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Bauschutt: Bussi-Schorschi lenkt doch ein!

Stephanskirchen - Aufgrund der verhärteten Fronten hatte keiner mehr damit gerechnet: Die Firma Weiß einigte sich nun doch noch mit dem Waldweg-Eigentümer außergerichtlich.

Die Firma Weiß, die auf einem Waldweg im Naturschutzgebiet am Simssee Bauschutt abgelagert hatte, und der Eigentümer des betroffenen Grundstückes, Leopold Lukas, haben sich zu einem gerichtlichen Vergleich durchgerungen.

Als Sieger geht aus dem Streit die Natur hervor: Sie wird schneller, als es bei einem mindestens ein Jahr dauernden Gerichtsverfahren möglich gewesen wäre, vom Schutt befreit.

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"Das ist eine gute Nachricht", freute sich Bürgermeister Rainer Auer über den Vergleich, den das Landgericht Traunstein per Beschluss den Rechtsanwälten von Lukas und Weiß bereits zugestellt hat. In den vergangenen Wochen hatten Auer und sein Stellvertreter, Zweiter Bürgermeister Jürgen Richter sowie der Gemeinderat Stephanskirchen sich intensiv für eine zeitnahe Beseitigung der Verunreinigung sofort nach der Frostperiode eingesetzt und vor einer Verschleppung durch lange Gerichtsverfahren gewarnt.

Der schriftliche Vergleich ist nach Informationen des Anwalts von Waldeigentümer Lukas, Dr. Werner Schropp, zustande gekommen, weil sein Mandant auf seine Forderung verzichtet habe, dass Weiß als Verursacher der Verunreinigungen alle Kosten rund um das Verfahren, die Beauftragung von Sachverständigen und die entstandenen Schäden zu tragen habe. Die Verfahrenskosten würden nun geteilt - ebenso die Kosten für die Schäden im Wald.

Lukas hat sich noch in einem anderen Punkt "zugunsten einer schnelleren Lösung für die Natur" bewegt: Er hatte ursprünglich gefordert, dass die Abbruchmaterialien von einem anderen Unternehmen beseitigt werden. Dazu hatte Lukas Kostenvoranschläge eingeholt, welche die Firma Weiß nicht anerkannte. Georg Weiß hatte sich zwar auf Anfrage bereit erklärt, den Schutt zu beseitigen oder diese Arbeit an eine Fremdfirma zu vergeben, doch es gab zwischen ihm und Lukas unterschiedliche Meinungen zum Umfang und zur Art der Maßnahmen und den daraus resultierenden Kosten.

Macht dieser Bauschutt Bussi-Schorschi Ärger?

Bussi-Schorschi Georg Weiß an seinem Schreibtisch daheim in Schechen © Duczek
Um diesen Bauschutt in Stephanskirchen geht es. So sah es auf dem in einem Naturschutzgbeiet gelegenen Waldweg kurz nach der Verfüllung im August 2011 aus. © Duczek
Waldbesitzer Leopold Lukas: Er hatte die Firma Weiß mit dem Verfüllen seines Waldweges beauftragt. Jetzt hat er das Unternehmen mit einem Betretungsverbot für sein Grundstück belegt. © Duczek
Der Waldweg in Stephanskirchen, um den sich der Streit dreht © Duczek

Das "gestörte Vertrauensverhältnis zum Unternehmen Weiß" hatte Waldbesitzer Lukas auch dazu bewogen, ein Betretungsverbot für sein Grundstück zu erlassen. Es soll jetzt per Vergleich ebenfalls aufgehoben werden. Doch Weiß kann erst mit den Arbeiten beginnen, wenn er von der Regierung von Oberbayern eine Befreiung von der Naturschutzgebietsverordnung für die Arbeiten erhalten hat, teilt das Landratsamt zum weiteren Ablauf auf Anfrage mit. Die dortige Untere Naturschutzbehörde hat nach Informationen von Pressesprecher Michael Fischer dem Gericht zugesagt, die Bauschuttbeseitigung vor Ort persönlich mit eigenen Fachleuten zu überwachen. Weiß müsse den Weg in seiner ursprünglichen Breite und Länge bis zur früheren Geländeoberkante wieder herstellen, die ordnungsgemäße Entsorgung des Schuttes außerdem nachweisen.

Als Termin für den Beginn der Beseitigung in Eitzing steht nach Informationen des Landratsamtes mittlerweile der 7. Mai fest. Der ursprünglich von Weiß Anwalt Rolf Asmus favorisierte Termin bereits am 3. Mai kann nicht eingehalten werden. Denn der gerichtliche Vergleich sieht auch vor, dass der Beginn der Arbeiten nach der von der Regierung erteilten Befreiung von der Naturschutzgebietsverordnung spätestens eine Woche zuvor bei der Unteren Naturschutzbehörde und drei Tage zuvor bei der Gemeinde offiziell angezeigt wird.

duc/Oberbayerisches Volksblatt

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Rubriklistenbild: © duc/cs

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