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Was Stephanskirchen in Zukunft will

Gewachsene Ortskerne wie jener von Stephanskirchen sollen ihr eigenständiges Bild auch in Zukunft behalten, lautet ein Ziel des Leitbildes.
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Gewachsene Ortskerne wie jener von Stephanskirchen sollen ihr eigenständiges Bild auch in Zukunft behalten, lautet ein Ziel des Leitbildes.

Stephanskirchen - Wer nach Stephanskirchen zieht, "kauft" in Zukunft zur Freude von CSU-Ratsmitglied Petra Schnell nicht mehr die Katze im Sack:

Denn der Gemeinderat hat ein Leitbild mit Entwicklungskonzept beschlossen, das genaue Aussagen darüber macht, was Stephanskirchen will und wohin der Weg gehen wird.

Ein Berliner Büro mit dem Namen "Urban Catalyst" entwickelt ein Leitbild für eine heterogene Landkommune wie Stephanskirchen: Als der Gemeinderat auf Initiative von Bürgermeister Rainer Auer hin die Entscheidung traf, die Experten aus der Hauptstadt für eine Strukturanalyse zu beauftragen, war die Skepsis groß, erinnerte sich Karl Mair (CSU). Doch im vergangenen Jahr, das geprägt war von Workshops, Bürgerversammlungen, Akteursgesprächen, Arbeitskreissitzungen, Untersuchungen und Umfragen, hat sich das Blatt gewendet. Theorie und Praxis, Visionen und konkrete Ansätze wurden zur Freude von Mair in einem schlüssigen Konzept vereint. Einstimmig erkannte der Gemeinderat deshalb das Entwicklungskonzept für Stephanskirchen an. Es beinhaltet zwar noch redaktionelle Fehler, Widersprüche und Definitionslücken, die bis zur Verfassung der Leitbilddokumentation ausgeräumt werden, es steht jedoch im Grundsatz fest.

Schloßberg-Zentrum und Haidholzen-Südost: In Schloßberg hat eine Bürgerumfrage für die Brachflächen Ideen für neue Geschäftshäuser entwickelt. Die gewünschten Nutzungen: Einzelhandel, Gastronomie, Büros und Wohnungen. Ebenfalls angedacht: der Neubau einer Mehrzweckhalle. Die Realisierungschancen soll eine städtebauliche Studie abklopfen. Für Haidholzen-Südost fand bereits eine Bürgerversammlung statt (wir berichteten). Hier soll neuer bezahlbarer Wohnraum für alle Generationen entstehen plus Gemeinschaftsflächen mit viel Grün und multifunktionalen Einrichtungen. Von alternativen Wohnformen, die auf eine starke Verdichtung der Baukörper setzen, ist die Gemeinde etwas abgerückt. Die Auswertung der Bürgermeinung hat ergeben, dass keine Wohnblöcke gewünscht werden. Christian Helget (Parteifreie Bürger) setzte außerdem die Einbeziehung von Haidholzen-Mitte in den Vertiefungsbereich durch.

Vernetzte Kulturlandschaft:

Stephanskirchen bewertet die Landschaft als wichtigste Ressource. Die Gemeinde will deshalb die traditionelle Landwirtschaft mit Direktvermarktung fördern, eine Zerfransung des Außenbereiches verhindern.

Eigenständige Ortszentren:

Ein Siedlungsbrei soll verhindert werden. Stattdessen sollen sich die Ortsteile im Innern verdichten.

Individuelles Wohnen:

Das Einfamilienhaus wird nicht mehr die alleinige Bauform darstellen, auch Alternativen - etwa gemeinschaftliches Wohnen - sollen Platz finden. Neubauareale mit Mischnutzung, die Wohnen und Arbeiten plus Nahversorgung verbinden, sollen Schlafsiedlungen verhindern.

Lokal wirtschaften:

Lokale Wertschöpfungsketten will Stephanskirchen auch in Zukunft fördern, auf große Gewerbegebiete an den Ortsrändern und Discounter auf der grünen Wiese verzichten.

Mobilität:

Die Gemeinde setzt auf kurze Wege zwischen Wohnen, Arbeiten und Versorgung. Es sollen neue Radverbindungen (unter anderem vom Simssee nach Rosenheim) entstehen, die Angebote des öffentlichen Nahverkehrs ausgebaut werden.

Stephanskirchen 2025:

Die Gemeinde ist von der Überalterung der Gesellschaft besonders betroffen: Die Mehrgenerationenarbeit stellt deshalb eine der großen Herausforderungen für die Zukunft dar, der sich die Kommune durch attraktive Angebote für Jung und Alt stellen will.

Die Resonanz auf diesen roten Faden der Entwicklung fiel im Gemeinderat fast durchweg positiv aus. Anton Forstner (CSU) sprach von Aussagen zu den wichtigen Zukunftsthemen, wünschte jedoch eine Definition des Konzeptbegriffes "Naturraum". Karl Mair (CSU) würdigte vor allem die konkrete Vorgehensweise in Schloßberg und Haidholzen. Christine Annies (Parteifreie Bürger) forderte die enge Einbeziehung des Leitbildes in die Sitzungsarbeit des Gemeinderates. Margit Sievi (SPD-Fraktionsvorsitzende) sieht im Konzept, das einen Kompass für die weitere Arbeit darstelle, die Möglichkeit, die geschaffenen Stärken zu bewahren. Dr. Rolf-Jürgen Löffler (CSU-Fraktionsvorsitzender) erkennt jedoch noch immer viele "Gemeinplätze" sowie Widersprüchlichkeiten. Er forderte differenzierte Darstellungen ein - etwa zur Bauverdichtung sowie klare Positionierungen zu Biogasanlagen. Jürgen Richter (CSU) sieht auch die Notwendigkeit, weitere Verbesserungsvorschläge für die Verkehrsprobleme in Stephanskirchen zu machen. Er lobte in diesem Zusammenhang den Ansatz für eine Rad- und Fußgängerbrücke über den Inn. Gerhard Scheuerer (Parteifreie) sieht die Notwendigkeit, auch das Thema Zugverbindungen in die Ausführungen zum ÖPNV aufzunehmen.

duc/OVB

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