Kritik am Bürgermeister

Zoff im Stephanskirchener Gemeinderat um CSU-Äußerungen

Stephanskirchen - Am Ende der jüngsten Gemeinderatssitzung kam es noch einmal zu einer hitzigen Diskussion. Grund war Kritik der CSU an Bürgermeister Auer.

Bei der Wahl von Bernhard Himmelstoß zum neuen Vorstand der CSU Stephanskirchen-Schloßberg übte sein Vorgänger herbe Kritik an Bürgermeister Rainer Auer. Das sorgte in der Sitzung am Dienstag wiederum für ordentlich Gegenwind.

Kritik bei Vorstandsneuwahlen

Wie das Oberbayerische Volksblatt berichtete, wurde bei der Wahl am 12. Juni vom scheidenden Vorsitzenden Dieter Glas einige Kritik an Bürgermeister Rainer Auer geübt. Glas kritisierte, Auer setze seine Arbeitskraft oft zu einseitig für ein bestimmtes Thema ein. So 2015 für die Unterbringung der Flüchtlinge in der Gemeinde und 2016 gegen die Trasse des Brenner-Nordzulaufs. Es gebe daher bei anderen Themen kaum Fortschritte. Als Ergebnis herrsche in vielen Bereichen ein gewisser Stillstand.

Zudem warf Glas dem Bürgermeister ein Desinteresse an Bauthemen und an der Ortsentwicklung vor. Es gebe seit mehreren Jahren weder in der Neugestaltung der Schloßberger Ortsmitte noch beim Bauland für Einheimische konkrete Fortschritte. „Auch in der Gewerbepolitik fällt die Bilanz enttäuschend aus", so Glas laut dem OVB.

Scharfe Kritik im Gemeinderat

Im abschließenden Teil der Gemeinderatssitzung am Dienstag kritisierte Gemeinderat Christian Wahnschaffe (Grüne) diese Darstellungen. Ihm schloss sich auch Margit Sievi (SPD) an, die noch weiter ging: "Diese Vorwürfe sind doch für die CSU ein Schuß ins eigene Fleisch!", klagte die Gemeinderätin, "Seit der letzten Wahl haben Sie doch die Mehrheit und können alles bestimmen." Sie fühle sich persönlich diffamiert von der Kritik an der Arbeit des Gemeinderats.

Auch Hubert Lechner (Parteifrei) schloß sich der Kritik an: "Bitte fangen Sie doch nicht jetzt schon mit dem Wahlkampf an!" Ausgerechnet CSUlerin Petra Schnell schloß sich der Kritik an: "Ich finde das sehr schade. Wir sollten daraus lernen und so etwas sollte nicht mehr passieren." 

Bürgermeister Rainer Auer war sichtlich froh über diese Äußerungen. Er gab sich versöhnlich: "Ich wäre sehr glücklich, wenn wir den bisherigen Weg, konstruktiv zusammenzuarbeiten weiter beschreiten könnten", so das Gemeindeoberhaupt, "Destruktive Kritik bringt uns nicht weiter. Meine Tür ist immer für alle offen."

hs

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