„Da Sigi ist immer als erstes in die Küche gegangen“

Gocklwirt Willi Huber erinnert sich an zauberhafte Momente bei Siegfried Fischbachers Leibspeise

Ein bisschen Show muss sein: Siegfried und Roy in der Küche des Gocklwirts – immer die erste Station des Besuches bei Freund Willi Huber.
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Ein bisschen Show muss sein: Siegfried und Roy in der Küche des Gocklwirts – immer die erste Station des Besuches bei Freund Willi Huber.

„Da Sigi ist immer als erstes in die Küche gegangen – Topfgucken“. Willi Huber schmunzelt bei der Erinnerung an seinen Schulfreund. Wann immer Siegfried Fischbacher in der Heimat war, besuchte er seinen Freund im Gocklwirt.

Stephanskirchen – Den Magier Siegfried, die blonde Hälfte des Duos Siegfried und Roy, kannte die ganze Welt. Den „Sigi“ kannten vor allem die Rosenheimer. Und wenige länger als Willi Huber. Denn die beiden gingen gemeinsam in die Stollschule in der Stadtmitte, „da Sigi war eine Klasse vor mir“. Die Freundschaft aus Kindertagen, die blieb. Auch, als der eine zum Arbeiten auf Kreuzfahrtschiffe ging und der andere eine Tochter des Gocklwirtes in Stephanskirchen heiratete.

Zeit für einen Besuch beim Willi war immer

Der eine wurde vom erfolgreichen Skiverkäufer zum erfolgreichen Wirt, der andere zum Weltstar mit eigener Show in Las Vegas. Die Verbindung riss nie ab. Zeit für einen Besuch bei Willi und Marianne Huber am Simssee hatte der heimatverbundene Siegfried Fischbacher immer. Meist war sein Partner Roy Horn mit dabei „und bei dem waren immer sofort alle Katzen des Hauses“, lacht Marianne Huber.

Simsseehechtpflanzerl machten Siegfried glückich

Siegfried ging derweil in die Küche, nachschauen, was da so auf dem Herd stand. Und wenn es Simsseehechtpflanzerl gab, dann war der Weltstar glücklich. „Ich habe immer gerne für ihn gekocht. Er war einfach ein netter Kerl“, sagt Willi Huber junior.

Fachsimpeln mit dem Freund aus Kindertagen

„Da Willi“ und „da Sigi“ kamen bei ihren Treffen auch immer wieder ins Fachsimpeln. Denn auch Willi Huber zaubert, war mit Schwägerin Traudl auf Tournee. Er entdeckte seine Zauberleidenschaft, die er schon als Junge hatte, wieder, als sich eine Gruppe Zauberer im Gocklwirt traf. Wenn Willi Huber sieht, dass an einem Tisch die Langeweile ausbricht, geht er hin und zaubert ein wenig, „irgendwas habe ich immer in der Hosentasche einstecken.“

Willi Huber ging mit Siegfried Fischbacher schon gemeinsam in die Schule. Die Freundschaft hielt ein Leben lang.

Zaubererstammtisch tagt zwischen Kaffeekannen

Aus dieser Gruppe, die Huber zurück zum Zaubern brachte, wurde dann der zweimonatlich tagende Stammtisch der Zauberergemeinschaft Rosenheim. Deren Mitglieder kommen aus der ganzen Region zwischen Königssee und München und aus dem benachbarten Österreich ins Kaffeekannenstüberl, führen sich gegenseitig nach dem Abendessen die neuesten Tricks vor.

Der Weltstar nahm am Stammtisch Platz

Die Menschen, die sonst gerne ihre Umwelt verblüffen, kamen eines Abends aus dem Staunen nicht heraus. Denn im Nebenzimmer saß, ohne Roy, Siegfried Fischbacher mit seinem Freund Willi beieinander. Da saß dann plötzlich einer der bekanntesten Magiere aller Zeiten am Zaubererstammtisch. Und nahm ein paar Tricks, die er Matthias „Magiro“ Weiß abgekauft hatte, mit nach Las Vegas.

Verblüffte Zauberer: Auf einmal stand „da Sigi“ im Raum, fachsimpelte mit den Kollegen.

Vorstellung des Fakirs endete sehr abrupt

Natürlich war Siegfried Fischbacher der bekannteste Gast am Zaubererstammtisch, aber auch Weltmeister oder ein ehemaliger Präsident des internationalen magischen Zirkels genossen schon Hubers Gastfreundschaft. Willi Huber fängt an zu lachen, erzählt dann die Geschichte vom Fakir: Der fing mitten in der Wirtschaft an, sich an allen möglichen Stellen des Körpers zu durchlöchern. Die spontane Vorstellung fand ein abruptes Ende, als eine Ärztin am Nebentisch beim nächsten Ansatz des Fakirs trocken bemerkte „Jetzt wird‘s interessant: Da ist der Magenausgang“.

Das letzte Treffen war 2019

2019 war Siegfried Fischbacher das letzte Mal zu Besuch bei Willi und Marianne Huber im Gocklwirt. Den Gegenbesuch in Las Vegas haben die beiden nie geschafft, es fehlte die Zeit. Und? „Natürlich bereuen wir das!“

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