Irritationen rund um Verkehrsinselbau

Stephanskirchen - Die Kritik an der Bauausführung rund um die seit Jahren gewünschte und endlich realisierte Verkehrsinsel am Ortseingang von Stephanskirchen ist noch immer nicht verstummt:

Auf Anfrage stellte sich im Gemeinderat heraus, dass die von vielen Mitgliedern als zu groß empfundene Teerfläche die Folge einer Informationspanne ist.

Ziel der Insel ist eine Beruhigung des Verkehrs auf der stark befahrenen Staatsstraße. Die Gestaltung soll den Ortseingang optisch markieren, Autofahrer dazu bewegen, den Fuß vom Gas zu nehmen und Fußgängern die Querung erleichtern. Diese 100.000 Euro teure Maßnahme hatte die Kommune finanziell alleine gestemmt, weil die Verkehrs- und Fußgängerfrequenzen für eine Kostenübernahme durch das Staatliche Bauamt nicht ausgereicht hatten.

Bei der Planung waren Gemeinde und beauftragtes Büro jedoch davon ausgegangen, dass der Bereich für die Insel schon außerhalb des Ortstaferls liegt. Die Insel und die Fahrbahnaufweitungen mussten deshalb nach den vom Staatlichen Bauamt geforderten Mindestmaßen für Tempo 70 ausgerichtet werden.

Ein "trostloser Teerbrei" sei entstanden, hatte sich nach der Fertigstellung unter anderem Zweiter Bürgermeister Jürgen Richter (CSU) geärgert. Nach Ansicht von Christian Helget (Parteifreie Bürger) verleitet die Gestaltung zum Rasen. Damit habe die Verkehrsinsel genau das Gegenteil von dem erreicht, was eigentlich ihr Ziel gewesen sei. "Da ist ein echter Bock geschossen worden", schimpfte Helget.

Auf seine Anfrage stellte sich im Gemeinderat heraus, dass der gesamte Bereich 16 Quadratmeter kleiner hätte ausfallen können, weil noch während der Bauzeit das Ortsschild nach außen gesetzt worden sei. Deshalb gilt in diesem Bereich jetzt Tempo 50, nicht 70, hätte die Straßenaufweitung rund um die Insel schmaler geplant werden können.

"Hätten wir vom Versetzen des Taferls gewusst, hätten wir kleiner bauen können", teilte Bürgermeister Rainer Auer mit. Kommune und Planer seien vom Sachverhalt überrascht worden. In den vergangenen Jahren hatte das Landratsamt als Genehmigungsbehörde die Versetzung des Ortsschildes nach außen wiederholt abgelehnt, war nun anscheinend umgeschwenkt.

Dem längeren Geltungsbereich für Tempo 50 - stets gefordert, nun endlich erreicht - steht der Gemeinderat natürlich positiv gegenüber. Helget sieht jedoch angesichts der breiten, auf Tempo 70 ausgerichteten Teerfläche rund um die Insel die Notwendigkeit, die Einhaltung von 50 km/h mit dem elektronischen Zeigefinger am Ortseingang zu kontrollieren. Herbert Bauer, Fraktionsvorsitzender der Parteifreien Bürger, schlug außerdem weitere gestalterische Maßnahmen vor, um eine Torsituation zu schaffen. Als positives Beispiel nannte Richter den Ortseingang an der Riederinger Straße.

duc/Oberbayerisches Volksblatt

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