.

Mitte August hatte ein Ehepaar eine Änderung des Bebauungsplans "Westerndorfer Filze" im Bereich eines Grundstücks nördlich des Fuchsbichlwegs beantragt. Sie wollen dort ein Einfamilienhaus bauen.


Vom Bauausschuss wurde bereits 2010 ein entsprechender Antrag behandelt und einstimmig abgelehnt. Der Grund war damals, dass die beantragte Bebauung den derzeitigen klaren Ortsrand durchbrochen hätte und vor allem den Ansatz für eine weitere Bebauung bilden würde. Da sich daran nichts geändert habe, riet die Gemeindeverwaltung dem Antrag aus ortsplanerischer Sicht nicht zuzustimmen. 

Nach der der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wurde jedoch ein Antrag ausgearbeitet, der eine Änderung des Bebauungsplans unter mehreren Vorraussetzungen in Aussicht stellt. Unter anderem soll die komplette Bauzeile nördlich des Fuchsbichlwegs bis zur Firma Herzinger überplant werden, wobei eine Ausweisung als Mischgebiet angestrebt wird. 


Weiterhin soll der Fuchsbichlweg als öffentliche Verkehrsfläche gesichert werden und möglicherweise Teilflächen in diesem Bereich als Einheimischenbauland angekauft werden. Der Gemeinderat hatte sich im Mai dafür ausgesprochen, der Wohnungsnot durch sozialen Wohnungsbau, etwa durch ein Projekt in Westerndorf, und die Vergabe von Einheimischenbauland entgegenzuwirken.

Widerstand gegen Kompromiss

Dagegen regte sich jedoch Widerstand in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Margit Sievi (SPD) erinnerte daran, dass Ziel des Bebauungsplans sei, die "Sicherung und Entwicklung dieses Naturraums" sicherzustellen. Thomas Hoffmann (CSU) konterte, der Fuchsbichlweg sei ein Bereich ohne Filze. "Wir bauen den Höhengrad und nicht die Filze zu. Das ist eine uralte Straße."

"Eine Straße geht nicht so tief wie ein Keller", entgegnete dem Sievi, sie sehe die Artenvielfalt am Waldrand bedroht. "Ich habe selber in Großkarolinenfeld in der Filze gewohnt", setzte dem wiederum Bernhard Himmelstoß (CSU) entgegen, "Da hat sich trotz Bebauung nichts geändert. Das ist da eine trockene Wiese und hat nichts mit einer Filze zu tun!" 

Auch davon ließ sich Sieivi nicht von ihrem Standpunkt abbringen: "Sobald man dort Bebauung erlaubt wird versiegelt und versiegelt. Da wird ein Präzendenzfall geschaffen!", mahnte sie. Ihr stimmte auch Christine Annies (Parteifrei Bürger Stephanskirchen) zu: "Wir haben gesagt, wir wollen nicht den Außen-, sondern den Innenbereich verdichten!" Es gibt trotzdem bereits Bauland für Familien. Hier soll für Einzelne ein Vorteil durch Opferung der Natur geschaffen werden!"

Am Ende sprach sich der Gemeinderat mit einer Mehrheit von neun zu sieben Stimmen dafür aus, die Änderung des Bebauungsplans unter den genannten Bedingungen in Aussicht zu stellen. 

Lauben im Bereich der Filze Thema im April

Zuletzt war im April Bebauung im Bereich der Filze Thema im Gemeinderat gewesen. Bei einer Überprüfung durch die Gemeindeverwaltung hatte sich herausgestellt, dass einige der Lauben dort deutlich zu groß ausgefallen waren.

hs

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