Aktion im Gemeinderat

Stephanskirchen zeigt Brenner-Nordzulauf die rote Karte

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Der Stephanskirchener Gemeinderat zeigt der Verkehrspolitik in Sachen Brennernordzulauf die „Rote Karte“ 
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Stephanskirchen - Kein Infrastrukturprojekt beschäftigt die Region derzeit so intensiv wie die geplante Zulaufstrecke durch das Inntal zum Brenner-Basistunnel. Es vergeht kaum ein Tag ohne neue Proteste. Der Stephanskirchener Gemeinderat hat nun ein Zeichen gesetzt. 

"Rote Karte dem Trassenbau!" - diese Meinung vertreten geschlossen alle Mitglieder des Stephanskirchener Gemeinderates. Zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend hat das Gremium deshalb eine Aktion gestartet:

Der Gemeinderat hat der Verkehrspolitik in Sachen Brenner-Nordzulauf die „Rote Karte“ gezeigt. „Kein Zerschneiden unserer Region durch unnötige neue Gleistrassen!“ war die einhellige Meinung.

Was das Gremium besonders ärgert: Es gibt keinerlei Bedarfsnachweis und trotzdem sollen die Rätinnen und Räte ihre Gemeinde opfern.

Mit dieser Meinung sind die Stephanskirchener nicht alleine. Vor 11 Tagen gingen in Rohrdorf rund 2.000 Menschen auf die Straße, um gegen den Brenner-Nordzulauf zu protestieren. Eine Woche drauf gab es dann eine Radl-Demo durch das Inntal. Alle Beteiligten sind sich dabei einig, dass die Darstellung der Bahn am Bedarf vorbeigehe. Statt einer Neuplanung für zwei Gleise mitten durch die Landschaft solle die Bahn ihre Zugzahlen deutlich nach unten korrigieren.

Nicht die erste Aktion diese Woche

Am Montag machte Stephanskirchens Erster Bürgermeister Rainer Auer bereits seinen Standpunkt bezüglich des Umwegverkehrs über die Brenner Route deutlich. Die Bundes- und Landtagsabgeordneten Daniela Ludwig (CSU), Klaus Stöttner (CSU) und Otto Lederer (CSU) hatten eine Information an die Landkreisgemeinden verteilt, die widerlegen soll, dass der stark gestiegene LKW-Verkehr im Inntal zu 30-40 Prozent aus Umwegverkehr besteht.

Dem widerspricht Auer vehement. Er stützt sich dabei auf aussagekräftige Untersuchungen, die das Land Tirol in Auftrag gegeben hatte. "Ich bitte Euch ausdrücklich, damit aufzuhören, den nachgewiesenen Umwegverkehr zu verleugnen oder mit bedingt aussagekräftigen Beispielsrechnungen zu verschleiern", waren unter anderem seine Worte an die Abgeordneten.

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