Heimleitung des Leonardihofs berichtete im Gemeinderat

Dramatischer Mangel an Pflegeplätzen in Stephanskirchen

Stephanskirchen - In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates berichtete die Heimleitung des Leonardihofs über die derzeitig starke Nachfrage dort und wie die Nachfrage an Pflegeplätzen nicht befriedigt werden kann.

"Das kann nicht ganz hinhauen!", kommentierte Heimleiterin Petra Oertel den Umstand, dass derzeit 54 Vormerkungen bei insgesamt nur 45 vorhandenen Heimplätzen bestehen. Im Schnitt könnten jedes Jahr 20 Menschen nicht aufgenommen werden. "Da  sind dann zum Teil Ehepaare betroffen, die sich dann im letzten Lebensabschnitt kaum oder gar nicht mehr sehen können!", klagte Oertel. Dies, obwohl stets nur Stephanskirchener oder Angehörige von Stephanskirchenern aufgenommen würden. 

Erweiterungen sind nötig und geplant

Gemeinderätin Christine Annies (Parteifrei), selbst in der Vorstandsschaft des Sozialwerks Stephanskirchen, betonte, dass hier Abhilfe geschaffen werden müsse. Besonders sei es problematisch, dass die Mehrheit der Bewohner der 2008 geschaffenen Einrichtung Doppelzimmer seien. "Das ist für viele alte Menschen, die ein Leben lang in einer eigenen Wohnung leben konnten dann im letzten Lebensabschnitt eine mitunter enorm belastende Umstellung, wenn sie auf einmal ein Zimmer mit einer zunächst fremden Person teilen müssen!" Die Heimleitung stimmte zu, dass dies ein Thema bei Erweiterungsplänen sei.

Weiterhin würde auch erwogen, in der Zukunft Räumlichkeiten für eine Art Wohngemeinschaft für Demenzkranke zu schaffen. Gerade die Zahl der Bewohner mit Demenz würde angesichts der gestiegenen Lebenserwartung in den kommenden Jahren sehr zunehmen. Auch Bürgermeister Rainer Auer wies darauf hin, dass es Pläne für Erweiterungen gäbe.

Schwierige Personalsituation

Zuletzt wurde auch die Qualifikation der Pflegekräfte thematisiert. Annies mahnte an, bei anderen Pflegeeinrichtungen würden teilweise "ganze Busse mit osteuropäischen Pflegekräften ohne jegliche Deutschkenntnisse hergekarrt". Heimleiterin Petra Oertel entgegnete, die  Beschäftigung von Fachkräften aus dem Ausland sei momentan unumgänglich. "Sie sind überwiegend auch hochgradig qualifiziert, nur die Sprachkenntnisse muss man leider teilweise noch schaffen." 

Bundesweit klagen Pflegeeinrichtungen über einen Mangel an Fachpersonal. Über Aus- und Weiterbildung von Schulabgängern und älteren Personen, die eine neue Berufslaufbahn anstreben könnten vor allem in der letzten Zeit jedoch viele Lücken geschlossen werden.

Rubriklistenbild: © Jens Wolf

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