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Keine Patienten-Annahme für kurze Zeit

„Notfallsituation“ in Kraglinger Tierarztpraxis: Feuerwehr wegen Gefahrengut-Einsatz vor Ort

Die Feuerwehr Schloßberg während dem Einsatz. Die Mannschaft hat das Mittel eingetütet und das Lager entlüftet.
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Die Feuerwehr Schloßberg während des Einsatzes. Die Mannschaft hat das Mittel eingetütet und das Lager entlüftet.

Am Mittwochmorgen, 7. Dezember, mussten Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte nach Kragling ausrücken. Was hinter dem Gefahrengut-Alarm steckt.

Stephanskirchen - „Aufgrund einer Notfallsituation in der Praxis können wir im Moment keine Patienten annehmen und sind auch telefonisch nicht erreichbar“, hieß es Mittwochvormittag auf dem Anrufbeantworter einer Tierarztpraxis in Kragling. In dringenden Fällen sollten sich Tierbesitzer laut dem Ansager an die umliegenden Tierkliniken wenden. Die stationären Patienten seien bestens versorgt und nicht von dem Zwischenfall betroffen.

Ein stechender Geruch

Nach Angaben von Robert Maurer, Sprecher der Polizeiinspektion Rosenheim, war über Nacht ein Kanister mit Peressigsäure ausgelaufen. Dabei handelt es sich um eine farblose, stark riechende Flüssigkeit, die sich chemisch von der Essigsäure ableitet und zu den Peroxycarbonsäuren gehört. In höheren Konzentrationen kann sich die Säure explosiv zersetzen. Sie wird im Veterinärbereich als Desinfektionsmittel verwendet.

Als Mitarbeiter zur Arbeit erschienen und einen stechenden Geruch feststellten, alarmierten sie laut Maurer die Rettungskräfte. Als die Angestellten den Boden reinigten, habe die Säure Hautreizungen verursacht. Vorsorglich wurden weitere Bewohner und Besucher aus dem Gebäude gebeten.

Die Feuerwehr Schloßberg war mit zwölf Leuten vor Ort, zudem die Kreisbrandinspektion, zwei Rettungswägen und Polizei. „Die Situation war nicht dramatisch, aber trotzdem gefährlich“, sagt Christian Holiver, Einsatzleiter und Kommandant der Schloßberger Feuerwehr. „Das war wirklich ätzend, weil das Zeug ganz schön ausgegast hat.“

Es habe sich jedoch nicht um große Mengen gehandelt, sondern um einen Kanister mit fünf Litern im Putzlager. Es sei gesundheitsschädlich, wenn Personen den Stoff einatmen. Deshalb hat die Feuerwehr dem Kommandanten zufolge mit Atmenschutzmasken gearbeitet.

Tieren und Mitarbeitern geht es gut

„Die Substanz ist reizend“, bestätigt Franz Hochhäuser, Rosenheimer Kreisbrandinspektor. Eine Mitarbeiterin habe einen Hautausschlag bekommen. Sonst sei niemandem etwas passiert, ihren Kollegen und auch den Tieren gehe es gut. Holiver zufolge sei die Frau von Rettungskräften versorgt worden. Die Feuerwehr habe die Praxis mit einem Gerät be- und entlüftet. Dafür sei ein Schlauch von dem Lager ins Freie gelegt worden.

Die Feuerwehr hat die Praxis mittlerweile wieder freigegeben, die Mitarbeiter können nun wieder arbeiten. „Wir haben noch einmal ein kurzes Briefing mit allen gemacht: Türen auflassen, Lüften und wenn was ist, nochmal Bescheid geben“, sagt Holiver. Das Mittel habe die Feuerwehr aufgewischt und in Tüten abgepackt. Die müsse der Tierarzt nun entsorgen.

Fälle mit Gefahrengut gibt es laut Holiver nur sehr selten. „Ich bin glücklich, dass nichts passiert ist“, sagt der Kommandant. Denn es könne schnell gefährlich werden - gerade in einer Gegend wie Rosenheim, in der viele Industriebetriebe angesiedelt sind. Die Polizei prüft derzeit, warum der Kanister in der Nacht umgefallen ist. Verstöße gegen Unfallverhütungsvorschriften oder nicht fachgerechte Lagerung konnten ausgeschlossen werden.  

Die Nachbarn haben jedenfalls kaum etwas von dem Vorfall mitbekommen. „Bei uns ist überhaupt nichts“, sagte Fressnapf-Mitarbeiterin Christine Tögel am Mittwochvormittag. Der Laden befindet im selben Gebäude wie die Tierarztpraxis, einen Geruch habe sie dennoch nicht vernommen. Das bestätigt auch Sabine Jonke, die eine Tankstelle mit ihrem Mann betreibt: „Uns hat das nicht betroffen.“ Keiner der Feuerwehrmänner oder Polizisten sei zur Tankstelle gekommen. Sie habe zuerst über das Internet von dem Vorfall erfahren. Sie sei sofort zu den Zapfsäulen gegangen, um zu überprüfen, ob alles in Ordnung ist. „Da denkt man sich natürlich schon, dass es irgendetwas Größeres ist“, sagt Jonke. Doch es habe nichts an den Zapfsäulen gefehlt. Sie habe jedoch gesehen, dass die Praxis gelüftet wird.

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